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10.03.2010 | 16:02 Uhr
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Reiseberichte
Parks & Events
Dies & das
Der Hamburger Stadtteil Klein Flottbek – im Westen der Stadt – hält einige schöne Ausflugsziele bereit, die ich euch selbstverständlich nicht vorenthalten möchte.
[23. Mai 2003] — Einer meiner Lieblings-Parks in
Hamburg ist der Jenischpark.
Er liegt in unmittelbarer Nähe des Elbufers
und zieht bei schönem Wetter viele Besucher ins Freie. Seine ausgedehnten
Rasenflächen und die aufgestellten Sonnenstühle laden regelrecht
zum Entspannen in der Sonne ein.
Hier gehe ich sehr gern und oft spazieren. Und da heute Nachmittag das Wetter ganz besonders schön ist,
bin ich mal wieder mit dem Fotoapparat unterwegs. Es ist einer der ersten warmen
Tage des Jahres und alles blüht so farbenfroh und duftet so herrlich.
Der Jenischpark ist ein Teil eines ehemaligen Landsitzes, der gegen Ende des
18. Jh. durch Caspar Voght gegründet wurde. Baron Voght begann 1785 mehrere
Bauerhöfe aufzukaufen und sich so einen umfangreichen Geländebesitz zu schaffen.
Sein Besitz gliederte sich in drei Teile, den Parc du Nord, den Parc de l'Est
und den Parc du Midi, den heutigen Jenischpark. Im Jahre 1828 verkaufte Voght seinen Besitz an
seinen Freund, den Senator Martin Johann Jenisch. Nach dem 1. Weltkrieg wurde der
Jenischpark von dem damaligen Oberbürgermeister
von Altona, Max Brauer, für die Stadt angepachtet.
Was den Park besonders idyllisch anmuten lässt, ist ein kleiner Bach, die Flottbek,
die ihn in Richtung Elbe durchfließt. Das Flottbektal ist die einzige noch
vorhandene tidebeeinflusste Talaue in Hamburg. Es beherbergt einige seltene und gefährdete
Pflanzen- und Tierarten, die auf der „Roten Liste des Artenschutzes“ gelistet sind, und
steht daher unter Naturschutz.
Kulturell Interessierte finden im Jenischpark gleich zwei Museen. Das
Jenisch-Haus,
in der Mitte des Parks, zeigt eine Ausstellung großbürgerlicher
Wohnkultur. Es ist mit Möbeln aus der Zeit zwischen der Spätrenaissance
und dem Jugendstil eingerichtet. Einige Gegenstände und Möbel
entstammen dem Familienbesitz der Jenischs. Im
Ernst Barlach Haus,
das sich am Nordrand des Parks befindet, werden Werke des Wedeler Bildhauers Erst Barlach
(1870-1938) ausgestellt.
Am südlichen Ende des Jenischparks überquere ich die Elbchaussee und erreiche so
das Elbufer bei Teufelsbrück. Es ist genau wie der Park
ein beliebtes Ausflugsziel für den Sonntags-Spaziergang in Hamburgs
Westen. Am Elbufer erstreckt sich eine kilometerlange Uferpromenade,
die gen Westen in regelmäßigen Abständen von Cafés und
Bistros gesäumt ist. Bei schönem Wetter werden oft zusätzlich
Sitzmöglichkeiten im Freien angeboten, so dass man, wenn man mag, seine Bestellung
bei einer frischen Brise genießen kann.
Und auch auf dem Schwimmponton des Teufelsbrücker Fähranlegers
und in dem kleinen Jachthafen
gibt es Lokale, in denen man neben Gaumenfreuden den Blick auf die
Elbe genießen kann. „Schiffe gucken“
bei einem leckerer Weinchen oder Bierchen ist für Hamburger wohl das
Größte. Allerdings versteht es sich von selbst, dass man bei diesem
Ambiente ein paar Euro mehr einstecken muss.
Mein Tipp: Der Imbiss Luzifer auf dem Schwimmponton hat
teuflisch gute Currywurst mit Pommes. Unbedingt probieren!
Das Wahrzeichen von Teufelsbrück ist eine Teufelsskulptur,
die in der Vergangenheit mehrfach erneuert werden musste. Der Grund dafür ist, dass sie
offensichtlich eine magische Anziehungskraft auf Spitzbuben ausübt. Bereits fünf Mal fiel sie
Wandalen oder gar Langfingern zum Opfer, die sie aus der Verankerung rissen und kurzerhand mitgehen
ließen.
Vielleicht fragt sich der eine oder andere interessierte Leser, wieso dieses Fleckchen an der Elbe
einen so ungewöhnlichen Namen trägt. Was hat der Teufel am Elbufer verloren?
Ich bin dieser Frage auf den Grund gegangen und habe ein wenig Namensforschung betrieben. Über die Entstehung
des Namens „Teufelsbrück“ gibt es viele Geschichten. So konnte ich in einem Reiseführer lesen,
dass der Name auf den Bauern Düwel (Teufel) zurückgeht, der hier eine Baumschule
betrieben hat. Fragt sich, was so besonders an Herrn Düwel gewesen sein soll, dass man ihm ein
solches Denkmal gesetzt hat!? Eine weitaus interessantere Variante der Namensherkunft
habe ich in der freien Enzyklopädie
Wikipedia
gefunden:
Dort, wo heute die Elbchaussee die Flottbek überquert, verunglückten immer wieder Fuhrwerke
durch Radbruch. Man nahm an, dass es dort „mit dem Teufel zuginge“. Daraufhin wurde ein Zimmermann
beauftragt, eine Brücke über den Bach zu bauen. Dieser
nahm für den Bau der Brücke die Hilfe des Teufels in Anspruch und versprach ihm dafür die Seele des
ersten Lebewesens, das über die Brücke gehen würde.
Nachdem der Pfarrer aus Nienstedten am Tag der Einweihung die Brücke gesegnet hatte und sie betreten
wollte, wurde ein Hase von der Menge aufgescheucht und lief als erstes Lebewesen über die Brücke.
Noch heute erinnert eine kleine Statue an den Teufel, der mit dem Hasen in der Hand darüber grübelt,
wie ihm das passieren konnte – hatte er sich doch schon so auf die Seele des Pfarrers gefreut!
Im März 2002 geriet der Schwimmponton Teufelsbrück übrigens in die Schlagzeilen. Er wurde von einem 130 Meter langen Containerfrachter gerammt, wobei der auseinander riss und in der Elbe versank. Die Berichte aus der Tagespresse findet ihr unter diesen Links:
Last but not least habe ich noch einen letzten Ausflugstipp in Klein Flottbek für euch – und zwar den Botanischen Garten der Universität Hamburg. Geht man von Teufelsbrück die Baron-Voght-Straße hinauf, so erreicht man den Botanischen Garten nach einem kleinen Fußmarsch auf der linken Seite in der Ohnhorstraße (gegenüber der S-Bahn Station Klein Flottbek). Er ist eine der ältesten öffentlichen Einrichtungen der Stadt, die aus verschiedenen Vorläufern, wie den Gärten der Hamburger Ratsapotheker, hervorgegangen ist. Er wurde 1821 gegründet. Seit 1919 ist er Bestandteil der Universität, die ihn über viele Jahrzehnte hinweg in erster Linie zu universitären Lehr- und Forschungszwecken nutzte.
Die etwa 25 Hektar große Freifläche gliedert sich in drei Abteilungen:
die Pflanzensystematik, die Pflanzengeographie und die Abteilung Pflanze
und Mensch. Die gesamte Anlage ist sehr schön angelegt mit einem großen Teich in der Mitte
und zahlreichen Bänken, die zum Verweilen einladen. Besonders schön ist
der Japanische Teil des Gartens mit dem Pavillon in der Mitte.
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