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05.02.2012 | 19:43 Uhr

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Paris – Sehenswürdigkeiten an der Seine

Paris ist eine jener Städte, die jeder schon ein bisschen zu kennen glaubt, noch bevor er zum ersten Mal dort war. Eiffel­turm, Champs-Elysées, Notre-Dame, Sacré-Cœur, Louvre, Moulin Rouge … all das sind Namen, die man sofort mit der „Stadt der Liebe“ verbindet und die eine gewisse Vertrautheit vermitteln. Im Februar 2008 galt es, diese unbekannte Bekannte fotografisch zu entdecken.

Paris im Kurzüberblick

Paris – die Seine-Metropole ist nicht nur Frankreichs Hauptstadt, sondern auch Sitz des Staats­präsidenten, der Regierung und der beiden Kammern des französischen Parlaments (Senat und National­versammlung). Das Stadtgebiet – die Ville de Paris – unterteilt sich in 20 Stadt­bezirke, die Arrondissements, Pariser Arrondissements, Karte die Paris von innen nach außen spiral­förmig durchziehen. Es ist mit 105 km² etwa ein Achtel so groß wie »Berlin. Hier leben 2,1 Mio. Menschen. Damit ist Paris die am dichtesten besiedelte Haupt­stadt Europas.

Paris’ Vororte – Banlieu genannt – verlaufen in zwei konzen­trischen Ringen um die Stadt. Die drei Départements Hauts-de-Seine, Seine-Saint-Denis und Val-de-Marne gehören zum inneren Ring. Den äußeren Ring bilden die Départements Seine-et-Marne, Essone, Yvelines und Val-d’Oise. Alle acht Départements formen die Region Île-de-France, Ile-de-Frace, Karte den mit 12.012 km² Fläche und 11,5 Mio. Einwohnern größten Ballungs­raum Europas.

Anreise nach Paris

[Fr, 15. Febr. 2008] — Um 13:55 Uhr startet die Maschine der Lufthansa (Hin- und Rückflug 98 € pro Person) in »Stuttgart. Eine Stunde und zwanzig Minuten später landen wir auf dem Flughafen Charles de Gaulle. Von hier aus geht’s mit dem Regional-Express (Réseau Express Régional) RER B (Ticket 8,20 €) und dem Bus 26 zum Maison Blanche, einer Bed & Breakfast-Unterkunft, die wir übers Internet gebucht haben. Sie liegt am nördlichen Rand des 9. Arrondissements, nur einen Katzen­sprung vom Moulin Rouge und vom Montmartre entfernt.

Gegen 17:30 Uhr erreichen wir unser Quartier. Unsere Gastdame Hélène empfängt uns freudig an der Haustür. Ihre groß­räumige Wohnung befindet sich im Ober­geschoss eines Gebäudes im Hausmann-Stil aus dem Jahr 1860. Die Gäste-Suite (120 € ÜF), in die sie uns führt, verfügt über Wohnzimmer, Schlaf­zimmer, ein winziges Bad mit Dusche, separates WC und einer eigenen Dach­terrasse. Wunderbar, hier lässt es sich sehr gut aushalten!

Basilika Sacré-Cœur auf dem Montmartre

Nachdem wir unser neues Reich bezogen haben, machen wir einen kleinen Abend-Spaziergang. Von der Rue Blanche laufen wir zum Boulevard de Clichy. Vorbei am Varieté Moulin Rouge, Moulin Rouge, Paris das im Jahr 1889 eröffnet wurde, steigen wir die Anhöhe zur Basilika Sacré-Cœur (Basilique du Sacré-Cœur de Montmartre) hinauf. Die strahlend weiße „Zuckerbäcker-Kirche“ befindet sich auf dem höchsten Punkt des Butte Montmartre. In der Dunkelheit wirkt sie mit ihren neobyzan­tinischen Kuppeln und Türmchen fast wie eine Moschee. Sacre Coeur, Paris Mit dem Bau der Basilika begann Paul Abadie im Jahr 1876 – bis zu ihrer Fertig­stellung vergingen fast 40 Jahre.

Die Nacht ist sternenklar. Die Temperaturen dürften knapp über dem Gefrierpunkt liegen. Trotz Handschuhe, Schal und Mütze ist mir hundekalt. Für heute habe ich genug und so treten wir unseren Rückweg an.

[Sa, 16. Febr. 2008] — Nach dem Frühstück stiefeln wir erneut zur Basilika, Sacre Coeur, Paris um ihre ganze Pracht noch einmal bei Tageslicht zu besehen. Eine Standseilbahn, die Funiculaire de Montmartre, führt vom Place Saint-Pierre hoch zur Kirche. Doch wir erklimmen die 237 Stufen lieber zu Fuß. Etwas suspekt sind uns die afrikanischen Straßen­händler, die darauf lauern, Passanten bunte Freund­schafts­bänder ans Handgelenk zu binden. Ohne Zweifel ist dies kein Freund­schafts­dienst – und zum Freund­schafts­preis bieten sie ihre Bänder garantiert auch nicht an. Das Beste ist, einen großen Bogen um die Meute zu machen!

Als wir ein paar Bilder im Kasten haben, spazieren wir zur Métro-Station Anvers. Am Fahr­karten­schalter besorgen wir uns „Paris Visite“ Tickets (je 14,40 € für 2 Tage, 3 Zonen) und steigen in die nächste Bahn mit Ziel Place Charles de Gaulle – Étoile.

Paris Visite Ticket „Paris Visite“ Ticket: Das optimale Ticket für den Kurzbesuch in Paris ist die „Paris Visite“ Karte. Damit hat man an 1, 2, 3 oder 5 aufeinander folgenden Tagen freie Fahrt in Métro, RER und Bussen des Pariser Nahverkehrs. Das Ticket gibt’s wahlweise für die Zonen 1 bis 3 oder 1 bis 6. Es ist erhältlich in den Métro-Stationen, SNCF-Bahnhöfen, an Flughäfen und beim Office du Tourisme. Zum Ticket gehört ein Gutschein­heft, mit dem man bei ausgesuchten Attraktionen Vergünstigungen erhält.

Triumphbogen auf dem Place Charles de Gaulle

Als nächstes besichtigen wir Place Charles de Gaulle. Auf den kreis­runden, ca. 230 m durch­messenden Platz laufen sternförmig zwölf große Pariser Straßen zu, wie die Avenue des Champs-Élysées, die Avenue de Friedland, die Avenue Hoche oder die Avenue de Wagram – um nur einige zu nennen. Daher wurde der Platz früher „Place de l’Étoile“ (Sternplatz) genannt bis man ihn 1970 zu Ehren des ehemaligen Staats­präsidenten umbenannte.

Auf einer Insel im Zentrum des verkehrs­umtosten Kreis­verkehrs ragt der 50 m hohe Triumphbogen (Arc de Triomphe) Triumphbogen, Paris empor. Wir erreichen ihn über eine unterirdische Passage. Das kolossale Monument wurde 1806 von Napoléon in Auftrag gegeben, um den Soldaten der französischen Armee ein Denkmal zu setzen. Die Außen­flanken des Bogens schmücken vier Reliefs. Triumphbogen, Paris Die Innen­seite trägt Namen von unzähligen Generälen und Schlachten. Unter dem Bogen brennt das ewige Feuer am Grabmal des Unbekannten Soldaten – als Mahnmal des Ersten Weltkriegs. Wenn wir mehr Zeit und Muße hätten, würden wir das Museum im Inneren des Monuments besichtigen, das die Bau­geschichte des Triumph­bogens und die Ära Napoléons dokumentiert. Doch uns steht der Sinn mehr nach einem Päuschen. Daher kehren wir in der Avenue de la Grande Armée in ein Café ein, wo wir uns bei einer Tasse Kaffee ein wenig aufwärmen.

Place de la Concorde

Wir nehmen wieder die Métro. Sie bringt uns zum Place de la Concorde (Platz der Eintracht), einem der prächtigsten Plätze von Paris. Besonders faszinierend finde ich den 22 m hohen, aus rosa­farbenem Granit gehauenen Obelisken (Obélisque de Louxor), Obelisk von Luxor, Paris der die Platz­mitte einnimmt. Er ist auf das 13. Jh. v. Chr. datiert und stammt aus dem Ramses­tempel in Luxor. 1833 kam er als Geschenk des ägyptischen Vize­königs Mehmed Ali an Frankreich nach Paris. Zwei prunkvolle Brunnen, die 1840 eingeweiht wurden, nehmen den Obelisken in ihre Mitte: die Fluss­fontäne (Fontaine des Fleuves) Triumphbogen, Paris Triumphbogen, Paris Triumphbogen, Paris Triumphbogen, Paris im Norden und die Meeres­fontäne (Fontaine des Mers) im Süden. Die Brunnen symbolisieren die französische Schiff­fahrt auf dem Meer und auf dem Fluss.

Die Nordseite des Platzes zieren zwei Pracht­bauten, die 1755 bis 1775 erbaut wurden. In dem Gebäude rechts ist heute das Marine­ministerium, im Gebäude links das Luxushotel Crillon unter­gebracht. Beide Gebäude werden durch die Rue Royale voneinander getrennt. Und dann sind da noch die Stadt­allegorien – acht Frauen­statuen, die im Uhr­zeiger­sinn rund um den Platz angeordnet sind. Sie versinn­bildlichen die acht größten Städte Frankreichs: Marseille, Bordeaux, Nantes, Brest, Rouen, Lille, Strasbourg Triumphbogen, Paris und Lyon.

Ende des 18. Jh. floss an diesem Ort das Blut in Strömen. Hier wurden innerhalb von nur zweieinhalb Jahren 1.119 Menschen öffentlich hingerichtet. Es begann 1793, als auf dem Place de la Révolution, wie der Place de la Concorde damals genannt wurde, die Guillotine aufgestellt wurde. Sie machte die Feinde der Revolution, zu denen Ludwig XVI. und seine Gemahlin Marie-Antoinette zählten, einen Kopf kürzer.

Jardin des Tuileries und Palais du Louvre

Vom Place de la Concorde schlendern wir durch den Tuileriengarten (Jardin des Tuileries) Tuileriengarten, Paris Tuileriengarten, Paris bis wir zum Arc de Triomphe du Carrousel Arc de Triomphe du Carrousel, Paris gelangen. Das Monument ist eine Nachbildung des Triumph­bogens des Septimius Servus in Rom. Es wurde 1806 bis 1808 zum Gedenken an die Siege Napoléons von Percier und Fontaine errichtet. Die Quadriga kam 1828 dazu. Früher war der Triumph­bogen Prunktor zum Hof des Tuilerien­palastes (Palais des Tuileries), der 1871 beim Aufstand der Pariser Kommune in Flammen aufging.

Direkt hinter dem Triumph­bogen liegt das Palais du Louvre. Louvre, Paris Louvre, Paris Wir erreichen es mit wenigen Schritten. Seit 1793 fungiert das Schloss als Museum. Im Marsan-Flügel (Aile de Marsan) sind Sammlungen der Institution Les Arts Décoratifs untergebracht. Das weltberühmte Louvre Museum (Musée du Louvre) nimmt gleich mehrere Flügel des Baus für sich in Anspruch. Es erstreckt sich auf einer immensen Fläche von über 60.000 m². Mit 8 Mio. Besuchern pro Jahr ist es das meist­besuchte Museum der Welt. Eine knapp 22 m hohe Glaspyramide (Pyramide du Louvre), Louvre, Paris die aus 675 Fenster­scheiben zusammen­gesetzt ist, bildet den Haupt­eingang des Museums. Durch die Pyramide gelangt man ins Unter­geschoss, von wo aus Korridore und Roll­treppen zu den Kunst­abteilungen führen.

Musée du Louvre für Sparfüchse: Jeden ersten Sonntag im Monat sowie am 14. Juli ist der Eintritt zum Musée du Louvre frei. Ermäßigten Eintritt gibt es jeden Mittwoch und Freitag ab 18 Uhr.

Wir überlegen kurz, ob wir ins Louvre Museum gehen sollen. Die Warte­schlage vor dem Eingang ist nicht lang. Aber das Wetter ist einfach zu schön, um sich alte Schinken anzuschauen. Außerdem möchten wir lieber mehr von Paris sehen und noch ein paar Fotos machen.

Seine-Brücke Pont Alexandre III.

Wir spazieren am Ufer der Seine entlang. Unser Weg führt uns zu einer der schönsten Brücken der Stadt, der Pont Alexandre III. Pont Alexandre III., Paris Pont Alexandre III., Paris Pont Alexandre III., Paris Die äußerst prunkvolle Bogenbrücke wurde von 1897 bis 1900 als Zeichen der französisch-russischen Freundschaft im Neobarock errichtet und nach Zar Alexander III. benannt. Sie ist 108 m lang und verbindet den Invalidendom (Dôme des Invalides oder Église du Dôme) am linken Seine-Ufer mit dem Grand Palais sowie dem Petit Palais am rechten Seine-Ufer. Der Brücken­bogen ist dekorativ mit vergoldeten Statuen Pont Alexandre III., Paris geschmückt, die für vier große Epochen der französischen Geschichte stehen: die Zeit Karl des Großen, der Renaissance, des Sonnenkönigs Ludwig XIV. und der Moderne.

Eiffelturm

Von der Métro-Station Invalides fahren wir bis Trocadéro. Unser Ziel ist die Marmor­terrasse zwischen den Flügeln des Palais de Chaillot. Sie bietet uns einen grandiosen Blick auf den Eiffelturm (Tour Eiffel). Eiffelturm, Paris Nachdem wir ein paar Fotos geschossen haben, laufen wir über die Pont d’Iéna zum Fuße des Turms. Eiffelturm, Paris Der Stahlkoloss wurde in den Jahren 1887 bis 1889 anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der französischen Revolution von Gustave Eiffel erbaut. Er ist 10.100 Tonnen schwer und 300 m (einschließlich Fernseh­antenne sogar 324 m) hoch. Wer mag, kann die unteren zwei Platt­formen, die sich in 57 m und 115 m Höhe befinden, über eine Treppe erklimmen (Eintritt 4 €). Bis zur zweiten Plattform sind es allerdings stolze 704 Stufen! Bequemer geht’s mit dem Aufzug, der bis an die Spitze des Eiffelturms in 276 m Höhe fährt (Fahrpreis 12 €).

Schlitt­schuh­laufen auf dem Eiffelturm: Von Mitte Dezember bis Ende Januar verwandelt sich die erste Plattform des Eiffelturms in eine 200 m² große Schlitt­schuhbahn (Patinoire) und bietet täglich von 9:30 bis 23:00 Uhr Eislauf­spaß in 57 m Höhe.

Nun stecken wir in einem Dilemma. Einer­seits würden wir liebend gern den Panoramablick vom Turm aus genießen. Anderer­seits ist die Warte­schlange vor den Aufzügen dermaßen lang, dass es uns sicherlich einige Stunden kosten würde, auf den Turm zu gelangen. Angesichts der frostigen Temperaturen scheint uns das stundenlange Anstehen keine verlockende Option. Daher verzichten wir schweren Herzens auf den Besuch der Aussichts­plattform.

Durch den Parc du Champs de Mars, dem ehemaligen Truppen­übungs­platz, trotten wir weiter zur École Militaire. Langsam melden sich unsere Füße. Kein Wunder, denn wir sind seit sieben Stunden unterwegs. Außerdem knurren unsere Mägen. So beschließen wir, den Heimweg anzutreten. An der Métro-Station École Militaire steigen wir in die Bahn, die uns zurück in den 9. Arrondissement bringt. In einer Bäckerei gönnen wir uns zwei Panini. Nach einem kurzen Abstecher in einen Supermarkt geht’s mit einer Flasche Wein unterm Arm zurück in unsere Unterkunft.

Kathedrale Notre-Dame auf der Île de la Cité

[So, 17. Febr. 2008] — Von Anvers fahren wir mit der Métro zur Station Cité, auf der Île de la Cité. Die 17 ha große Seine-Insel ist das geografische und zugleich historische Zentrum von Paris. Hier siedelten sich bereits im 3. Jh. die ersten Einwohner, die keltischen Parisii, an.

Als erstes steuern wir die Kathedrale Notre-Dame (Cathédrale Notre-Dame de Paris) Notre-Dame, Paris an. Der Grundstein des gotischen Gottes­hauses wurde 1163 gelegt, die Arbeiten daran dauerten bis ins Jahr 1330. Die beiden Türme ragen 69 m in die Höhe. Die Kirche hat enorme Ausmaße. Ihr Kirchen­schiff ist im Inneren 130 m lang, 48 m breit und 35 m hoch. Bis zu 10.000 Personen finden darin Platz.

Ein besonderes Schmuck­stück ziert das Giebelfeld des mittleren Portals, das Gerichts­portal. Notre-Dame, Paris Es entstand 1230 und zeigt die Auferstehung der Toten. In der Mitte teilt Erzengel Michael die Gerechten von den Verdammten. Darüber hält Christus das Welten­gericht ab.

Hôtel de Ville

Vom Quai de la Corse bietet sich uns ein schöner Blick auf das Rathaus (Hôtel de Ville) Hôtel de Ville, Paris am rechten Seine-Ufer, das wir über die Brücke Pont Notre Dame erreichen. Der Bau entstand 1882 im Stil der Neo­renaissance. Seine reich dekorierte Fassade zieren 136 Statuen und Medaillons berühmter Pariser Künstler, Dichter und Denker. Der Platz vor dem Rathaus war bis etwa 1850 Hinrichtungs­platz von Paris.

Kellnerwettlauf: Jeden dritten Sonntag im Juni startet auf dem Rat­haus­platz ein außer­gewöhnliches Wettrennen, der Kellner­wettlauf (Course des Garçons de Café). Dabei treten Pariser Garçons und Serveuses gegeneinander an. In voller Montur müssen sie einen 8-km-Lauf durch die Stadt bewältigen und dabei ein Tablett mit einer gefüllten Wasser­flasche und drei Gläsern balancieren.

Les Halles – Hallenviertel

Über den Quai des Gesvres Quai des Gesvres, Paris schlendern wir zum Place du Châtelet. Im Zentrum des Platzes befindet sich die Fontaine du Palmier (auch Fontaine du Châtelet oder Fontaine de la Victoire genannt). Fontaine du Palmier, Paris Die Siegessäule wurde 1808 von Napoléon in Auftrag gegeben. Sie steht auf einem Brunnen aus dem Jahr 1858, den vier Wasser speiende Sphinxen Fontaine du Palmier, Paris schmücken.

Die Avenue Victoria führt uns zum Jakobsturm (Tour Saint-Jacques). Jakobsturm (Tour Saint-Jacques), Paris Der in den Jahren 1508 bis 1522 errichtete gotische Glocken­turm ist ein Über­bleibsel der ehemaligen Pfarrkirche Saint-Jacques-la-Boucherie, die im Jahre 1797 abgerissen wurde. Im Mittel­alter sammelten sich hier Wallfahrer, die über Paris auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela zogen.

Palais de Justice

Nach einem Stopp im Starbucks Café Sébastopol gehen wir über die Brücke Pont au Change Pont au Change, Paris zurück auf die Île de la Cité. Dabei passieren wir den Justizpalast (Palais de Justice de Paris). Palais de Justice, Paris Er nimmt etwa ein Drittel der Fläche der Île de la Cité ein und beherbergt die wichtigsten Institutionen der französischen Recht­sprechung, wie das Zivil- und Straf­gericht. Im Südflügel am Quai des Orfèvres ist die Kriminal­polizei untergebracht.

Zu dem weitläufigen Palast­komplex gehört die Conciergerie, Conciergerie, Paris eins der wenigen noch erhaltenen mittel­alterlichen Gebäude der Stadt. Die drei hoch­gotischen Hallen des ehemaligen Kapetinger­palastes wurden um 1300 errichtet. Der heutige Name stammt von dem königlichen Schloss­vogt und Haus­hof­meister, dem „Concierge“ ab, der in Abwesenheit des Königs dem Palais vorstand. Im 14. Jh. wurde das Gebäude Staats­gefängnis, im dem von Januar 1793 bis Juni 1794 etwa 2.600 Gefangene auf ihre Hinrichtung warteten, unter ihnen Marie-Antoinette und Madame du Barry, die langjährige Favoritin Ludwigs XV.

Square du Vert-Galant

Über den Place Dauphine kommen wir zum Square du Vert-Galant (Grün­anlage des Schürzen­jägers), dem westlichen Zipfel der Île de la Cité. Auf der Pont Neuf (Neue Brücke), die die Grünanlage von der übrigen Île de la Cité trennt, treffen wir Heinrich IV. hoch zu Ross. Reiterstandbild Heinrich IV., Paris Sein Reiter­standbild ließ seine Witwe Marie von Medicie nach der Ermordung des Königs aufstellen. Die Bezeichnung Vert-Galant spielt übrigens auf die zahllosen Liebschaften des Monarchen an.

Vom Place de la Bastille zum Place des Vosges

Wir überqueren die Pont Neuf und steigen in die Métro, die uns zur Station Bastille bringt. Von der Bastille, die zwischen 1370 und 1382 unter Karl V. erbaut wurde, ist heute allerdings nichts mehr zu sehen. Das ehemalige Staats­gefängnis des Absolutismus wurde am 14. Juli 1789 erstürmt und binnen weniger Monate komplett abgetragen. An seinem ehemaligen Standort thront heute die 51 m hohe Julisäule (Colonne de Juillet), Julisäule (Colonne de Juillet), Paris deren Spitze eine vergoldete Freiheits­statue schmückt. Die Säule wurde 1840 errichtet, zum Gedenken an die Opfer der Juli­revolution von 1830.

Wir laufen den Boulevard Beaumarchais entlang und biegen links in die Rue des Francs Bourgeois ab. Sie führt uns zum Place des Vosges (Vogesenplatz). Place des Vosges, Paris Der geschlossene Platz hat eine Seitenlänge von 108 m. Er ist von 38 drei­geschossigen Stadt­palais mit Arkaden im Erdgeschoss bebaut, die mit Fassaden aus rotem Backstein ausgeführt wurden. In dem Garten in der Mitte des Platzes steht das aus Marmor geschlagene Reiter­standbild Ludwigs XIII., das 1829 aufgestellt wurde. Schade, dass der Garten nur zu bestimmten Zeiten zugänglich ist. Der hohe Eisenzaun, der den Garten umgibt, wird abends geschlossen. Wir sind zu spät dran. Es dämmert bereits, das Tor ist schon verriegelt. Durch das Gatter können wir lediglich einen Blick aus der Ferne auf die Grünanlage werfen.

Wieder steigen wir in die Métro. Zuerst fahren wir zur Station Trocadéro, um Nacht­aufnahmen vom beleuchteten Eiffelturm Eiffelturm bei Nacht, Paris zu machen. Danach düsen wir noch einmal zum Place Charles de Gaulle, wo wir den beleuchteten Triumphbogen Triumphbogen bei Nacht, Paris ablichten. Schließlich geht’s zurück zur Unterkunft.

Fazit: Klar, dass man eine Stadt wie Paris schwerlich an einem Wochenende erkunden kann. Das wenige, das wir gesehen haben, war faszinierend und gab uns einen kleinen Einblick in die Jahr­hunderte lange Geschichte der Seine-Metropole. Paris ist auf jeden Fall (nicht nur) eine Reise wert.

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