29.07.2010 | 17:29 Uhr
Tag 10 – Di, 3. April 2007 –
Strecke: Cocoa Beach – Titusville – Orlando (130 mi / 209 km)
Unterkunft: Motel 6 Winter Park, Orlando, 5300 Adanson Road ($ 55 DZ exkl. Frühstück)
Unser nächstes Ziel ist Orlando. Nachdem wir im Motel 6 Winter Park ($ 55 pro Nacht) eingecheckt haben, fahren wir in die Prime Outlet Mall am International Drive. Mit 170 Geschäften soll sie der größte Direktverkauf der Region sein. Wie es scheint, haben sie gerade eine größere Umbauaktion gestartet, die Mall ist in einer riesigen Baustelle versunken.
Nach einem exzessiven Shopping-Nachmittag (mittlerweile ist es 21 Uhr) ist es Zeit fürs Abendessen. Auf dem Weg zur Mall sind wir an einem Olive Garden Restaurant vorbei gekommen. Und da wir gestern mit dem Essen ausgesprochen zufrieden waren, starten wir einen zweiten Anlauf. Diesmal leider ohne Erfolg. Das Lokal ist voll bis unters Dach, alle Tische sind besetzt. Die Hostess bietet uns an, unsere Namen auf die Warteliste zu setzen. Sie schätzt die Wartezeit auf 45 Minuten. Sorry, aber dafür ist der Hunger einfach zu groß. Dann lieber doch ein Steak.
Gegenüber befindet sich das Cattleman’s Steak House. Dort lassen wir es uns gut gehen. Die Steaks sind lecker, der Service hervorragend. Ein perfekter Abend! Beim Prüfen der Rechnung stellt Jens fest, dass 18 % »Gratuity (sprich $ 12) bereits im Rechnungsbetrag enthalten sind. Einmal musste es ja kommen. Das Cattleman’s ist das erste Restaurant auf unserer Reise, in dem sie das Trinkgeld eigenmächtig festgelegt haben. Umso erstaunlicher finde ich es, dass der Kreditkartenbeleg, den sie uns zur Unterschrift vorlegen, ein zusätzliches Feld für den Tip enthält. Wer die Rechnung nicht genau durchsieht und hier noch mal volles Trinkgeld einträgt, ist dann der Dumme. Grenzt das nicht an Bauernfängerei?
Tag 11 – Mi, 4. April 2007 –
Strecke: Orlando – Homosassa Springs – Clearwater (200 mi / 322 km)
Unterkunft: Radisson Clearwater Central, Clearwater, 20967 US Hwy 19 N ($ 90 DZ exkl. Frühstück)
Ursprünglich wollten wir heute in einen von Orlandos unzähligen Themenparks gehen. Aber dann haben wir gehört, dass es in den Frühlingsferien zu exorbitanten Wartezeiten vor den einzelnen Attraktionen kommt. Uns wurde berichtet, dass das „normale“ Besucheraufkommen von 50.000 Menschen pro Tag an Ferientagen mal eben auf 92.000 anschwillt. Wenn man dann mehr Zeit mit Anstehen als mit Amüsieren verbringt, sind die $ 60, die sie einem im Schnitt für ein Tagesticket abknöpfen, eher schlecht investiert. Daher haben wir unsere Pläne geändert. Wir kehren Orlando den Rücken und fahren über den gebührenpflichtigen Florida’s Turnpike ($ 3) gen Westen an die Golfküste.
In Homosassa besuchen wir den Wildlife State Park (Eintritt je $ 10) am South Suncoast Boulevard. Am Visitor Center steigen wir in eine Bimmelbahn, die uns zum Westeingang des Parks bringt.
Der State Park liegt in einem 210 Acre (85 Hektar) großen Naturschutzgebiet – einer traumhaften Landschaft,
in der Palmen, Eichen, Kiefern, Myrten, Magnolien und viele weitere Bäume und Pflanzen gedeihen. Im Herzen des Parks entspringt eine Quelle. Sie speist den Homosassa River aus 14 Metern Tiefe mit 180.000 Liter Wasser pro Minute. Das Quellgewässer hat eine konstante Temperatur von 22 °C und bietet Schildkröten,
Alligatoren
und Seekühen (Manatis)
einen idealen Lebensraum.
Die Park Ranger haben sich insbesondere der Pflege verletzter und verwaister Seekühe verschrieben, die sie sorgsam pflegen und aufpäppeln, bevor sie zurück in die Freiheit dürfen. Wir schauen uns als erstes die beeindruckende Fütterung der Manatis an, die dreimal täglich stattfindet. Auf einer Tribüne sitzend haben wir beste Sicht aufs Wasser. Eine Park Rangerin steigt mit einem kleinen Futtereimer ins Wasser.
Sie lockt die scheuen Meeressäuger mit Möhrenscheiben an. Während sie den gemächlichen Riesen (die bis zu 1.300 kg auf die Waage bringen) das Gemüse regelrecht ins Maul schiebt,
verrät sie uns wissenswerte Details über die Lebensgewohnheiten und die Schutzbedürftigkeit der bulligen und doch so sanften Seekühe.
Wenige Meter von der Tribüne entfernt gibt es ein schwimmendes Unterwasser-Observatorium.
Durch dessen Glasfenster kann man die Unterwasserwelt des Homosassa Rivers, und mit etwas Glück auch die Seekühe, beobachten.
Nachdem wir einen Blick riskiert haben, machen wir einen Rundgang durch den Park. Ein gepflastertes Wegenetz führt uns auf einer guten Meile (1,7 km) Länge an den Tiergehegen vorbei. In den Gehegen sind vor allem heimische Tiere Floridas wie Schwarzbären, Schlangen, Pumas,
Flamingos,
Adler
und viele andere Vogelarten zu Hause. Einziger Außenseiter ist das afrikanische Nilpferd Luzifer,
das vor vielen Jahren im Homosassa Park geboren wurde, zu einer Zeit, als dies noch ein exotischer Tierpark war. Als ich das gelbe Warnschild mit der Aufschrift „Splatter Zone“ am Nilpferd-Gehege
sehe, kann ich mir ein breites Grinsen kaum verkneifen. Die Amis haben für wirklich jeden Scheiß ein Schild – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes.
Um 14:30 Uhr schauen wir uns ein weiteres Ranger-Programm an, das Wildlife Encounter. Dabei lernen wir einen kleinen Greifvogel kennen. Er hockt geduldig auf dem Arm einer Rangerin, während sie uns mit Details über Floridas Schlangen und Raubvögel versorgt.
Fazit: Der Besuch des Homosassa Springs Wildlife State Park war lehrreich und kurzweilig. Kaum zu glauben, dass wir volle drei Stunden im Park waren, die Zeit verging wie im Flug. Absolut super und empfehlenswert! ![]()