Sightseeing in LondonSeit meinem ersten London-Besuch im Herbst 2001 hat es mir die Stadt regelrecht angetan. Zwischenzeitlich war ich drei weitere Male dort, so dass ein Bericht längst überfällig ist.
Mein zweiter London-Aufenthalt fiel in die Vorweihnachtszeit 2002 und war quasi ein Weihnachtsbummel durch die Metropole. Im Juli 2003 habe ich zwei Wochen in London verbracht, um meine Englischkenntnisse an der Regent School ordentlich aufzufrischen. In dieser Zeit die meisten Fotos entstanden, da ich jede freie Minute genutzt habe, um London zu erkunden. Mein letzter Besuch führte mich Pfingsten 2004 in die britische Hauptstadt. Der folgende Bericht umfasst also meine Erfahrungen und Erlebnisse aus vier Jahren London Sightseeing.
Das Ballungszentrum „Greater London“ besteht aus der City of London und
32 Stadtbezirken, den so genannten Boroughs (wie zum Beispiel Westminster,
Kensington & Chelsea, Greenwich, Camden …). Zwölf dieser Boroughs
inklusive der City bilden den inneren Bereich „Inner London“.
Die restlichen gehören zu „Outer London“, also dem äußeren Bereich.
Circa 7 Mio. Menschen leben in Greater London, knapp 5.000 davon in der
City. Der Großraum London umfasst 1.579 km², wovon 80 km²
Parks und Grünanlagen ausmachen. Die City of London
ist dagegen verhältnismäßig klein, sie nimmt nur eine Fläche
von 2,74 km² ein.
London ist eine multikulturelle Stadt, in der gut 1 Mio. Inder, Pakistani,
Bangladeschi, Westinder, Afrikaner und Angehörige anderer Volksgruppen
leben. So wundert es nicht, dass laut einer Schulzählung 147 verschiedene
Sprachen in Inner London gesprochen werden.
Beginnen wir unsere Foto-Tour am Trafalgar Square.
Das ist mein persönlichen Lieblingsplatz in London, an dem mir besonders die
zwei großen Springbrunnen gefallen.
Sein Name geht auf die Seeschlacht vor Kap Trafalgar im Jahr 1805 zurück. In besagter
Schlacht besiegten die Briten unter Admiral Lord Nelson die vereinigten Seemächte
von Frankreich und Spanien. Dabei kam Lord Nelson ums Leben.
Mit der 56 Meter hohen Nelson-Säule,
die 1842 in der Mitte des Platzes
errichtet wurde, setzte man ihm ein Denkmal. Den würfelförmigen
Sockel der Statue schmücken Bronzereliefs und am Fuße der Säule
liegen vier kolossale Bronze-Löwen.
An der Nordseite des Platzes befindet sich die National Gallery,
eine der bedeutendsten Gemäldegalerien der Welt. Zu meiner Schande muss
ich gestehen, dass mich die Gemäldesammlung nicht die Bohne interessiert.
Wohl aber das klassizistische Bauwerk, mit seinen vorgelagerten Säulen,
dem Dreiecksgiebel und der mittigen Kuppel, das die Sammlung beherbergt. Die
Nordost-Ecke schmückt die St. Martin-in-the-Fields,
eine Kirche, die zwischen 1721 und 1726 gebaut
wurde. Die Kombination aus Tempelfassade und Kirchturm sieht schon etwas
eigenartig aus. Auf einer Verkehrsinsel an der Südseite des Platzes
steht das Reiterstandbild von
Charles I.
Seit 1677 markiert es an dieser
Stelle den ehemaligen Standort des Charing Cross, den exakten geografischen
Mittelpunkt der Stadt.
Auf dem Trafalgar Square finden alljährlich zahlreiche Veranstaltungen
statt. So versammeln sich hier beispielsweise an Silvester viele Menschen,
um den Jahreswechsel zu feiern.
Geht man vom Trafalgar Square in südliche Richtung erreicht man die
Whitehall, einem Straßenabschnitt,
der vom Trafalgar Square zum Parlamentsgebäude führt. Die Whitehall
gilt als politisches Zentrum des Landes, da sich hier unter anderem einige
wichtige Ministerien befinden. An der Ecke Whitehall und
Downing
Street No. 10,
hat der Premierminister seinen Amtssitz. Als ich zum ersten
Mal in der Straße war, wäre ich fast an dem Gebäude vorbei
gelaufen, denn von Außen macht es einen eher unscheinbaren Eindruck. Nur
der hohe Eisenzaun und der Wachposten lassen darauf schließen, dass
es sich um einen Sicherheitsbereich handelt.
Dann gibt es in der Whitehall noch ein Ehrenmal, das ich zwar nicht sonderlich
schön finde, aber da ich nun mal fotografiert habe, will ich es euch
nicht vorenthalten. Der rechteckige Klotz in der Mitte der Whitehall ist
der Cenotaph,
ein Denkmal für britische Weltkriegsopfer, das 1920 enthüllt
wurde.
Auch die königliche Kavallerie, die Horse Guards, haben ihren Sitz in der
Whitehall.
Am Eingang vor dem Tor sind berittene Guards postiert, die täglich
um 11 Uhr (außer am Sonntag) ihre Wachablösung zelebrieren.
Durch den Torbogen gelangt man zur Horse Guards Parade,
einem offenen Platz, auf dem jeden Sonntag um 10 Uhr eine Reiterparade
abgehalten wird.
Direkt dahinter befindet sich der
St. James’s Park.
Er war einst königlicher Privatpark. Durch die Bäume
des Parks kann man auf die umliegenden Häuser blicken, was recht idyllisch
anmuten lässt. Bei schönem Wetter laden aufgestellte Liegestühle
zum Verweilen und Sonnenbaden ein. Durchquert man den Park der Länge
nach, erreicht man an dessen Ende den Buckingham Palace.
Der Buckingham Palace
kam 1761 durch George III. in königlichen Besitz,
doch erst seit 1837 ist er königliche Residenz. Ursprünglich als
Landhaus errichtet, musste der Bau zunächst aufwendige Umbau- und Erweiterungsarbeiten
über sich ergehen lassen, bis ihn Queen Victoria Jahrzehnte später
als Erste bezog. Heute verfügt der Palast über rund 600 Zimmer
mit mehr als 1.000 Fenstern. Wenn die Queen anwesend ist, wird die königliche
Standarte auf dem Dach gehisst.
Ein Teil des Palastes ist für die Öffentlichkeit zugänglich
und kann besichtigt werden. Die Besucherattraktion schlechthin ist und bleibt
aber die berühmte Wachablösung, die täglich zwischen 11 und
12 Uhr stattfindet (im Winter nur jeden zweiten Tag).
Das Victoria Memorial
vor dem Palast wurde zu Ehren Queen Victorias errichtet.
Die vergoldete Siegesgöttin auf dem 26 Meter hohen Denkmal blickt in
Richtung The Mall,
eine fahnengeschmückte Allee, die sonntags für den Verkehr geschlossen ist.
(Fortsetzung ist in Arbeit!)
Flugbuchung und Flughafentransfer:
London verfügt über vier Flughäfen (Heathrow, Gatwick, Stansted und Luton),
die von Deutschland aus angeflogen werden. Drei davon befinden sich recht weit außerhalb
der Stadt. Somit ist die Buchung eines günstigen Fluges erst die halbe Miete, denn der Transfer
vom Flughafen in die Londoner City kommt ja noch dazu.
Die Hauptflughäfen sind Heathrow Airport (der verkehrsreichste Flughafen Europas überhaupt)
und Gatwick Airport. Die so genannten Billigflieger landen vorzugsweise am
Stansted Airport und am
Luton Airport. Von den meisten Flughäfen fahren spezielle Airport-Expresszüge
ins Zentrum. Je nach Entfernung kann die Fahrt aber ganz schön
ins Geld gehen. Also empfiehlt es sich, gleich bei der Buchung darauf zu achten, welcher
Zielflughafen angeflogen wird!
Unterkunft im Hotel und Bed and Breakfast:
Hotelübernachtungen sind in London vergleichsweise teuer.
Wenn man günstig übernachten möchte, muss man gewisse Abstriche bei Komfort,
Ausstattung und Größe des Zimmers in Kauf nehmen.
Während unseres ersten Aufenthalts hatten wir uns für eine günstige Hotelunterkunft im
2-Sterne-Hotel „The Queen’s Park“ entschieden, das wir für circa £ 50,00
über HRS buchten.
Das Zimmer war winzig, die Ausstattung abgewohnt (teilweise löste sich die Tapete von der
Wand), die Betten waren durchgelegen, das Frühstück spartanisch.
Aber immerhin hatten wir eine eigene kleine
Tropfsteinhöhle – äh, ich meine Dusche/WC – auf dem Zimmer und das Hotels lag sehr zentral in Stadtteil Bayswater in Nähe des Hydeparks.
Nach dieser recht ernüchternden Erfahrung waren wir bei unserem zweiten Besuch allzu gerne bereit, tiefer in die Tasche zu greifen. Und so landeten wir im Express Holiday Inn Victoria, ein 4-Sterne-Haus, direkt
am Bahnhof Victoria Station. Das Hotel entsprach voll und ganz unseren Ansprüchen, war aber auch
doppelt so teuer wie die Bude in Bayswater.
Während meiner Sprachreise im dritten Jahr habe ich mich dann für eine
Bed and Breakfast Variante entschieden, die mir von der Sprachschule vermittelt wurde,
und es nicht bereut. Zimmer und Frühstück waren einwandfrei und der Preis durchaus
akzeptabel. Somit stand für unsere Reise Ende Mai 2004 fest, dass wir
Bed and Breakfast nehmen würden. Schließlich entdeckte ich im Internet eine
Bed and Breakfast Agentur,
die Logis in handverlesenen Häusern vermittelt.
Die Unterkunft, die wir darüber buchten, war einfach spitze.
Wir wohnten in einem schönen, viktorianischen
Haus etwas außerhalb des Stadtkerns in Wandsworth Common, hatten ein
Superzimmer, fantastisches Frühstück. Alles war perfekt und wir waren rundum zufrieden.
Ich kann nur jedem empfehlen, Bed and Breakfast einmal auszuprobieren.
Fahrkarten für den Nahverkehr:
Tages-, Wochenend- und Wochenkarten für den Transport
for London bekommt man am Schalter und am Automaten. Für eine Wochenkarte benötigt
man allerdings ein Passfoto, das in eine so genannte Photocard eingeklebt
wird.
Speziell für Touristen gibt es die Visitor
Travelcard, eine Fahrkarte kombiniert mit diversen Ermäßigungen
zu ausgewählten Attraktionen und Restaurants in London. Die Visitor Travelcard ist wahlweise für
2, 3, 4 oder 7 Tage gültig. Man kann sie ausschließlich über
spezielle Agenturen (wie beispielsweise London.de Ticket Shop,
Bed
and Breakfast Ticket Service oder visitBritaindirect)
im Voraus beziehen, vor Ort in London ist sie nicht erhältlich.
Eintrittskarten: Wenn man bereits im Vorfeld weiß, was man sich anschauen möchte, lohnt es sich in vielen Fällen, die Tickets vor der Reise zu bestellen. Das hat zum einen den Vorteil, dass man den endlosen Warteschlangen entkommt, die einen vor vielen Attraktionen erwarten (denn die Zeit, die man mit Warten verbringt, kann man sicherlich sinnvoller nutzen). Zum anderen sind die vorverkauften Tickets meist günstiger als die Karten an der Tageskasse. Viele Attraktionen bieten auf ihren Homepages die Möglichkeit zur Online-Ticketbestellung. Und es gibt auch diverse Internetagenturen, wie den Bed and Breakfast Ticket Service, über die man Prepaid Tickets beziehen kann.
Half Price Ticket Booth – Theaterschnäppchen für Kurzentschlossene: In der „Half Price Ticket Booth“ – einem Tickethäuschen am Leicester Square – gibt es ermäßigte Eintrittskarten für Theater und Musicals. Verkauft werden Restkarten für Matineen oder Abendveranstaltungen des jeweiligen Tages, die – je nach Vorstellung – bis zu 50 % reduziert sind. Vergewissert euch, dass ihr euch am richtigen Schalter anstellt, da die Karten für die Mittags- bzw. Abendveranstaltungen an zwei verschiedenen Schaltern verkauft werden.