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12.03.2010 | 07:40 Uhr
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Im Juni 2003 war ich beruflich in der kroatischen Hauptstadt Zagreb. Mit meiner Kamera im Gepäck machte ich mich an einen Nachmittag bei traumhaftem Wetter auf zu einer kleinen Fototour durch die »Unterstadt. Als ich dann im März 2004 noch einmal in Zagreb war, besichtigte ich schließlich auch die »Oberstadt.
Zagreb ist Hauptstadt und zugleich größte Stadt Kroatiens. Auf einer Fläche von 641 km² wohnen knapp 780.000 Menschen. Im Großraum Zagreb lebt etwa ein Viertel der Gesamtbevölkerung des Landes. Zagreb liegt im Norden Kroatiens, am Fluss Save, etwa 170 km vom adriatischen Meer entfernt.
[Do, 5. Juni 2003] — Der Ausgangspunkt meiner Fototour ist der Ban Jelačić Platz,
(Trg Bana Josipa Jelačića)
der zentrale Platz der Stadt, inmitten des Zentrums. Er wurde nach dem kroatischen König
Banus Jelačić benannt, der 1848 die bürgerliche Revolution in Ungarn niederschlug.
Das Reiterstadtbild in der Mitte des Platzes wurde ihm zu Ehren aufgestellt.
Der Ban Jelačić Platz ist zugleich ein zentraler Punkt des öffentlichen Nahverkehrs.
Von hier aus fahren die Straßenbahnen der ZET (Zagrebački Električni Tramvaj) in so ziemlich alle Richtungen.
Fahrkarten kauft man beim Fahrer (kosten 8 Kuna, was circa 1 € entspricht) oder etwas günstiger
an einem der Zeitungskioske auf dem Platz.
Das Touristische Informationszentrum der Stadt Zagreb ist hier übrigens auch ansässig, nur ein paar Schritte vom Brunnen entfernt,
an der Ecke zur Juriićeva Straße.
Vom Ban Jelačić Platz gehe ich in die Bakačeva Straße,
dann weiter zum Kaptol. Hier baut sich die Kathedrale Maria Himmelfahrt (Zagrebačka Katedrala), auch Stephansdom (Katedrala Svetog Stjepana) genannt,
mit ihren gut 105 Meter hohen Zwillingstürmen majestätisch vor mir auf.
Ein Blick in mein schlaues Reisetaschenbuch verrät mir, dass die Türme im Jahr 1880 angebaut wurden und das Wahrzeichen der Stadt sind. Und dass sich in der Schatzkammer der Kathedrale eine Sammlung von Kirchenschätzen befindet, die seit Gründung des Zagreber Bistums im 11. Jh. immer weiter angewachsen ist.
Auf dem Platz vor der Kathedrale strahlen die goldenen Engelsfiguren und die Mariensäule des Madonnenbrunnen
(Marijin stup s anđelima i fontanom)
regelrecht in der Sonne.
Ein weiteres kleines Detail rundet das sich bietende Bild ab: links der Kirche ist ein Teil der Festungsmauer
erhalten geblieben,
die einst der Verteidigung des Kaptols diente. Einfach nur schön!
Bistro-Tipp: Gegenüber der Kathedrale gibt es ein gemütliches italienisches Bistro, das Kapuciner, das super leckere Pizzen auf der Karte hat. In dem Sommergarten des Bistros kann man seine Bestellung auch draußen genießen.
Vom Kaptol gehe ich in südwestliche Richtung weiter und erreiche nach wenigen Schritten den
Dolac.
Es ist der zentrale Marktplatz der Stadt, eine Art Terrasse, oberhalb des Ban Jelačić Platz
gelegen. Auf zwei Ebenen werden hier jeden Vormittag Waren feilgeboten. In der Markthalle
unter der Terrasse stehen Fleisch- und Wurstwaren, Käse und Backwaren zum Verkauf.
An den Marktständen auf der oberen Ebene, also unter freiem Himmel, werden Obst und Gemüse sowie
Blumen angeboten.
Am Ende des Marktplatzes steige ich eine kleine Treppe hinauf, die in die Opativina Straße
führt und schlendere am Standbild des Volksnarren Petrica Kerempuh
vorbei, der durch seine ironischen Späße bekannt wurde. Schließlich biege ich in
eine malerische Gasse ab, die Skalinska Straße, die mir einen herrlichen Blick auf die Kathedrale bietet.
Ich gehe die Gasse hinunter und komme zur Tkalčićeva Straße,
die von Boutiquen, Cafés und Bars gesäumt ist. Hier ist immer einiges los, vor allem
bei schönem Wetter, wenn man im Freien sitzen kann.
In der Tkalčićeva mache ich kehrt und spaziere über den Hauptplatz in Richtung
Preradović Platz (Preradovićev Trg).
Er wird auch Blumenmarkt (Cvjetni Trg) genannt, da hier täglich Blumenhändler bis in
die Abendstunden frische Schnittblumen anbieten. Der Preradović Platz und seine angrenzenden
Querstraßen sind wie die Tkalčićeva Straße von unzähligen Cafés umgeben,
die zum draußen Sitzen einladen.
In den Nebenstraßen befinden sich einige alte Kinos, die meist die aktuellen US-Produktionen zeigen. Die Filme laufen übrigens im Originalton mit kroatischen Untertiteln. Somit ist ein Kinobesuch auch für „Aus“heimische ein netter Zeitvertreib und gleichzeitig eine gute Möglichkeit, sein Englisch ein bisschen aufzupolieren.
Die letzte Etappe meines Spaziergangs führt mich zum Zrinski Platz,
wo sich die älteste Parkanlage der Zagreber Unterstadt, der Park Zrinskog (Zrinjevac), befindet. Dieser
schöne Platz gefällt mir besonders gut. In seiner Mitte steht ein Musikpavillon von 1891
– etwas abseits davon ein Springbrunnen,
der 1893 aufgestellt wurde. Der Platz wird umrahmt von zahlreichen Büsten
wichtiger Persönlichkeiten Kroatiens.
Hier auf einer gemütlichen Bank ein wenige relaxen, das hat schon was!
Nach einer kurzen Verweildauer trete ich meinen Rückweg zum Hotel an,
der mich am Platz der kroatischen Größe (Trg hrvatskih velikana) vorbei führt.
Der Platz wird vom Börsenpalast dominiert, in dem die Kroatische Nationalbank
ihren Sitz hat. Das Gebäude ist ein wahrer Prachtbau mit weißen
Säulen an der Vorderfront und einem pompösen Springbrunnen davor.
Über die Juriićeva Straße komme ich zurück zum Ban Jelačić Platz,
dem Ausgangs- und dem Endpunkt meiner kleinen Rundtour.
Restaurant-Tipp: Freunde der italienischen Küche finden im Kellergewölbe des Kavana Restaurants Boban sicherlich etwas Leckeres auf der Karte. Zu finden in der Gajeva 9, nicht weit vom Ban Jelačić-Platz.
[Mi, 17. März 2004] — Auch dieses Mal starte ich meine Besichtigungstour am Ban Jelačić Platz.
Ich gehe die Ilica entlang, bis ich die Standseilbahn (ZET Uspinjača)
erreiche. Seit 1891 verbindet sie die Unterstadt mit der Oberstadt. Für
ein paar Kuna kann man sich in die Kabine setzen und nach oben befördern lassen.
Oder man nimmt die Treppen, die rechts und links von der Bahntrasse nach oben führen.
Es sind nur wenige Stufen, locker zu Fuß zu schaffen.
Oben angelangt, komme ich nach wenigen Metern zum St. Katharinen Platz (Katarinski Trg) mit
der barocken Jesuitenkirche der Heiligen Katharina (Crkva Sv. Katarine).
Diese Kirche wurde von 1620 bis 1632 errichtet und gilt als schönster
barocker Sakralbau Zagrebs. Ob man sie wohl von Innen besichtigen kann? Vielleicht ein anderes
Mal, jetzt möchte lieber noch ein bisschen laufen.
Mein Spaziergang führt mich weiter zum Markusplatz (Trg Sv. Marka), dem Zentrum der
Oberstadt. Schon von weitem stechen mir die bunten Dachziegel der Markuskirche (Crkva Svetog Marka)
ins Auge. Sie stellen zwei Wappen dar: links das Wappen Kroatiens,
Dalmatiens und Slawoniens und rechts das Wappen der Stadt Zagreb.
Die Markuskirche wurde übrigens im 18. Jh. errichtet; die Wappen entstanden im Zuge
einer Restaurierung im 19. Jh.
Vor dem Parlaments-Palast an der Ostseite des Markusplatzes steht ein sehr ernst
dreinblickender Wachposten. Hier sollte ich besser nicht fotografieren, sonst werde ich
noch der Spionage bezichtigt und verhaftet.
Nach einem kurzen Fußmarsch stehe ich vor dem Steinernen Tor (Kamenita Vrata). Im Inneren des
Tores befindet sich eine kleine Kapelle zu Ehren der Jungfrau Maria. Für gläubige
Zagreber ist dies ein Ort der Fürbitten und Danksagungen an die Mutter
Gottes – Kerzen werden angezündet und an den Torwänden hängen
steinerne Dankestafeln. Aus Ehrfurcht vor den Betenden verzichte ich darauf zu fotografieren.
Eine Treppe rechts hinter dem Steinernen Tor führt mich zur Alten Apotheke
in der Radićeva Straße.
An dieser Stelle wurde bereits 1355 die erste Apotheke Zagrebs eröffnet. Und auch heute noch wird
das Gebäude als Apotheke genutzt. Die Radiveća Straße,
die geradewegs auf den Ban Jelačić Platz zuläuft, geleitet
mich schließlich wieder zurück in die Unterstadt.
Insider-Tipp: Das Brauhaus Medvedgrad (Pivnica Medvedgrad) in der Savska 56 ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Neben selbstgebrautem Bier stehen einheimische Spezialitäten auf der Karte.