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12.03.2010 | 01:02 Uhr  Hauptseite    Fotos    Reiseberichte    Parks & Events    Dies & das  

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Friedhof Ohlsdorf

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Öffnungszeiten
Apr. bis Okt. 8 – 21 Uhr
Nov. bis Mrz. 8 – 18 Uhr

Eine Sehenswürdigkeit der ganz anderen Art: der Ohlsdorfer Friedhof – größter Zentral­friedhof, ältester Park­friedhof Europas und zweitgrößtes Gräberfeld der Welt.

[12. Jan. 2004] — Dieser Friedhof ist ein wahrer Koloss. Auf dem gigantischen Areal, das 400 Hektar umfasst, befinden sich 400.000 Grab­stellen (darunter 52.000 Grabstätten von Kriegs­opfern), 13 Kapellen und 7 Mausoleen. Viele bekannte Persönlich­keiten, wie beispiels­weise Hans Albers und Willi Fritsch, wurden hier bestattet. Besonders sehenswert sind die kunst­historisch interessanten Grabmäler aus dem 19. und 20. Jh.

Zugleich ist der Friedhof eine Parkanlage im englischen Stil. Seine breiten Alleen und romantischen Wegen, die mit Bäumen, Rhododendren­sträuchern und Rasen­flächen bewachsen sind, laden zum Spaziergang ein.

Der Bereich um den Haupt­eingang an der Fuhlsbüttler Straße wurde 1879 von Gartenbau­direktor Wilhelm Cordes (1840 – 1917) angelegt, die östliche Erweiterung bis hin zur Brahmfelder Chaussee von 1914 bis 1920 von dessen Nachfolger Otto Linne (1869 – 1937). Zum Gelände gehören zahlreiche Gedächtnis- und Ehren­friedhöfe. Gleich am Eingang, in der Nähe des Krematoriums (1930 – 32) steht das Ehrenmal für die KZ-Opfer, eine Gedenk­stätte mit 105 Urnen, die Erde aus 25 Konzentrations­lagern enthalten. Der Ehrenhain der Widerstands­kämpfer birgt die Urnen zahlreicher kommunistischer NS-Gegner. Im Linne-Teil bei Kapelle 8 ruhen unter vier Rasenhügeln die 37.000 Opfer der Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg. Auf der Höhe von Kapelle 7 wurden viele der 312 Opfer der Sturm­flut­katastrophe von 1962 beigesetzt. Und ganz in der Nähe befindet sich der 1923 angelegte Seemanns­friedhof für heimatlose deutsche Seeleute.

Zu den schönsten Ecken des Friedhofs gehört der Waldgürtel an der Nordseite des Geländes und entlang der Allee Ostring. Unter hohen Bäumen befinden sich hier Mausoleen und Familien­gräber, in denen Senatoren, reiche Fabrikanten und Reeder der Hansestadt bestattet wurden. Ein neoklassizistischer griechischer Tempel – ganz im Stil ihres Hauses in »Klein Flottbek gehalten – ist die letzte Ruhestätte der Senatoren Jenisch. Ein schlafender Löwe ruht vor dem Grab der Familie Hagenbeck, auf die der gleichnamige »Tierpark zurückgeht.

Zum Gelände des Ohlsdorfer Friedhofes, allerdings abgetrennt von ihm an der Ilandkoppel im Südwestteil liegend, gehört auch der jüdische Friedhof. Er wurde 1883 angelegt, nachdem die alten jüdischen Friedhöfe in der Innenstadt an die Grenzen ihres Fassungs­vermögens geraten waren, und überstand weitgehend die Schändungen und Kriegs­zerstörungen. 1937 bis 1941 wurden dank des Einsatzes von mutigen Hamburgern etliche Grabmale aus den Friedhöfen am Grindel und in Ottensen, die die NS-Herren schließen ließen, hierher überführt. Darunter befanden sich zahlreiche barocke und klassizistische Steine, die im Südostteil des Geländes zu sehen sind. Östlich der Synagoge errichtete man 1951 eine Gedenkstätte für die Opfer des Naziterrors.

Der Friedhof ist durchzogen von einem knapp 18 km langen Straßennetz und darf mit dem Pkw befahren werden. Auch einige Buslinien des öffentlichen Personen­nahverkehrs verkehren im Friedhofs­bereich.

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