Während eines Besuchs bei Verwandten in Sachsen kam mir spontan die Idee, einen Ausflug nach Dresden zu machen. Ich hatte schon oft gehört, wie schön die Dresdner Altstadt sein soll. Nun wollte ich mir ein eigenes Bild davon machen. So setzte ich mich kurzerhand ins Auto und fuhr knapp eine Autostunde meinem Ziel entgegen.
[15. Juni 2002] — Da ich einem spontanen Impuls gefolgt bin, habe ich weder einen Stadtplan dabei, noch bin ich
über die Sehenswürdigkeiten vor Ort informiert. Ehrlich gesagt habe ich keinen blassen Schimmer, wo ich
– erst mal in der Stadt angekommen – eigentlich lang fahren muss oder was mich dort erwarten wird.
Also fahre ich immer der Nase nach, irgendwann werden mir die Verkehrsschilder schon weiterhelfen.
Und tatsächlich, dank der guten Beschilderung finde ich das historische Zentrum der Stadt auf Anhieb.
Zunächst unternehme ich eine Stadtrundfahrt per Bus, um einen ersten Eindruck von der Stadt zu bekommen. Anschließend geht es zu Fuß durch die Altstadt, in der ich mir einige der historischen Sehenswürdigkeiten anschaue.
Mein Spaziergang führt mich zuerst zum Dresdner Zwinger, wo ich gemütlich durch den Zwingerinnenhof schlendere und mich in Ruhe umschaue. Der Zwinger zählt zu den bedeutendsten Bauten des Spätbarocks in Europa. Das Kronentor mit der vergoldeten Haube ist zu einem der Dresdner Wahrzeichen geworden.
Und natürlich muss ich mir unbedingt die
Semperoper
anschauen, die ich bisher nur aus der Bierwerbung kenne.
Leider komme ich nicht hinein, so dass ich sie nicht von Innen besichtigen kann.
Im Laufe der Jahre hat das Opernhaus schon einiges mitgemacht. So wurde der erste Semperbau im Jahr 1869 durch einen
Brand zerstört. Das zweite Haus, ein Gemeinschaftswerk von Gottfried Semper und seinem Sohn Manfred, ging in der
Bombennacht des 13. Februar 1945 unter.
Der Wiederaufbau des komplett zerstörten Opernhauses ging hauptsächlich
von der Initiative Dresdner Bürger aus. Und neues Unheil bahnt sich bereits an.
Die Jahrhundertflut im August 2002 wird große Schäden hinterlassen.
Das Elbwasser wird bis zu acht Metern hoch in die Semperoper eindringen und einen Schaden in Höhe von
25 Mio. € anrichten.
Dritte Anlaufstelle ist das
Residenzschloss.
Dieses Gebäude hat seit seiner Erbauung im 13. Jh. einige Stilwechsel
vollzogen. Aus der ursprünglich romanischen Burganlage entstand im 16. Jh. ein
prachtvolles Renaissance-Schloss. Nach einem Brand 1701 wurde das Schloss mit barocker Ausstattung wieder aufgebaut.
Anlässlich der bevorstehenden 800-Jahr-Feier des sächsischen Königshauses erfolgte zwischen 1889 und 1901
ein erneuter Schlossumbau im Stil der Neorenaissance.
Leider ist mir der Wettergott heute nicht hold. Es regnet ziemlich stark und es ist relativ frisch, so dass
die Stadtbesichtigung keinen großen Spaß macht. Nach gut zwei Stunden bin ich dermaßen
durchnässt und durchgefroren, dass ich mich zum Rückzug entschließe.
Zu guter Letzt schaue ich mir noch die Kathedrale Ss. Trinitatis
ein wenig genauer an. Diese spätbarocke
Kirche entstand zwischen 1738 bis 1754. Beeindruckend sind ihre 78
Steinfiguren, die Balustraden und Nischen verzieren.
So, nun aber schnell zurück ins warme Auto und Heizung an.
Fazit: Schade, dass ich so ein Schietwetter hatte! Obwohl ich aufgrund der Kürze der Zeit nur einen Bruchteil der Stadt gesehen habe, hat mich Dresdens Altstadt sehr beeindruckt. Leider lässt auch die Fotoausbeute stark zu wünschen übrig. Die Bilder sind durch die Bank weg alle viel zu dunkel geworden. Ergo muss ich unbedingt noch einmal wiederkommen – aber dann mit etwas mehr Zeit im Gepäck!