13.05.2008 - 20:53 Uhr  
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Fotos Das russische U-Boot „U-434“
U-Bootmuseum im Hamburger Hafen

Seit einiger Zeit ist Hamburg um eine Attraktion reicher, dem russischen U-Boot „U-434“. Das ehemals russische Spionage U-Boot hat im Baakenhafen festgemacht.

U-434 Wo: Versmannstraße 23 c, 20457 Hamburg im Stadtplan anzeigen
Infos: www.u-434.de
Preise: Erwachsene 8 €, Kinder 6 € (Stand: Jan. 2008)

[19. April 2003] — Vor ein paar Monaten wurde ein russisches U-Boot in den Hamburger Hafen geschleppt. Bis 2001 war es als Spionage U-Boot im Einsatz. Ein Jahr später wurde es an einen Privatmann verkauft und zum Museum umgebaut. Nun liegt das U-Bootmuseum, wie es offiziell heißt, im Baakenhafen. Das schaue ich mir an!

Die freundliche Dame an der Kasse empfiehlt mir, auf jeden Fall die einstündige Führung mitzumachen. Okay abgemacht!

Die Führung startet an Land vor dem aufgetauchten U-Boot. Wir erfahren, dass das U-Boot „U-434“ (russische Typenbezeichnung: B515 – Buki – Tango-Klasse) aus der U-Bootwerft Krasnoe Sormovo in Gorki stammt. Dort wurde es 1976 in einer Bauzeit von nur acht Monaten gebaut. Also ein ganz schön alter Kasten! Zu Tarnzwecken wurde die Außenhülle des U-Boots mit einer Kautschuk-Schicht ummantelt. Somit ist es auf dem Radar quasi „unsichtbar“, denn es erzeugt auf dem Radarschirm ein ähnliches Bild wie ein Walfisch. Interessant! Mit dieser Tarnung soll es in den 80er Jahren längere Zeit unerkannt im New Yorker Hafen spioniert haben. Angeblich wunderten sich die Amerikaner lediglich über die große Anzahl der Wale im Hafenbecken, schöpften aber keinen Verdacht.

Tipp: Wenn ihr das U-Boot besichtigen wollt, solltet ihr die einstündige Führung mitbuchen. So könnt ihr auch die Kommandozentrale im Gefechtsturm anschauen, die man ohne Führung nicht zu sehen bekommt.

Hier ein paar Zahlen zum U-434: Das U-Boot ist 90,16 Meter lang und 8,72 Meter breit. Es hat eine Gesamthöhe (von Sonarhüllkörper zur höchsten ausgefahrenen Antenne) von 14,72 Metern. Der Tiefgang beträgt 6,60 Meter, die Zerstörungstiefe 600 Meter. Der Antrieb erfolgt über drei Dieselmaschinen mit je 5.200 PS, drei E-Maschinen mit je 5.400 PS und einer Schleichmaschine. Aufgetaucht erreicht das U-Boot eine Geschwindigkeit von 13 Knoten, getaucht sind es 16 Knoten.

Nachdem wir mit ausreichend Detailinfos versorgt sind, geht es endlich ins Innere des U-Boots. Die russische Marine fuhr in zwei Wachen, sprich im Zweischichtbetrieb. An Bord arbeiteten 84 Marinesoldaten, davon 16 Offiziere, 16 Unteroffiziere und bis zu 52 Matrosen. Das ist schier unvorstellbar. Hier drinnen ist es so eng, dass wir paar Besucher schon aufpassen müssen, uns nicht ständig gegenseitig im Wege zu stehen. Der Albtraum eines jeden Klaustrophobikers!

Und auch die Unterkünfte und die sanitären Anlagen sind alles andere als luxuriös. Die Matrosen lebten auf engstem Raum und unter sehr einfachen Bedingungen. Es gibt an Bord nur eine Offiziers- und eine Unteroffiziersmesse mit jeweils acht Sitzplätzen. Der gesamten Crew standen eine Toilette, eine Duschkabine und eine kombinierte Toilette mit Dusche zur Verfügung. Um Zeit und Wasser zu sparen, mussten fünf Mann gleichzeitig in der winzigen Duschkabine Duschkabine duschen. Gewaschen wurde sich mit Meerwasser, dem durch eine Entsalzungsanlage das Salz weitestgehend entzogen wurde. Na, das Leben hier unten war nicht gerade ein Zuckerschlecken.

Den Matrosen standen täglich zwei warme Mahlzeiten zu, die von drei Köchen (ebenfalls im Schichtbetrieb) zubereitet wurden. Kaum vorstellbar, dass es den Köchen gelang, in der winzigen Kombüse Schiffskombüse immerhin 168 warme Mahlzeiten am Tag zu zaubern.

Die ranghöheren Marinesoldaten bewohnten Einzel- oder Mehrmannkabinen (bis zu vier Mann). Die einfachen Matrosen mussten sich mit weniger Komfort zufrieden geben. Sie mussten mit einer Art Hängefeldbett im Unterdeck vorlieb nehmen. Die Matrosen verbrachten drei lange Monate an Bord, danach wurde die Crew ausgetauscht. Der Kapitän sowie die Offiziere und Unteroffiziere dienten eineinhalb lange Jahre auf dem U-Boot.

U-Boot Abteilungen

Das U-Boot unterteilt sich in sieben Abteilungen: U-Boot Längsschnitt

In den Abteilungen gab es für jedes Besatzungsmitglied ein Notatemgerät, das Atemluft für maximal 20 Minuten bot. Die Notatemgeräte kamen im Brandfall und bei einem Notausstieg zum Einsatz.

Das U-Boot verfügt über zwei Ein-/ Ausstiegsluken, welche zugleich als Notrettungsluken fungieren. Im Notfall kann ein Rettungs-U-Boot in einer Tiefe von bis zu 60 Metern an einer dieser Luken andocken. Bei einer Wassertiefe von etwa 80 Metern kann eine Gummi-Membran im Inneren des Boots an der Luke heruntergelassen werden. Dann wird unter Verwendung der Notatemgeräte das Abteil geflutet. Durch den entstehenden Druckausgleich ist es so möglich, die Ausstiegsluke zu öffnen. Mit Hilfe eines pressluftbetriebenen Rettungsluftsacks gelangt man schließlich an die Wasseroberfläche.

Das U-Boot ist mit einer speziellen Belüftungsanlage ausgestattet, welche die thermischen Verhältnisse an Bord reguliert. Dennoch wurde während einer Tauchfahrt eine schweißtreibende Arbeitstemperatur von über 40 °C erreicht. Im Maschinenraum kletterte das Thermometer sogar auf mehr als 60 °C hoch. (Somit wäre Sauna schon mal hinfällig.)

Bei voller Besatzung kann das U-Boot für maximal dreieinhalb Tage abtauchen. Spätestens dann muss es auf Periskop- bzw. Luftschnorcheltiefe auftauchen, um die Atemluftvorräte aufzufüllen.

Bewaffnung des U-Boots

Das U-Boot verfügt über sechs Torpedorohre. Zur Verteidigung war es mit 24 Torpedos des Kalibers 533 Millimeter bewaffnet. Jeder Torpedo hatte eine Länge von 8,14 Metern und ein Gewicht von knapp 2 Tonnen. Die Torpedos wurden über eine Oberdeckrampe durch die Torpedoladeluke eingebracht. Unter Deck wurden sie mittels einer Rampe mit Kettenlaufwerk und einer hydraulischen Seilwinde in die seitlich verschiebbaren Lager- und Ladevorrichtungen U-434 verfrachtet. Bei einer Ladezeit von sechs bis acht Minuten konnten zwei Torpedos gleichzeitig gefechtsbereit gemacht werden. Vor dem Abfeuern wurden die Torpedorohre evakuiert und geflutet, um ein blasenfreies Auslaufen zu gewährleisten. Der entstandene Gewichtsverlust wurde durch Fluten entsprechender Ballasttanks ausgeglichen, um einer Kursabweichung des Schiffs entgegenzuwirken. Neben den Torpedos war das U-Boot mit Seeminen und Raketentorpedos bewaffnet.

Fazit: Ich muss sagen, dass der Besuch des U-Boots eine super spannende Sache war. Auf jeden Fall sehenswert!

Bildergalerie


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