Potsdam und Berlin – das waren die Ziele unseres dreitägigen Kurzurlaubs im Oktober 2004. Neben der obligatorischen Stadtbesichtigung standen ein Besuch des Filmparks Babelsberg auf unserem Ausflugsprogramm.
Wo: Großbeerenstraße, 14482 Potsdam ![]()
Wann: März bis November, 10 – 18 Uhr
Infos: www.filmpark-babelsberg.de
Preise: Erwachsene 19 €, Kinder 12,50 €
(Stand: März 2008)
[19. Okt. 2004] — Um 9 Uhr geht es los auf die Autobahn.
Unser erstes Ziel ist der Filmpark Babelsberg in Potsdam.
Es ist Mittag, als wir dort ankommen. Zu unserem Glück ist die Warteschlange vor dem
Kassenhäuschen nur kurz, und wir gelangen schnell in den Park.
Im Eintrittspreis von 17 € ist der Besuch von drei Shows inklusive.
Die erste Show „Fernsehen Live“ beginnt um 12 Uhr. Schade, die haben wir
gerade verpasst! Macht aber nichts. Es ist ja noch früh am Tag, und wir haben den
ganzen Park noch vor uns.
Der Lageplan,
den mir die Kassiererin in die Hand gedrückt hat, verschafft uns einen Überblick über das
Parkgelände. Der Park ist in sechs Themenbereiche aufgeteilt. Gleich
links vom Eingang geht's nach Camelot und dem Dorf der Wölfe.
Dieser Bereich ist mit seinem Schafott,
der Folterkammer,
dem Geisterhaus
und dem kleinen Friedhof auf Spuk und Gruseln ausgerichtet. Aber die inszenierten Schauereffekte,
die jedes Kind aus der Geisterbahn kennt, reißen kaum einen Besucher vom Hocker.
Nächste Parkattraktion ist die Tauchfahrt des Schreckens, die
Simulation einer U-Bootfahrt. Doch das
einzige, das mir einen Schrecken einjagt, ist die lange Schlange vor dem Eingang.
Wieso dauert das hier so lange? Obwohl nur eine Hand voll Leute
vor uns stehen, geht es nicht voran. Die Wartezeit zieht sich hin wie ein Kaugummi.
Nach gut und gern einer halbe Stunde
öffnet sich endlich die Kugel und die nächste Gruppe kann hinein. Die Simulation
an sich ist nicht gerade spektakulär, die Rekonstruktion
des U-Boot-Inneren jedoch gut gemacht und auf jeden Fall sehenswert.
Was? Schon so spät? Da um 14 Uhr die Stuntshow Bartertown beginnt,
machen wir uns direkt nach der Schreckensfahrt auf den Weg zum Vulkan.
Wieder Anstehen und schier endlose Warterei! Eine Wasserfontäne vor
dem Eingangsbereich kommt besonders gut bei den wartenden Parkbesuchern
an. Da er Wind günstig steht, bekommen wir eine Gratis-Erfrischung. Bei der
Außentemperatur von 14 Grad ruft das allerdings nur mäßig
erfreute Gesichter hervor.
Knapp 45 Minuten später haben wir recht
gute Plätze auf der Zuschauertribüne ergattert mit freier Sicht
auf die Bühne. Die Show ist dem Uralt-Streifen Mad Max 3 nachempfunden.
Mit dröhnenden Motoren,
dichten Rauchschwaden,
brennenden Requisiten
und inszenierten Kampfszenen versuchen die Stuntmen ihr Publikum zu beeindrucken. Ich bin von
der Show nicht sonderlich begeistert und finde die Pannen am unterhaltsamsten.
Erst springt ein Fluchtwagen nicht an, dann gelingt es einem Stuntman nicht,
sich vom Dach abzuseilen. Sein Seil hat sich verknotet, so dass er auf
halbem Weg nach unten hilflos in der Luft hängen bleibt. Die Krux einer Live-Show!
Gut, weiter im Programm. Uns bleiben nur 15 Minuten, bis die Filmtiershow
Merlins Rückkehr in Camelot beginnt. Also nichts wie hin.
Schnell sind alle Plätze auf der kleinen Zuschauertribüne belegt und der Zugang wird mit Gittern abgesperrt. Viele Besucher, die kurz nach uns kommen, finden keinen Platz mehr und
müssen vom Absperrgitter aus zuschauen.
Zur allgemeinen Belustigung werden vier
Laiendarsteller aus dem Publikum
herausgepickt und kostümiert. Sie werden mit entsprechenden Regieanweisungen in das
Geschehen eingebunden. Die Show ist recht amüsant. Was mir allerdings bis zum Ende
der Show nicht klar wird: Wo bleibt eigentlich Merlin? Wurde seine Rückkehr vereitelt?
Oder ist meine Aufnahmefähigkeit
aufgrund meiner sinkenden Körpertemperatur (nachdem ich nun über
eine Stunde auf den beiden Tribünen gehockt habe, bin ich regelrecht
durchgefroren), dermaßen eingeschränkt, dass ich Merlin nicht
bemerke?
Nach der Show ist es bereits später Nachmittag. Uns bleiben noch zwei
Stunden Zeit, bis der Park seine Pforten schließt. Wir hetzen durch den
Garten des kleinen Muck, den Nachbau einer Filmkulisse,
die bei den Dreharbeiten zum Spielfilm verwendet wurde.
Dann erreichen wir die
Halle der Traumwerker, in der wir mehr über Maske,
Kostüm und Kulissenbau erfahren wollen. „Filmhandwerk zum Anfassen“
heißt es im Prospekt. Gegen Entrichtung eines kleinen Obolus' kann man sich in der
Maske schminken lassen oder ein Kostüm anprobieren. Zumindest theoretisch,
denn da sich weder in der Maske noch im Kostümbereich ein Parkmitarbeiter
blicken lässt, bleibt es bei der theoretischen Möglichkeit. Anscheinend
sind gerade alle zur Pause! Also nichts mit „anfassen“.
Im Sandmann-Haus gleich gegenüber sind einige Sets
des beliebten „Ost-Sandmännchens“ aufgebaut. Durch zwei Fenster können wir einer
Puppenbauerin und einer Kamerafrau bei der Arbeit auf die Finger schauen.
Die Caligari-Halle, nicht weit davon, beherbergt einige Schätze der Filmgeschichte.
Wir treffen „alte Bekannte“ wieder, wie den Glücksdrachen Fuchur und die Steinbeißerfamilie
aus der unendlichen Geschichte. Oder Darth Vader und Yoda aus der Star
Wars Trilogie. In einem anderen Teil der Halle kann man Münchhausens
Kanonenkugelflug am Bluescreen nachspielen.
Anschließend gehen wir zur Haltestelle, von
der aus die Studio-Tour durch die Medienstadt startet.
Wartezeit laut Infotafel
diesmal nur 20 Minuten. Ein kleiner Junge hinter uns in der Schlange fängt
an zu Nörgeln. Auch ihm scheint das ewige Anstehen auf das Gemüt
zu schlagen. Seine Mutter versucht ihn zu besänftigen. „Weißt du,
wie viele neue Klamotten wir dir für das Eintrittsgeld hätten kaufen können?
Wenn wir schon mal da sind, sollten wir uns auch alles anschauen“,
höre ich sie sagen. Anscheinend beschleicht nicht nur mich der Eindruck,
dass ich das Eintrittsgeld besser anderweitig investiert
hätte.
Als der Bus endlich kommt, verschwindet der Fahrer erst mal für weitere zehn Minuten
„um die Ecke“. Ob ihn ein dringendes Bedürfnis plagt oder er sich genüsslich
einen Kaffee oder dergleichen einverleiben möchte, werden wir wohl nie erfahren.
Wieder zurück, kutschiert er uns durch die Medienstadt
Babelsberg. Die Medienstadt grenzt direkt an den Filmpark an und kann zu Fuß nicht besichtigt
werden. Die Tour führt uns vorbei
an den Hallen für den Filmschnitt, der Halle für Spezialeffekte
und an einigen Filmstudios. Das muss ich an dieser Stelle noch mal
ganz besonders betonen: die Tour führt uns an den Hallen
vorbei,
wir können also lediglich die Gebäude von außen sehen. Wow, ist
das nicht genial? Der Höhepunkt der Bustour ist der Stopp an einer Original-Kulisse,
in der unter anderem Teile des Films Sonnenallee gedrehte wurden. Wegen Copyright,
Filmrechte und dergleichen herrscht hier absolutes Fotografier- und Filmverbot.
Na klasse!
Nach der Studio-Tour hechten wir zum 4D-Actionkino
Metropolis und sind regelrecht verzückt, dass wir nicht anstehen müssen.
Eine freundliche Dame reicht jedem eine 3D-Brille und
wir nehmen Platz. Kaum dass wir sitzen, werden auch schon die Sicherungsbügel
heruntergefahren und ein Zeichentrickfilm gestartet. Das Filmerlebnis ist klasse, das absolute
Highlight des Filmparks. Nur schade, dass
meine 3D-Brille von den zahlreichen Besuchern, die sie bereits vor mir auf der
Nase hatten, dermaßen fettverschmiert ist, dass mir die Sicht getrübt ist.
Nach wenigen Spielminuten ist der Film auch schon vorbei. Es ist kurz vor sechs
und der Park wird in Kürze schließen.
Wir schauen noch schnell im Kinderland Panama vorbei, das sich gleich neben
dem Kino befindet, und steuern dann den Ausgang an.
Fazit: Mich konnte der Filmpark Babelsberg nicht
überzeugen. Der Park an sich ist relativ klein und hat nicht viel
Sehenswertes zu bieten. Schade! ![]()
Der erste Tag unseres Kurzurlaubs neigt sich seinem Ende zu, doch der Abend liegt noch vor uns. Ziemlich durchgefroren, etwas müde und hungrig steigen wir ins Auto und fahren weiter nach »Berlin.