Seit einigen Jahren zieht die Ausstellung der Terrakotta Armee quer durch Europa. Vom 23. August bis 30. November 2003 war die 2000 m² große Zeltlandschaft zu Gast in Hamburg. Hier ein kleiner Abriss über diese überaus interessante Ausstellung …
Im Frühjahr 1974 entdeckten Bauern bei Bodengrabungen für einen Brunnen
rund 30 km östlich von Xian/China die archäologische Sensation des
20. Jh. – das Grabmal des ersten
Chinesischen Kaisers Qin Shi Huang Di.
Das Grabmal war bestückt mit weit über 8.000
lebensgroßen Terrakotta-Kriegern und Pferden.
Die Krieger waren in Schlachtordnung in Reih und Glied aufgestellt und bewachten so das Grab über
mehr als zweitausend Jahre. Das Besondere an den Figuren ist ihre Individualität. Bislang wurden
ca. 1.500 Figuren in Xian freigelegt. Alle sind von der Physiognomie her
einzigartig und individuell.
Objekte aus dieser historischen Ausgrabung, die auch als
„achtes Weltwunder“ betitelt wird, gehören zu der Ausstellung.
Der erste Teil der Ausstellung zeigt Exponate aus der Kaiserzeit.
Im zweiten Teil befindet sich eine Miniatur der Grabanlage im Maßstab 1:10,
die mit über 1.000 meisterhaften Repliken von Tonkriegern und Pferden bestückt ist.
Im dritten Teil – im großen Zelt – sind 122 nachgebildete originalgroße Terrakotta-Krieger
und acht Terrakotta-Pferde
aufgestellt. Den Höhepunkt der Sammlung bildete schließlich die vergoldete Figur
des ersten Chinesischen Kaisers Qin Shi Huang Di.
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Offizielle Homepage zur Ausstellung
Alle Termine und weitere Infos findet ihr unter
www.terrakottaarmee.de.
Der Grundriss der Grabanlage ist fast rechteckig und misst von Osten nach Westen 345 Meter,
von Süden nach Norden 350 Meter. Die Anlage aus gestampfter Erde hatte ursprünglich
Pyramidenform, welche damals von einer doppelten Mauer umgeben war.
Die Seitenlänge der inneren Mauer
von Süden nach Norden betrug 1.355 und von Osten nach Westen 580 Meter.
Die in einigem Abstand dazu befindliche äußere Mauer hatte einen
Umfang von 6.210 Metern. Aus dem an ein paar Stellen noch erhaltenen Fundament
kann man schließen, dass sie etwa 8 Meter breit war.
Beide Mauern hatten nach allen Seiten hin Öffnungen, die Äußere
je ein Tor mit Wachtturm. Die gesamte Anlage innerhalb der beiden Mauern
bestand aus Bauten für Opferzeremonien, Unterkünften für das
Wachpersonal und Lagerhäusern, von denen heute nur noch Ruinen stehen.
Die exakte Lage des Grabes ist noch ungewiss, da die überirdischen
Bauten fast vollständig zerstört sind. Man hat auf einer Fläche
von 56,25 km² bisher über 400 weitere größere und kleinere
Gruben entdeckt.
Mit dem Bau der Grabstätte wurde kurz nach der Thronbesteigung des Kaisers begonnen.
Die Bauarbeiten dauerten 38 Jahre und wurden erst nach
dem Tod des Kaisers abgeschlossen.
Zum Zeitpunkt höchster Bautätigkeit arbeiteten 700.000 Zwangs- und Fronarbeiter
an der Anlage. Zuerst wurde eine tiefe Grube ausgehoben, deren Boden mit
Kupfer ausgegossen wurde. Darauf kam der Sarkophag. Die Grabstätte wurde
wie ein Palast ausgebaut und mit seltenen Schätzen ausgestattet.
Um sie vor Plünderungen zu schützen, baute man versteckte Schießscharten,
aus denen Pfeile auf die Grabräuber gerichtet waren. Der Abschuss erfolgte
„automatisch“.
Der Boden war eine Landkarte Chinas, auf der die Flüsse und Seen mit
Quecksilber markiert waren und die Decke des Grabes war ein Himmel mit Sonne,
Mond und Sternen. Kerzen wurden aus menschlichem Fett und Tran gefertigt,
dadurch sollten sie besonders lange Brenndauer erhalten.
Alle kaiserlichen Konkubinen, die Shi Huang Di kein Kind geboren hatten,
wurden mit ihm begraben. Ebenso die Architekten und die Erbauer der
„Alarmanlagen„, die bei der Schließung des Grabes lebendig
in seinem Inneren eingesperrt wurden.
Da die Grabstätte als Abbild des wirklichen Lebens von Shi Huang Di
gedacht war, gibt sie Einblicke in seinen luxuriösen Lebensstil.
Durch die bislang durchgeführten Grabungen und Entdeckungen können
sich die Fachleute inzwischen ein genaueres Bild von Aufbau und der Anordnung
der Anlage machen. Zu diesen Funden gehören eine Grube mit zwei Pferdegespannen
aus Bronze, die eine exakte Nachbildung der kaiserlichen Wagen sind. In einer
Grube wird das kaiserliche Jagdrevier dargestellt und in einer weiteren befindet
sich ein Duplikat der kaiserlichen Pferdeställe. Der unterirdische Palast
war ein Spiegelbild des Überirdischen, inklusiv der mächtigen Armee,
die die Hauptstadt zu verteidigen hatte.
Die Tonarmee des Kaisers ist in drei Gruben untergebracht. In seinem unterirdischen
Palast sollte der Kaiser seine Herscherposition innehaben und seine Armee
befehligen. Sie ware sein Garant für ewigliche Herrschaft weit über
seinen Tod.
Die Archäologen sind sich einig, dass die Tonkrieger in
derselben Zeit entstanden wie der Bau der gesamten Grabanlage. Dies
wird im Jahre 220 bis 210 v. Chr. gewesen sein.
Die Grabanlage ist inzwischen eines
der wichtigsten Objekte des staatlichen
Kulturdenkmalschutzes und steht darüber hinaus als einziges in China
auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO.
259 v. Chr.:
Geburt des späteren ersten Kaisers von China als Sohn von Zi Chu (Sohn
des Fürsten Qin An und Enkel des Königs Qin Zhao) und der Konkubine
Zhao Ji.
246 v. Chr.: Nach dem Tod seines Vaters 247 v. Chr. erfolgte nach chinesischer Konvention die Thronbesteigung im nächsten Jahr. Die Bauarbeiten für die Grabanlage des Kaisers nahmen kurz nach seiner Thronbesteigung ihren Anfang und wurden erst nach dem Tod des Kaisers abgeschlossen. Sie dauerten 38 Jahre.
238 v. Chr.: Nach seinem offiziellen Eintritt in das Erwachsenenalter vermochte sich der junge Herrscher der bisherigen Berater zu entledigen. Er schickte diese, sowie anderer Widersacher gegen seine „Politik der eisernen Hand“, in die Verbannung.
230 v. Chr. - 221 v. Chr.: Er betrieb auf diplomatischem Wege und schließlich auch mit militärischen Mitteln die Unterwerfung der übrigen Staaten. In einer zehnjährigen Folge von Feldzügen vernichtete er die Staaten Han, Zhao, Wei, Chu, Yan und Qi.
221 v. Chr.: Nach der Unterwerfung der selbständigen Staaten, suchte König Zheng, gerade 38 Jahre alt, nach einem geeigneten Titel: Qin Shi Huang Di – „Erster erhabener Kaiser“ oder „Erster Gottkaiser“
220 v. Chr.: Auf dem Höhepunkt seiner Macht unternahm der erste Kaiser Reisen in verschiedene Teile des Reiches. Diese Reisen dienten der Demonstration seiner Macht, sie sollten die symbolische Inbesitznahme des Herrschers über alle weltlichen und geistigen Mächte in seinem Territorium zur Schau stellen.
211 v. Chr.:
Zu seiner letzten Inspektionsreise in den Süden brach der Kaiser 211
v. Chr. auf. Er sollte nicht mehr lebend zurückkehren.