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05.02.2012 | 19:38 Uhr

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Rundreise durch Florida – Key Largo

Tag 3 – Di, 27. März 2007 –
Strecke: Fort Myers – Naples – Big Cypress National Preserve – Key Largo (222 mi / 358 km)
Unterkunft: Stone Ledge Paradise Inn Visitenkarte, Key Largo, 95320 Overseas Hwy ($ 95 DZ exkl. Frühstück)

Florida Keys im Kurzüberblick

Die Florida Keys sind ein Archipel, das rund 1.700 Inseln (und Inselchen) umfasst. Die Inselkette erstreckt sich von der Südspitze Floridas über 180 mi (290 km) bis nach »Key West. Die Bezeichnung „Keys“ hat übrigens nichts mit dem englischen Wort für Schlüssel zu tun. Sie leitet sich aus dem Spanischen ab (cayo = kleine Insel).

Einst waren die Inseln über eine Eisenbahnlinie miteinander verbunden, die ein Hurrikan im Jahre 1935 größtenteils zerstörte. Heutzutage erreicht man die Keys über die 42 Brücken des Overseas Highways (Highway #1), Brücke des Overseas Highways, Florida Overseas Highway, Florida der anstelle der Eisen­bahn­trasse errichtet wurde.

Viele Orte und Sehenswürdigkeiten befinden sich an oder in der Nähe des Overseas Highways. Daher gibt es auf den Keys ein besonderes Adress-System. Statt der üblichen Straßennamen werden die Anschriften oft mit MM gefolgt von einer Zahl angegeben. MM steht für Mile Marker (Meilenstein) und verweist auf die grünen Schilder am Straßenrand. Sie zählen die Entfernung vom Meilenstein 0 auf Key West bis zum Meilenstein 126, der das Festland südlich von Florida City markiert.

Key Largo

Als wir Key Largo erreichen, dämmert es bereits. Höchste Zeit, sich nach einer Bleibe für die Nacht umzuschauen! Zwar sind wir auf dem Overseas Highway bereits an einigen Motels vorbei gekommen, aber zum Anhalten hat uns noch keine der Buden bewegt. Dann sticht uns ein kleiner Privatweg ins Auge, der rechts vom Highway abgeht. „Vacancy“ ist auf einem Schild davor zu lesen. Hier versuchen wir unser Glück.

$ 85 soll die Übernachtung im Stone Ledge Paradise Inn Visitenkarte kosten – ohne Frühstück. Dabei muss man wissen, dass sich die angegebenen Raten stets exklusive Steuern verstehen.

Preisangaben und Steuern: In den USA werden in Hotels, Geschäften und Restaurants immer Nettopreise angegeben. Die Steuern werden erst beim Bezahlen aufgeschlagen. Floridas Steuer-Dschungel ist nicht gerade übersichtlich – geschweige denn touristen­freundlich. Zunächst einmal werden 6 % Sales Tax erhoben. Dazu kommt eine lokale Sales Surtax (County Tax). Sie beträgt je nach »County zwischen 0 und 1,5 %. Bei Unterkünften gibt es vielerorts noch die Room Tax, die – je nach Stadt – zwischen 5 % und 6 % variiert. Alles mal eben im Kopf zusammen zu addieren, ist also gar nicht so einfach. (Ich werde im Folgenden alle Preise inklusive Steuern angeben. Das ist für meinen Geschmack reeller als der Nettokram – da weiß man genau, wie tief man in die Tasche greifen muss!)

Im Stone Ledge Paradise Inn sind wir (inklusive aller Steuern) mit $ 95 dabei. Das klingt nicht schlecht. Barbara von der Rezeption zeigt uns ein Doppelzimmer, das zwar winzig aber sauber ist. Wir nehmen es.

Das Motel besteht aus mehreren kleinen Häuser­blöcken mit insgesamt 21 Zimmern. Stone Ledge Paradise Inn, Florida Es liegt idyllisch nur ein paar Schritte vom Wasser entfernt. Stone Ledge Paradise Inn, Florida Am moteleigenen Bootssteg Stone Ledge Paradise Inn, Florida – von dem man einen traumhaften Ausblick auf die Florida Bay hat – Stone Ledge Paradise Inn, Florida gibt es Sonnen­liegen und Kajaks, die von den Gästen gratis genutzt werden können.

Nachdem wir unser Gepäck verstaut und uns ein wenig frisch gemacht haben, knurren uns die Mägen. Barbara empfiehlt uns das Snapper’s Waterfront Restaurant. Es liegt auf der anderen Seite des Overseas Highways, an der Atlantikküste von Key Largo. Auf der großzügigen Parkfläche vor dem Restaurant finden wir schnell einen Parkplatz. Wie in amerikanischen Restaurants üblich, warten wir im Eingangs­bereich, bis uns die Hostess begrüßt. Sie geleitet uns zu einem freien Tisch am Fenster, mit Blick auf den tiefblauen Ozean.

Auf der Karte stehen vor allem lokale Fisch­spezialitäten. Recht originell finde ich das Angebot für ambitionierte Angler, das sich „You Hook ’Em, We Cook ’Em“ nennt. Soll heißen, der Angler kann seinen Tagesfang beim Koch abgeben, der daraus ein (hoffentlich leckeres) Gericht zaubert.

Jens entscheidet sich für Thunfisch mit Sesamkruste. Da ich für Fisch nicht sonderlich viel übrig habe, stöbere ich weiter in der Karte. Ups, was ist denn das? „Gator Bites“ – zart gebratene Alligatoren-Streifen mit Blue Cheese Soße. Das muss ich probieren! Dazu gönne ich mir ein Glas Weißwein. Das Alligator­fleisch schmeckt fast wie Hühnchen, nur ein bisschen fester. Es ist wirklich lecker. Nachdem wir gut zwei Stunden lang den Gaumen­freuden gefrönt haben, lassen wir die Rechnung kommen.

Restaurant-Knigge: „Wait to be seated“ – ein Schild mit dieser Aufschrift findet man in den meisten Restaurants, gleich im Eingangsbereich. Damit ist gemeint, dass ankommende Gäste solange im Foyer warten sollen, bis sie eine Hostess oder ein Host an einen freien Tisch geleitet. Es ist nicht üblich, dass Gäste ins Lokal spazieren und sich selbst einen Tisch aussuchen – es sei denn, eine Bedienung bietet freie Platzwahl an. Falls das Restaurant voll belegt ist, kann man sich auf eine Warteliste setzen lassen und an der Bar warten, bis ein Tisch frei wird.

Trinkgelder: Das Bezahlen in amerikanischen Restaurants ist eine Wissenschaft für sich. Wie oben beschrieben sind alle Preise in der Speisekarte Netto­angaben. Erst beim Bezahlen wird die »Sales Tax dazu addiert. Außerdem wird ein Trinkgeld (Tip oder Gratuity) fällig, das man – anders als in Deutschland – zahlen MUSS. Trinkgelder sind in den USA fester Bestandteil der Kellner­gehälter (die bei einem Stundenlohn von etwa $ 3 liegen). Daher schlägt man zur Endsumme vor Sales Tax (also auf die Nettosumme) noch mal 15 % – bei hervor­ragendem Service 20 % – auf. Das Trinkgeld lässt man bar auf dem Tisch liegen. Bezahlt man mit Kreditkarte, gibt es ein Extrafeld auf dem Kredit­kartenbeleg. Darin trägt man das Trinkgeld ein, bevor man unterschreibt.

Wichtig ist, sich die Rechnung genau anzuschauen, bevor man den Tip addiert. Denn in einigen Restaurants – vor allem in solchen, in denen vorwiegend europäische Gäste speisen – ist man dazu übergegangen, 15 % Trinkgeld still­schweigend mit auf die Rechnung zu setzen. Offensichtlich war hier die Mehrheit der Gäste zu knauserig. Also Augen auf, bevor man doppelt Trinkgeld gibt!

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