20.06.2013 | 01:48 Uhr
Ein zweitägiger Seminarbesuch führte mich nach München. Für mich die Gelegenheit, meinen ehemaligen Kommilitonen Erwin wieder einmal zu sehen und mir von ihm ein wenig von der Stadt zeigen zu lassen.
[Mo, 13. Sept. 2004] — Wir treffen uns am Nachmittag am Marienplatz,
von wo aus wir unsere kleine Stadtführung starten. Der Marienplatz ist der zentrale Platz der Münchener Altstadt, und dementsprechend ein Tummelplatz für fotografierfreudige Touristen – wie mich. Den größten Teil des Platzes nimmt das Neue Rathaus
ein.
Es wurde von 1867 bis 1908 im neugotischen Stil erbaut. Die fast 100 Meter lange Frontfassade wird von Skulpturen historischer Persönlichkeiten geschmückt. Eine besondere Attraktion ist das Glockenspiel, das sich in dem 80 Meter hohen Turm befindet. Mit seinen 43 Glocken und den 32
lebensgroßen Figuren ist es das viertgrößte Glockenspiel Europas. Gespielt wird es täglich um 11 Uhr, von Mai bis Oktober auch um 12 und um 17 Uhr. Leider ist es schon nach fünf, so dass ich heute nicht in den Genuss des Glockenspiels kommen werde. Schade!
Das Alte Rathaus
an der Ostseite des Marienplatzes wurde 1345 erbaut. In seinem Turm befindet sich seit 1983 das
Spielzeugmuseum, dessen Ausstellung eine Zeitspanne von 200 Jahren abdeckt. Einen Abstecher ins
Spielzeugmuseum sollte ich mir für meinen nächsten Besuch vormerken. Aber heute ist
die Zeit zu knapp, und es gibt ja noch sooo viel zu sehen.
Wir gehen die Dienerstraße entlang, bis wir den
Max-Joseph-Platz erreichen. Der
Platz wird vom Nationaltheater, dem Königsbau der Residenz, der Hauptpostloggia
und, auf der Westseite, von einigen Bürgerhäusern eingerahmt.
Das klassizistische Nationaltheater,
das die bayerische Staatsoper beherbergt, wurde 1818 erbaut. Vor der Oper thront
Max I. Joseph, der erste König Bayerns. Sein Denkmal wurde 1835 errichtet.
Die Residenz,
ein riesiger Barockpalast, dessen Ursprung auf das Jahr 1385 zurückgeht, besteht
aus mehreren Gebäuden: dem Königsbau, der Schatzkammer, dem Cuvilliés-Theater,
der Staatlichen Sammlung ägyptischer Kunst und der Staatlichen Münzsammlung.
Wäre mehr Zeit, würde ich auch die Residenz gern ausführlicher ansehen …
Aber da ich noch „a bisserl“ mehr von der Stadt sehen möchte, ziehen wir
weiter.
Über die Residenzstraße kommen wir zum Odeonplatz. Schnell einige Aufnahmen von
der Feldherrenhalle
und der Theatinerkirche
gemacht und weiter durch das Tor
zum Hofgarten.
Herzog Maximilian I. ließ ihn von 1613 bis 1617 nach dem Vorbild
italienischer Renaissancegärten anlegen. Ein besonders hübsches
Kleinod ist der Dianatempel im Zentrum des Gartens.
Der „Zwitterbau“ der Bayerischen Staatskanzlei
im Osten des Gartens passt nicht so ganz ins Ambiente; hier wurde die Kuppel
des ehemaligen Armeemuseums von 1907, die unter Denkmal stand, in einen gläsernen
Neubau integriert, was eine recht bizarre Gesamtkreation hervorgebracht hat.
Über den Franz-Joseph-Strauß-Ring gelangen wir zum Isartor, von
dort aus gehen wir weiter zum Isarufer.
Von der Museumsinsel aus kann ich einen kurzen Blick auf das Müllersche
Volksbad,
das im Jugendstil von 1897 bis 1901 erbaut wurde, und den Vater-Rhein-Brunnen
erhaschen.
Dann laufen wir zur nächsten S-Bahn-Station und fahren zum Stachus (Karlsplatz). Es dämmert
allmählich, und das sich dunkel färbende Blau des Himmels rahmt
die sich bietenden Fotomotive malerisch ein. Eins meiner persönlichen
Lieblingsbilder seht ihr auf der linken Seite. Es zeigt den Justizpalast
am Stachus, der sich im Wasser des Springbrunnens spiegelt.
Durch das Karlstor
schlendern wir in die Neuhauser Straße.
Hier befinden sich zwei besonders schöne Kirchen: zum einen die Bürgersaalkirche,
eine Barock- und Rokokokirche, die 1710 gebaut wurde und die Michaeliskirche,
ein Sakralbau aus der Renaissance, welcher von 1583 bis 1597 errichtet wurde.
Da es nun langsam aber sicher dunkel wird, wird das Fotografieren aufgrund
der langen Belichtungszeit immer schwieriger. Ich schieß zwei letzte Aufnahmen von
den Türmen der Frauenkirche
und stecke die Kamera zurück in meinen
Rucksack.
Es war ein Fotobummel, der mir dank der netten Begleitung und Führung
ganz besonderen Spaß gemacht hat. Danke Erwin! ![]()