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05.02.2012 | 19:47 Uhr

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Zagreb – Sehenswürdigkeiten der Ober- und Unterstadt

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Im Juni 2003 war ich beruflich in der kroatischen Hauptstadt Zagreb. Mit meiner Kamera im Gepäck machte ich mich an einen Nachmittag bei traumhaftem Wetter auf zu einer kleinen Fototour durch die »Unterstadt. Als ich dann im März 2004 noch einmal in Zagreb war, besichtigte ich schließlich auch die »Oberstadt.

Zagreb im Kurzüberblick

Zagreb ist Hauptstadt und zugleich größte Stadt Kroatiens. Auf einer Fläche von 641 km² wohnen knapp 780.000 Menschen. Im Großraum Zagreb lebt etwa ein Viertel der Gesamtbevölkerung des Landes. Zagreb liegt im Norden Kroatiens, am Fluss Save, etwa 170 km vom adriatischen Meer entfernt.

Die Zagreber Unterstadt (Donji Grad)

[Do, 5. Juni 2003] — Der Ausgangspunkt meiner Fototour ist der Ban Jelačić Platz, Trg Bana Josipa Jelačića, Zagreb (Trg Bana Josipa Jelačića) der zentrale Platz der Stadt, inmitten des Zentrums. Er wurde nach dem kroatischen König Banus Jelačić benannt, der 1848 die bürgerliche Revolution in Ungarn niederschlug. Das Reiterstadtbild in der Mitte des Platzes wurde ihm zu Ehren aufgestellt. Trg Bana Josipa Jelačića, Zagreb

Der Ban Jelačić Platz ist zugleich ein zentraler Punkt des öffentlichen Nahverkehrs. Von hier aus fahren die Straßenbahnen der ZET (Zagrebački Električni Tramvaj) in so ziemlich alle Richtungen. Trg Bana Josipa Jelačića, Zagreb Trg Bana Josipa Jelačića, Zagreb Fahrkarten kauft man beim Fahrer (kosten 8 Kuna, was circa 1 € entspricht) oder etwas günstiger an einem der Zeitungskioske auf dem Platz.

Das Touristische Informationszentrum der Stadt Zagreb ist hier übrigens auch ansässig, nur ein paar Schritte vom Brunnen entfernt, Trg Bana Josipa Jelačića, Zagreb an der Ecke zur Jurišićeva Straße.

Vom Ban Jelačić Platz gehe ich in die Bakačeva Straße, Bakačeva, Zagreb Bakačeva, Zagreb dann weiter zum Kaptol. Hier baut sich die Kathedrale Maria Himmelfahrt (Zagrebačka Katedrala), auch Stephansdom (Katedrala Svetog Stjepana) genannt, Katedrala Svetog Stjepana, Zagreb mit ihren gut 105 Meter hohen Zwillingstürmen majestätisch vor mir auf. Ein Blick in mein schlaues Reisetaschenbuch verrät mir, dass die Türme im Jahr 1880 angebaut wurden und das Wahrzeichen der Stadt sind. Und dass sich in der Schatzkammer der Kathedrale eine Sammlung von Kirchenschätzen befindet, die seit Gründung des Zagreber Bistums im 11. Jh. immer weiter angewachsen ist.

Auf dem Platz vor der Kathedrale strahlen die goldenen Engelsfiguren und die Mariensäule des Madonnenbrunnen (Marijin stup s anđelima i fontanom) Marijin stup s anđelima i fontanom, Zagreb Marijin stup s anđelima i fontanom, Zagreb regelrecht in der Sonne.

Ein weiteres kleines Detail rundet das sich bietende Bild ab: links der Kirche ist ein Teil der Festungsmauer erhalten geblieben, Festungsmauer auf dem Kaptol, Zagreb Kaptol, Zagreb die einst der Verteidigung des Kaptols diente. Einfach nur schön!

Bistro-Tipp: Gegenüber der Kathedrale gibt es ein gemütliches italienisches Bistro, das Kapuciner, das super leckere Pizzen auf der Karte hat. In dem Sommergarten des Bistros kann man seine Bestellung auch draußen genießen.

Vom Kaptol gehe ich in südwestliche Richtung weiter und erreiche nach wenigen Schritten den Dolac. Dolac, Zagreb Es ist der zentrale Marktplatz der Stadt, eine Art Terrasse, oberhalb des Ban Jelačić Platz gelegen. Auf zwei Ebenen werden hier jeden Vormittag Waren feilgeboten. In der Markthalle unter der Terrasse stehen Fleisch- und Wurstwaren, Käse und Backwaren zum Verkauf. An den Marktständen auf der oberen Ebene, also unter freiem Himmel, werden Obst und Gemüse sowie Blumen angeboten.

Am Ende des Marktplatzes steige ich eine kleine Treppe hinauf, die in die Opativina Straße führt und schlendere am Standbild des Volksnarren Petrica Kerempuh Standbild des Volksnarren Petrica Kerempuh, Zagreb vorbei, der durch seine ironischen Späße bekannt wurde. Schließlich biege ich in eine malerische Gasse ab, die Skalinska Straße, die mir einen herrlichen Blick auf die Kathedrale bietet. Skalinska, Zagreb Ich gehe die Gasse hinunter und komme zur Tkalčićeva Straße, Tkaliceva, Zagreb die von Boutiquen, Cafés und Bars gesäumt ist. Hier ist immer einiges los, vor allem bei schönem Wetter, wenn man im Freien sitzen kann.

In der Tkalčićeva mache ich kehrt und spaziere über den Hauptplatz in Richtung Preradović Platz (Preradovićev Trg). Preradovićev Trg, Zagreb Er wird auch Blumenmarkt (Cvjetni Trg) genannt, da hier täglich Blumenhändler bis in die Abendstunden frische Schnittblumen anbieten. Der Preradović Platz und seine angrenzenden Querstraßen sind wie die Tkalčićeva Straße von unzähligen Cafés umgeben, die zum draußen Sitzen einladen. Preradovićev Trg, Zagreb

In den Nebenstraßen befinden sich einige alte Kinos, die meist die aktuellen US-Produktionen zeigen. Die Filme laufen übrigens im Originalton mit kroatischen Untertiteln. Somit ist ein Kinobesuch auch für „Aus“heimische ein netter Zeitvertreib und gleichzeitig eine gute Möglichkeit, sein Englisch ein bisschen aufzupolieren.

Die letzte Etappe meines Spaziergangs führt mich zum Zrinski Platz, wo sich die älteste Parkanlage der Zagreber Unterstadt, der Park Zrinskog (Zrinjevac), befindet. Dieser schöne Platz gefällt mir besonders gut. In seiner Mitte steht ein Musikpavillon von 1891 Zrinjevac, Zagreb – etwas abseits davon ein Springbrunnen, Zrinjevac, Zagreb der 1893 aufgestellt wurde. Der Platz wird umrahmt von zahlreichen Büsten wichtiger Persönlichkeiten Kroatiens. Zrinjevac, Zagreb Hier auf einer gemütlichen Bank ein wenige relaxen, das hat schon was!

Nach einer kurzen Verweildauer trete ich meinen Rückweg zum Hotel an, der mich am Platz der kroatischen Größe (Trg hrvatskih velikana) vorbei führt. Der Platz wird vom Börsenpalast dominiert, in dem die Kroatische Nationalbank ihren Sitz hat. Das Gebäude ist ein wahrer Prachtbau mit weißen Säulen an der Vorderfront und einem pompösen Springbrunnen davor. Trg hrvatskih velikana, Zagreb

Über die Jurišićeva Straße komme ich zurück zum Ban Jelačić Platz, dem Ausgangs- und dem Endpunkt meiner kleinen Rundtour.

Restaurant-Tipp: Freunde der italienischen Küche finden im Kellergewölbe des Kavana Restaurants Boban sicherlich etwas Leckeres auf der Karte. Das Restaurant liegt in der Gajeva 9, nicht weit vom Ban Jelačić-Platz entfernt.

Zagrebs Oberstadt (Gornji Grad)

[Mi, 17. März 2004] — Auch dieses Mal starte ich meine Besichtigungstour am Ban Jelačić Platz. Ich gehe die Ilica entlang, bis ich die Standseilbahn (ZET Uspinjača) ZET Uspinjača, Zagreb erreiche. Seit 1891 verbindet sie die Unterstadt mit der Oberstadt. Für ein paar Kuna kann man sich in die Kabine setzen und nach oben befördern lassen. Oder man nimmt die Treppen, die rechts und links von der Bahntrasse nach oben führen. Es sind nur wenige Stufen, locker zu Fuß zu schaffen.

Oben angelangt, komme ich nach wenigen Metern zum St. Katharinen Platz (Katarinski Trg) mit der barocken Jesuitenkirche der Heiligen Katharina (Crkva Sv. Katarine). Crkva Sv. Katarine, Zagreb Diese Kirche wurde von 1620 bis 1632 errichtet und gilt als schönster barocker Sakralbau Zagrebs. Ob man sie wohl von Innen besichtigen kann? Vielleicht ein anderes Mal, jetzt möchte lieber noch ein bisschen laufen.

Mein Spaziergang führt mich weiter zum Markusplatz (Trg Sv. Marka), dem Zentrum der Oberstadt. Schon von weitem stechen mir die bunten Dachziegel der Markuskirche (Crkva Svetog Marka) Crkva Svetog Marka, Zagreb ins Auge. Sie stellen zwei Wappen dar: links das Wappen Kroatiens, Dalmatiens und Slawoniens und rechts das Wappen der Stadt Zagreb. Die Markuskirche wurde übrigens im 18. Jh. errichtet; die Wappen entstanden im Zuge einer Restaurierung im 19. Jh.

Vor dem Parlaments-Palast an der Ostseite des Markusplatzes steht ein sehr ernst dreinblickender Wachposten. Hier sollte ich besser nicht fotografieren, sonst werde ich noch der Spionage bezichtigt und verhaftet. 

Nach einem kurzen Fußmarsch stehe ich vor dem Steinernen Tor (Kamenita Vrata). Im Inneren des Tores befindet sich eine kleine Kapelle zu Ehren der Jungfrau Maria. Für gläubige Zagreber ist dies ein Ort der Fürbitten und Danksagungen an die Mutter Gottes – Kerzen werden angezündet und an den Torwänden hängen steinerne Dankestafeln. Aus Ehrfurcht vor den Betenden verzichte ich darauf zu fotografieren.

Eine Treppe rechts hinter dem Steinernen Tor führt mich zur Alten Apotheke Radiveća, Zagreb in der Radićeva Straße. Radiveća, Zagreb An dieser Stelle wurde bereits 1355 die erste Apotheke Zagrebs eröffnet. Und auch heute noch wird das Gebäude als Apotheke genutzt. Die Radiveća Straße, Radiveća, Zagreb die geradewegs auf den Ban Jelačić Platz zuläuft, geleitet mich schließlich wieder zurück in die Unterstadt.

Insider-Tipp: Das Brauhaus Medvedgrad (Pivnica Medvedgrad) in der Savska 56 ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Neben selbstgebrautem Bier stehen einheimische Spezialitäten auf der Karte.

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