29.07.2010 | 17:37 Uhr
Tag 4 – So, 15. März 2009 –
Strecke: Sarasota – Ellenton – Sarasota (43 mi / 69 km)
Unterkunft: privat bei Freunden, Sarasota
Heute steht Shopping im Prime Outlet Ellenton auf dem Programm. Wie schon bei unserem letzten Besuch ist vor allem Jens voll und ganz in seinem Element. Der Tag vergeht wie im Flug und eh wir uns versehen, ist es 18:30 Uhr. Als wir nach Sarasota zurück fahren, meldet sich die Benzinuhr. Der Tank ist leer. Daher steuern wir die nächste Tankstelle an.
Tanken in Florida: Die Benzinpreise in Florida sind sehr viel niedriger als in Deutschland. Im März 2009 zahlten wir zwischen $ 1,93 und $ 2,10 pro Gallone (3,8 Liter) unverbleiten Normalbenzins (Regular Gas unleaded). Zu beachten ist, dass die Preise zwischen Selbstbedienung (Self-serve Gas Station) und Zapfsäulen mit Bedienservice (Full-Service) beträchtlich variieren können.
An den meisten Self-serve Stationen kann man direkt an der Tanksäule mit Kreditkarte zahlen. Nach Einschieben der Karte und elektronischer Prüfung wird die Zapfsäule freigegeben. Oder es wird Vorauszahlung an der Kasse verlangt. Dazu legt man ein paar Dollar-Noten auf den Tresen und erhält die Freigabe der Zapfsäule. Ist der Betrag verbraucht, stoppt das Gerät automatisch. Alternativ hinterlegt man vor dem Tanken seine Kreditkarte an der Kasse (und hofft, dass sie nach dem Tanken noch da ist).
Als Barbara und ich das Abendessen zubereiten, klingelt das Telefon. Die Nachbarn sind dran. Wir sollen nach draußen auf die Straße kommen, um den Start des Space Shuttles zu sehen. Nun ist es also soweit. Der geplante Start am 12. März wurde wegen technischer Probleme verschoben. Doch nun soll das Shuttle in den Weltraum starten. Jens ist derart aus dem Häuschen, dass er in Socken aus dem Haus rennt. Kerle! ![]()
Obwohl wir uns nun an der Golfküste befinden und Cape Canaveral etliche Meilen entfernt ist, kann man den Start in der Abenddämmerung sehr gut mitverfolgen. Es sieht aus, wie eine riesige Silvester-Rakete, die einen rot-gelben Feuerschweif hinter sich herzieht. Selbst aus dieser Entfernung erkennt man sehr gut, wie die Booster-Raketen abgespalten werden und langsam auf die Erde zurück sinken. Der Nachbar ist vor Begeisterung außer sich: „Wow, schaut euch das an. Ist das nicht fantastisch?“ Ja, das ist es. Aus unmittelbarer Nähe muss es eine wahre Pracht gewesen sein.
Tag 5 – Mo, 16. März 2009 –
Strecke: Sarasota
Unterkunft: privat bei Freunden, Sarasota
Ich habe mir eine Erkältung eingefangen (die Klimaanlagen, die sie hier überall haben, sind nichts für mich!) und bin etwas angeschlagen. Deshalb gönnen wir uns zur Abwechslung einen erholsamen Urlaubstag „zu Hause“. Ausschlafen, ein spätes Frühstück, Faulenzen auf der Terrasse …
Am Abend planen wir den Verlauf unserer weiteren Route. Wenn es nach Barbara und Greg ginge, könnten wir den Rest unseres Urlaubs in Sarasota verbringen und unsere Rundtour sausen lassen. Aber wir wollen ihre Gastfreundschaft nicht überstrapazieren. In zwei, spätestens drei Tagen soll es weitergehen. Plan A ist, nach Nordwesten zu fahren, den Panhandle (Tallahassee, Panama City, Pensacola, Mobile) zu erkunden und einen Abstecher nach New Orleans (Louisiana) zu machen. Das wären etwa 770 mi (1.240 km). Plan B ist, Tallahassee zu besuchen, dann in Richtung Nordosten weiterzufahren und uns Savannah (Georgia) und Charleston (South Carolina) anzuschauen. Route B wären 726 mi (1.168 km). Schauen wir mal!
Zumindest steht das morgige Tagesprogramm schon mal fest: wir sind zu einer Bootstour eingeladen.
Tag 6 – Di, 17. März 2009 –
Strecke: Sarasota – Siesta Key – Sarasota (18 mi / 28 km)
Unterkunft: privat bei Freunden, Sarasota
Um 11 Uhr fahren wir zur Marina
auf Siesta Key. Unsere Gastgeber haben zusammen mit ein paar Freunden einen Katamaran
gemietet. Vier Stunden lang durchqueren wir den Intracoastal Waterway.
Der ICW ist eine 3.000 mi (4.800 km) lange Wasserstraße entlang der Atlantik- und der Golfküste der USA. Er besteht aus natürlichen Kanälen, Salzwasserflüssen, Buchten und künstlich angelegten Kanälen.
Wir passieren einige feudale Wohngebiete, in denen die Villen direkt ans Wasser gebaut wurden.
Und wir kommen an Seekuh-Gebieten (Manatee Areas) vorbei, in denen Tom, unser Kapitän, zum Schutz der Tiere nur Schritttempo fahren darf. Da wir für einen gut gefüllten Picknick-Korb und ausreichend Getränke gesorgt haben, sind wir für die vier Stunden auf dem Wasser bestens gerüstet. Nur an eins haben wir nicht gedacht: an Regenjacken. Als wir bereits auf dem Rückweg zur Marina sind, öffnet der Himmel seine Schleusen. Und so wird die Rückfahrt recht nass und ungemütlich.
Insgesamt ist das Wetter nicht so berauschend. Gerade mal 76 °F (24 °C) und im Vergleich zu den vergangenen Tagen eher kühl.
Tag 7 – Mi, 18. März 2009 –
Strecke: Sarasota – Siesta Key – Sarasota (33 mi / 53 km)
Unterkunft: privat bei Freunden, Sarasota
Vom gestrigen Regen und dem bedeckten Himmel ist nichts mehr zu sehen. Der Himmel erstrahlt in herrlichem Blau. Nur die Temperaturen sind vormittags noch recht niedrig, nur 67 °F (19 °C). Ideal für einen Besuch der Marie Selby Botanical Gardens,
die auf einer Halbinsel in der Sarasota Bay liegen.
Direkt vor dem Haupteingang gibt es einen kostenlosen Besucherparkplatz. An der Kasse (Eintritt je $ 17) bekommen wir einen Lageplan
zur Orientierung, mit dessen Hilfe wir das Terrain erkunden. Das Anwesen war einst im Privatbesitz von William († 1954) und Marie (1885 – 1971) Selby. Vier Jahre nach Maries Tod wurde der Garten für die Öffentlichkeit geöffnet. Heute erstreckt er sich auf einer Fläche von 13 Acres (5,2 Hektar). In den sieben Gewächshäusern gedeihen über 20.000 Pflanzen, dazu kommen mehrere Tausende in den Außenanlagen. Eine Besonderheit des Botanischen Gartens sind seine 6.000 seltenen Orchideen,
3.600 Bromelien
und Epiphyten.
Nach der Besichtigung des Botanischen Gartens fahren wir zum Turtle Beach auf Siesta Key, wo wir im Turtle Beach Pub einen Happen essen. Anschließend klappen wir am Strand von Siesta Key unsere Sonnenstühle auf und genießen die Abendsonne.
Tag 8 – Do, 19. März 2009 –
Strecke: Sarasota – Ellenton – Apollo Beach – Sarasota (85 mi / 137 km)
Unterkunft: privat bei Freunden, Sarasota
Um 12 Uhr machen wir uns auf zum Gamble Plantation Historical State Park, einer ehemaligen Zuckerrohr-Plantage in Ellenton. Dummerweise treffen wir ausgerechnet in der Mittagspause dort ein, das Kassenbüro ist von 11:45 bis 12:45 Uhr geschlossen. Das Haus kann man nur mit Führung besichtigen. Die nächste Führung beginnt um 13 Uhr, doch die ist laut Aushang bereits ausverkauft. Und bis 14 Uhr wollen wir nicht warten. Also durchstreifen wir ein wenig das Außengelände und ziehen weiter.
Greg macht den Vorschlag, das Manatee Viewing Center (Eintritt frei) in Apollo Beach zu besuchen. Daher fahren wir zum Elektrizitätswerk, das in einer Bucht liegt. Vor zwei Wochen soll es hier laut Greg von Seekühen nur so gewimmelt haben. Denn die Tiere werden durch das warme Kühlwasser, das vom E-Werk in die Bucht gepumpt wird, angezogen. Leider können wir heute nur zwei Seekühe von der Aussichtsplattform aus beobachten, die anderen sind offensichtlich bereits weitergezogen.
Wir essen an Manatee River in Bradenton, bevor wir zurück zum Haus fahren. Um 17 Uhr trifft die Truppe von der Bootstour bei uns ein, um uns zu „Third Thursdays Cocktails at Cà d’Zan“ abzuholen. Jeden dritten Donnerstag im Monat findet auf der großen Seeterrasse
des »Ringling Hauses
ein Open Air Tanzabend ($ 5 Eintritt) mit Live Musik statt. Zwar dauert die Veranstaltung nur drei Stunden (18 bis 21 Uhr), doch das tut ihrer Popularität augenscheinlich keinen Abbruch. Der Menschenandrang am Eingang ist geradezu gigantisch. Hier tummeln sich vorwiegend die älteren Semester, die vergnügt das Tanzbein schwingen.