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05.02.2012 | 20:19 Uhr

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Rothenburg ob der Tauber – Rundgang durch die Altstadt

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Am Maifeiertag kam uns die Idee, einen Tagesausflug nach Rothenburg ob der Tauber zu machen. So setzen wir uns ins Auto und fuhren in die 150 km entfernte Stadt, die wir zu Fuß erkundeten.

Rothenburg ob der Tauber im Kurzüberblick

Rothenburg ob der Tauber — Die mittelfränkische Kleinstadt (11.200 Einwohner) entstand gegen Ende des 12. Jh. im Schutz einer Hohen­staufen­burg. Von ihrer Stadt­befestigung aus dem 14. Jh. sind 43 Tor- und Mauer­türme vollständig erhalten. Der Wehrgang der Stadtmauer ist abschnittsweise sogar begehbar.

Rothenburg ist das Inbild einer mittel­alterlichen deutschen Stadt. Daher wundert es nicht, dass die Altstadt mit ihren malerischen Gassen, Wenggasse, Rothenburg ob der Tauber Eckerle, Rothenburg ob der Tauber Fachwerk­häusern, Kirchplatz, Rothenburg ob der Tauber Krämer­läden, Kirchen und Türmen eine welt­bekannte Touristen­attraktion darstellt. Jedes Jahr kommen rund 2,5 Mio. Tages­besucher nach Rothenburg, davon sind 50 % ausländische Touristen (vor allem Japaner und Amerikaner).

Stadtrundgang durch die mittelalterliche Altstadt

[Fr, 1. Mai 2009] — Gegen 15 Uhr erreichen wir Rothenburg ob der Tauber. Wir parken unseren Wagen am Pulver­turm und laufen über den Schrannen­platz. Hier kann man in eine der Kutschen steigen und sich durch die Altstadt kutschieren lassen. Doch wir möchten sie lieber zu Fuß erkunden. Wir spazieren die Schrannen­gasse entlang. An der Ecke Georgen­gasse hat man einen schönen Blick auf den Weißen Turm, Weißer Turm, Rothenburg ob der Tauber ein Stadttor aus dem 12. Jh. Wir folgen dem Markt bis wir zur Tourist-Information gelangen, die in der ehemaligen Rats­trinkstube untergebracht ist. Hier decken wir uns mit einem kostenlosen Stadtplan ein und ziehen weiter in Richtung Marktplatz. Weißer Turm, Rothenburg ob der Tauber Web Cam: Marktplatz

Am gotischen Rathaus, das in der Zeit zwischen 1250 und 1400 erbaut wurde, biegen wir rechts in die Herrngasse Herrngasse, Rothenburg ob der Tauber Herrngasse, Rothenburg ob der Tauber Herrngasse, Rothenburg ob der Tauber ab. Vor der Marien-Apotheke befindet sich der Georgsbrunnen Georgsbrunnen, Rothenburg ob der Tauber (auch Herterichs­brunnen genannt). Aufgrund Rothenburgs geografischer Lage auf dem Hügel (425 m ü. NN) war die Wasser­versorgung früher ein existenzielles Problem. Deswegen wurden in der Stadt mehr als 40 Brunnen angelegt. Sie dienten nicht nur der Trink­wasser­versorgung sondern auch als Lösch­wasser­reservoir. Der Georgsbrunnen ist mit 8 m Tiefe und einem Fassungs­vermögen von 100.000 Litern der größte Brunnen der Stadt. Seine prachtvolle Verzierung Georgsbrunnen, Rothenburg ob der Tauber stammt aus der Spät­renaissance (1608).

In der Hofbronnengasse Hofbronnengasse, Rothenburg ob der Tauber kosten wir eine Rothenburger Spezialität, einen Schneeballen. (Schon klasse, dass die Läden selbst am Feiertag geöffnet haben.) 2,80 € kostet eine schoko­laden­überzogene Kugel, die mit Eierlikör gefüllt ist. Auf dem Gifhorner Altstadtfest 2007 hatte ich schon einmal einen Schnee­ballen probiert, aber eine nicht so glückliche Wahl getroffen. Doch dieser schmeckt lecker.

Den Ballen mampfend schlendern wir weiter zum Weihnachtsdorf. In dem Fach­geschäft bekommt man alles, was traditionell zur deutschen Weihnachtszeit gehört. Das Sortiment reicht von Stroh-, Holz- und Glas­baum­schmuck über Räucher­männchen, Weihnachts­pyramiden, Krippen­figuren, Nussknacker bis hin zu Tischdecken und Papier­servietten. Ein mannshoher Nussknacker begrüßt uns am Eingang. Nachdem wir den letzten Bissen des Schneeballens verspeist haben, treten wir durch die Glastür in den Verkaufsraum. Er ist dezent beleuchtet und weihnachtlich in Szene gesetzt. Die Warenregale befinden sich in kleinen, wattebedeckten Fachwerkhäusern, die im Halbkreis um einen 5-Meter-hohen weißen Plastik-Weihnachts­baum angeordnet sind. Die Luft ist geschwängert von Lebkuchen- und Räucher­kerzen­duft, im Hintergrund dudelt leise Volksmusik.

Eine Treppe führt ins Ober­geschoss, in dem das Deutsche Weihnachts­museum (Eintritt 4 €) untergebracht ist. Das Museum schenken wir uns! Es ist schon befremdlich genug, im Mai – wenn ich an den Weihnachtsrummel noch nicht einmal denken mag – durch ein Weihnachts­geschäft zu bummeln. Noch viel mehr, dass der Laden ganzjährig geöffnet hat. Allerdings scheint das Geschäft ein echter Renner zu sein, vor allem bei ausländischen Touristen. So konnte ich lesen, dass ein Besuch des Rothenburger Weihnachts­dorfs bei amerikanischen und japanischen Deutschland-Besuchern zum Pflicht­programm gehört. Das erklärt, warum die Artikel im Laden nicht nur in deutsch und englisch sondern auch in japanisch beschriftet sind. Touristen aus aller Welt sind zwar willkommen, aber bitte nur zum Einkaufen nicht zum Sightseeing. Daher ist das Foto­grafieren und Filmen in den Verkaufs­räumen untersagt. Und dass sich jeder daran hält, dafür sorgen die unzähligen Verkäuferinnen in Trachten­kleidern, die allgegenwärtig zu sein scheinen.

Wieder an der Luft trotten wir weiter zur Franziskaner­kirche. Die ehemalige Kloster­kirche ist die älteste Kirche der Stadt. Sie wurde 1285 im früh­gotischen Stil erbaut. Ihr besonderes Kleinod ist der Franziskus­altar Franziskanerkirche, Rothenburg ob der Tauber von Tilman Riemen­schneider, den man im Gotteshaus besichtigen kann.

Durch das Burgtor Burgtor, Rothenburg ob der Tauber Burgtor, Rothenburg ob der Tauber gelangen wir in den Burggarten. Eigentlich ist der Name irreführend, denn eine Burg des 12. Jh. hatte keinen Garten. Da, wo sich heute der Garten befindet, errichteten die Hohenstaufer 1142 ihre Reichsburg. König Konrad III. regierte von hier aus das Reich. Er war jedoch der einzige Herrscher, der die Rothenburger Burg nutzte. Da seine beiden Söhne in jungen Jahren starben, verlor die Burg schnell wieder an Bedeutung. Doch die Keimzelle für die Entwicklung der Stadt war gelegt. Von der Burg aus breitete sich schnell die Siedlung auf dem Hügel aus, bis sie im Jahr 1400 mit mehr als 6.000 Einwohnern zu den zehn größten Städten des Heiligen Römischen Reiches zählte. Ein Erdbeben zerstörte 1356 die Burganlage. Die Steine der Ruinen – damals kostbares Baugut – wurden zum Bau der Stadtmauer verwendet. Von der Südseite des Burggartens hat man einen grandiosen Panorama-Blick auf das Tal und die Südstadt, dem so genannten Kappen­zipfel. Kappenzipfel, Rothenburg ob der Tauber

Die Burggasse führt uns zum Mittel­alterlichen Kriminal­museum Kriminalmuseum, Rothenburg ob der Tauber (Eintritt 3,80 €). Das bedeutendste Rechts­kundemuseum Deutschlands gibt auf sechs Etagen einen Einblick in das Rechts­geschehen, die Gesetze und Strafen der vergangenen 1.000 Jahre. Es dokumentiert, wie unterschiedlich Gesetze, Verordnungen und Vorschriften ausfielen und welche Auswirkungen sie auf das Leben der Menschen im deutsch­sprachigen Raum zwischen dem Hoch­mittel­alter und dem 19. Jh. hatten. Hinter der Kasse steigen wir einige Stufen ins Untergeschoss hinunter. Zunächst wird der Ablauf des mittel­alterlichen Straf­prozesses auf mehreren Wandtafeln erläutert. Schaukästen zeigen Instrumente der Folter Kriminalmuseum, Rothenburg ob der Tauber Kriminalmuseum, Rothenburg ob der Tauber und Geräte zum Vollzug der Leibes- und Lebens­strafen. In den oberen Stockwerken sehen wir Geräte zum Vollzug der Ehrenstrafen, wie Halsgeigen für zänkische Frauen, Schandmasken oder Pranger. Abgerundet wird die Ausstellung durch mittel­alterliche Urkunden und entsprechende Siegel, die zur Rechts­wirksamkeit der Urkunden notwendig waren. Im Museum herrscht nicht viel Betrieb und so haben wir nach gut eineinhalb Stunden alles gesehen. Über den Innenhof gelangen wir wieder ins Freie.

An der Johanniskirche biegen wir in die Schmiedgasse ein und erreichen so das Plönlein Plönlein, Rothenburg ob der Tauber (von lat. „kleiner Platz“). Durch zwei Zufahrtswege, rechts aus dem Taubertal und links aus der Vorstadt von Süden, bildet sich ein kleiner, dreieckiger Platz – daher der Name Plönlein. Der Turm links ist der Siebersturm. Er stammt aus der Zeit um 1385 und ist ein Stadttor des zweiten Maurerrings. Das kleinere Tor rechts zum Tal hin ist das Kobolzeller Tor, erbaut um 1360. Es ist Teil der Wehranlage der Stadt mit Zwinger und ehemals vier Toren.

Durch den Siebersturm erreichen wir den südlichen Zipfel, den Kappenzipfel. Nun befinden wir uns in der Spitalgasse, Spitalgasse, Rothenburg ob der Tauber Spitalgasse, Rothenburg ob der Tauber die ihren Namen vom ehemaligen Spital erhielt, das in der Gasse liegt. Am Ende der Spitalgasse steht die Spitalbastei. Spitalbastei, Rothenburg ob der Tauber Spitalbastei, Rothenburg ob der Tauber Sie bildet den südlichen Abschluss der Stadtmauer und ist das mächtigste Festungswerk der Stadt. Die Bastion – im 17. Jh. errichtet – hat zwei Zwinger Zwinger, Rothenburg ob der Tauber und sieben Tore. Der Geschützboden Spitalbastei, Rothenburg ob der Tauber Spitalbastei, Rothenburg ob der Tauber Spitalbastei, Rothenburg ob der Tauber Spitalbastei, Rothenburg ob der Tauber ist begehbar. Besonders beeindruckend ist der noch erhaltene Wallgraben. Spitalbastei, Rothenburg ob der Tauber Spitalbastei, Rothenburg ob der Tauber Er verdeutlicht, dass nicht nur die Mauern Schutz boten. Oftmals scheiterten Angreifer bereits beim Versuch, die Gräben zu überqueren.

Über eine schmale Treppe Wehrgang, Rothenburg ob der Tauber steigen wir zum Wehrgang Wehrgang, Rothenburg ob der Tauber hoch. Dieser Teil des Wehrgangs – sowie die gesamte östliche Altstadt – wurden bei einem verheerenden Luftangriff am 31.03.1945 zerstört. Der Wiederaufbau dauerte knapp 20 Jahre. Die Rekonstruktion des Wehrgangs wurde durch Spendengelder finanziert. Die Namen der Spender wurden in Mauersteine gemeißelt, die uns beim Bummel über den Wehrgang immer wieder ins Auge fallen. Ins Auge sticht auch die Gerlachschmiede Gerlachschmiede, Rothenburg ob der Tauber im Röderschütt, ein schmuckes Fachwerk­haus mit einem hölzernen Zunft­zeichen an der Giebelseite.

Nachdem wir etliche Meter auf dem schmalen und recht niedrigen Wehrgang (stellenweise ist er keine 1,80 m hoch) gelaufen sind, kehren wir auf die Straße zurück. An der inneren Stadtmauer Stadtmauer, Rothenburg ob der Tauber entlang kehren wir schließlich zu unserem Wagen zurück.

Fazit: Unser Rundgang durch die fantastische Altstadt, nebst Besuch des Weihnachtsdorfs und des Kriminalmuseums hat vier Stunden gedauert. In dieser Zeit haben wir etwa 3 km zurück­gelegt. Rothenburgs Altstadt ist wirklich einzigartig und auf jeden Fall einen Besuch wert.

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