29.07.2010 | 17:38 Uhr
Tag 13 – Fr, 6. April 2007 –
Strecke: Clearwater – Sarasota (69 mi / 111 km)
Unterkunft: Comfort Inn, Sarasota, 5000 N Tamiami Trail ($ 88 DZ inkl. Frühstück)
Der Count-down läuft. In zwei Tagen fliegen wir zurück nach Deutschland. Unsere heutige Route führt uns von Clearwater nach Sarasota, wo wir bis zu unserer Abreise am Sonntag bleiben wollen. Natürlich verfahren wir uns mal wieder. Daher brauchen wir für die paar Meilen fast zwei Stunden. (Hätten wir doch bloß ein Navi!)
Das Hilton Inn, das wir uns zum Abschluss unserer Reise gönnen wollen, verlangt statt der $ 109, mit denen sie in einem Coupon-Heft werben, stolze $ 229 pro Nacht – zuzüglich Steuern. Das muss dann doch nicht sein. Das nächste Haus auf der Karte in dem Heft ist das Comfort Inn. Hier versuchen wir unser Glück erneut. Übernachtungspreis inklusive Frühstück und Steuern ist $ 88. Das hört sich schon ganz anders an.
Zum Abendessen sind wir bei Freunden eingeladen, die in Sarasota ein Ferienhaus besitzen. Gregory hat gekocht. Nach christlichem Brauch (es ist Karfreitag) tischt er Fisch auf. Die eine oder andere Flasche Wein beschert uns einen heiteren Abend …
Tag 14 – Sa, 7. April 2007 –
Strecke: Sarasota (23 mi / 38 km)
Unterkunft: Comfort Inn, Sarasota, 5000 N Tamiami Trail ($ 88 DZ inkl. Frühstück)
Wieder eins dieser lieblosen Plastik-Frühstücke. Diesmal gibt’s neben den üblichen Waffeln mit Ahornsirup, dem Toast und den Bagels auch Kuchen und hartgekochte Eier. Scheint, als hätten sie die Eier gekocht gekauft, denn sie sind bereits abgepellt. Die Amis haben schon eigenartige Frühstücksgewohnheiten!
Heute ist es vergleichsweise kalt. Eine Kaltfront hat die 82 °F (28 °C), die wir bisher im Durchschnitt hatten, auf gerade mal 64 °F (18 °C) herunter gekühlt. Daher bleiben die kurzen Klamotten im Koffer. Stattdessen schlüpfe ich in Jeans und langärmeligen Pulli.
Zu Fuß laufen wir zum Ringling Museum, das nur wenige Meter vom Motel entfernt ist. Das weitläufige Anwesen war einst im Besitz des bekannten amerikanischen Zirkuskönigs John Ringling (1866 – 1936). Johann Rüngeling (so sein Geburtsname) war Sohn deutscher Einwanderer. Gemeinsam mit vier seiner Brüder machte er Anfang des 20. Jh. mit einem Zirkus (The Ringling Brothers Circus) ein Vermögen. Dies investierte er unter anderem in seine prunkvolle Villa in Sarasota und eine beeindruckende Kunstsammlung.
Vom Kassengebäude (Eintritt je $ 15) lassen wir uns per Tram zur Villa fahren, die Ringling Cá d’Zan Mansion (Haus des Johannes)
taufte. Das palastartige Wohnhaus ist eine wahre Pracht. Es liegt unmittelbar am Wasser und wurde im italienischen Stil erbaut. In einem kleinen Vorraum warten wir bis die nächste Führung beginnt. Der Führer, ein älterer Herr, zeigt uns das komplette Haus. Die exquisite Einrichtung wurde von Johns Gattin Mable ausgesucht und ist bis heute unverändert geblieben.
Hinter dem Salon
schließt sich der Ballsaal an, von dem aus wir in den Frühstücksraum gelangen. Dann kommen wir in die Küche, in der sich früher mehrere Öfen und vier Kühlschränke befanden. Hinter der Küche geht’s ins Speisezimmer.
In seiner Mitte thront ein voluminöser französischer Tisch. Der komplette Raum ist mit dunklem Holz ausgekleidet (reichlich schwer für meinen Geschmack). Im oberen Stockwerk besichtigen wir die Schlafräume von John und Mable sowie die Gästezimmer.
Eine ausladende Treppe führt nach unten in den Salon zurück. Hinter der Küche schließt sich der Souvenir Shop an. Über eine kleine Treppe erreichen wir die Rückseite der Villa,
die eine Marmorterrasse mit grandiosem Meerblick bietet. Wir durchstreifen den Rosengarten,
dann gehen wir ins Museum of Art.
Es beherbergt eine Sammlung von Gemälden. Im Innenhof befindet sich ein Skulpturengarten
mit Kopien bekannter Statuen und Skulpturen. Die Hauptachse des italienischen Gartens wird rechts und links von zwei Springbrunnen flankiert.
In ihrem Zentrum ragt eine Bronzekopie von Michelangelos David
in den Himmel. Dahinter tut sich der freie Blick aufs Meer auf.
Wieder in der Tram lassen wir uns zum Circus Museum kutschieren. Es zeigt eine kleine aber feine Ausstellung von nostalgischen Zirkusfahrzeugen,
Kostümen,
Clowns-Masken und bunten Plakaten aus der großes Zeit des Ringling Circus’.
Zu Fuß spazieren wir zurück zum Motel. Ich bin von der stundenlangen Lauferei so kaputt, dass ich nur noch platt aufs Bett falle.
Am Abend machen wir einen Abstecher auf Sarasotas vorgelagerte Sandinseln, die die 5 Meilen (8 km) breite Sarasota Bay bilden. Bird Key, Coon Key, St Armonds Key, Lido Key, Longboat Key und Ana Maria Island sind über die Brücken der Route #789 mit dem Festland verbunden.
Auf Lido Key genießen wir den farbenprächtigen Sonnenuntergang
am Strand. Anschließend bummeln wir durch die Ladenzeile am St Armand Circle auf St Armond Key. Das Preisniveau spiegelt die Exklusivität der Inselchen wider. Für zwei Dosen Soda und zwei Mini-Pizzen sind wir $ 23 los. Zum Nachtisch gönnen wir uns ein leckeres Eis bei Kilwin’s. $ 8,50 für zwei Kugeln, ich glaub’ das ist das teuerste Eis meines Lebens! Aber immerhin kommt das Eishörnchen frisch aus dem Waffeleisen.
Tag 15 – So, 8. April 2007 –
Strecke: Sarasota – Ellenton – Fort Myers (141 mi / 228 km) – Frankfurt am Main – Stuttgart
Frohe Ostern! Heute geht’s heimwärts. Unser Flieger startet um 22:35 Uhr, drei Stunden vorher müssen wir am Flughafen in Fort Myers sein. Der Mietvertrag des Toyotas läuft erst um 20 Uhr ab. Das heißt wir haben noch einen kompletten Urlaubstag vor uns.
Wir schauen uns das Sarasota Classic Car Museum
(Eintritt je $ 8,50) an, das sich gegenüber dem Ringling Anwesen befindet. Das Museum öffnete seine Pforten im Februar 1953. Es gilt als das älteste Automobilmuseum der Welt. Auf einer Fläche von 5.600 m² werden über 100 historische Fahrzeuge des 20. Jh. ausgestellt
– darunter Auburn, Bentley, Cadillac, DeLorean, Edsel, Ferrari und viele andere. Einige Autos stammen aus dem Besitz berühmter Persönlichkeiten, wie den Ringlings oder den Beatles.
Es ist noch nichts los. Wir sind fast allein in dem Museum, nur zwei weitere Besucher haben sich hierher verirrt. Ostersonntag 11 Uhr – scheint als wäre der Rest der Welt zum Osterfrühstück bei Mutti. Letztlich ein Vorteil für uns, denn einer der Wärter, der sich scheinbar nicht ausgelastet fühlt, macht mit uns eine exklusive Führung durch die Ausstellung.
Nach dem Museumsbesuch fahren wir ins Prime Outlet Ellenton, das mit 130 Markengeschäften lockt. Jens will noch ein paar Klamotten einkaufen. Es ist schon ein komisches Gefühl, am Ostersonntag shoppen zu gehen. Hier scheint das ganz normal zu sein. Die meisten Geschäfte haben bis 16 Uhr, einige sogar bis 17 Uhr geöffnet.
Am späten Nachmittag geht’s nach Fort Myers, wo wir in die Condor-Maschine nach Frankfurt steigen.
Fazit: In den vergangenen zwei Wochen haben wir stolze 1.600 mi (2.575 km) mit dem Mietwagen zurück gelegt. Natürlich haben wir nur einen Bruchteil Floridas zu Gesicht bekommen. Meine Favoriten unserer Nomadentour waren die Florida Keys, gefolgt vom Homosassa Park und dem beinahe märchenhaften Anwesen der Ringlings.
Reisekosten: Wir haben insgesamt, also für zwei Personen, 3.681 € ausgegeben. Dabei entfiel der größte Brocken (41 % der Gesamtkosten) auf den Flug inklusive Bahntransfer zum Flughafen.
| Rail & Fly | Flüge | Mietwagen inkl. Benzin | Unterkunft | Verpflegung | Eintritts- gelder etc. |
Summe |
| 100 € | 1.392 € | 427 € | 881 € | 484 € | 397 € | 3.681 € |
| 41 % | 12 % | 24 % | 13 % | 11 % | 100 % | |