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29.07.2010 | 17:28 Uhr

HauptseiteReiseberichteUSAFlorida • Zentral- und Südflorida, Florida Keys


Rundreise durch Florida – Von Fort Myers zu den Florida Keys

Tag 2 – Mo, 26. März 2007 –
Strecke: Fort Myers – Captiva Island – Fort Myers Beach – Fort Myers (116 mi / 186 km)
Unterkunft: Howard Johnson Visitenkarte, Fort Myers, 13000 N Cleveland Ave ($ 90 DZ inkl. Frühstück)

Frühstück! In der Lobby ist ein kleines, recht übersichtliches Buffet aufgebaut. Es gibt Tee, Kaffee, Saft, Milch, Toast, Muffins, Bagels, Waffeln mit Ahornsirup, Fruchtgelee und Frischkäse. Nur Geschirr und Besteck suche ich vergeblich. Wie ich feststellen muss, nimmt der Amerikaner sein Motel-Frühstück stilvoll auf weißen Styroportellern ein. Passend dazu: weißes Plastik­besteck und Styropor­becher für die Getränke. Es lebe die Wegwerf­gesellschaft!

Am Saftautomat weist ein Notizzettel darauf hin, dass die linke Seite „out of order“ ist. Und auch am Doppel-Toaster haftet solch ein Zettel. Da haben wir uns ja eine feine Unterkunft ausgesucht! Out-of-Order-Schilder scheinen in diesem Laden recht populär zu sein, Reparaturen dagegen weniger. Trotzdem möchte Jens unseren Aufenthalt im Howard Johnson um eine Nacht verlängern. Fairerweise bieten sie uns die Verlängerungs­nacht mit „Plastik-Frühstück“ zum gleichen Kurs an, den wir bei unserer Internet­buchung gezahlt hatten. Sei es drum.

Inseln vor Fort Myers

Unser erster Ausflug führt uns auf die Inseln vor Fort Myers. Die gelben Hinweis­schilder, die ich vom Auto aus hin und wieder am Straßenrand sehe, lösen ein leichtes Unbehagen in meiner Magengegend aus. „Panther x-ing“ Straßenschild in Florida oder „Do not feed the alligators“ ist darauf zu lesen. Das Verbots­schild hätten sie sich getrost sparen können. Ich habe nicht vor, in die Nähe eine dieser Echsen zu kommen, geschweige denn, sie zu füttern! Als kleiner Schisser, der ich nun mal bin, male ich mir die schrecklichsten Szenarien aus und stelle mir vor, dass hinter jedem Busch eine gefährliche Bestie lauert. Besser nicht darüber nachdenken!

Wir folgen der Route #867. Sie führt über eine 5 km lange Dammstraße von Fort Myers über Sanibel Island nach Captiva Island. Die Straße endet unverhofft auf einem Parkplatz. Klar, dass er bereits hoffnungslos überfüllt ist. Eine halbe Stunde lang kurven wir herum, um eine freie Parklücke zu finden. Schließlich parken wir unseren Wagen vor dem Postamt. Den Hinweis, dass der Parkplatz für Kunden reserviert ist, überlesen wir geflissentlich. Durch die palmen­gesäumten Straßen Captiva Island, Florida Captiva Island, Florida laufen wir zum kilometer­langen, weißen Sandstrand. Captiva Island, Florida

Nächster Stopp ist Fort Myers Beach auf Estero Island Fort Myers Beach, Florida – eine Hochburg der Spring Breaker. Jedes Frühjahr strömen Heerscharen von feriengelaunten College-Studenten auf die Insel, um sich in Ballermann-Manier ausgelassen zu amüsieren. Auf der Pier lassen wir ein wenig die Seele baumeln. Fort Myers Beach, Florida Anschließend geht’s wieder aufs Festland.

Die Fahrt durch Fort Myers ist recht enttäuschend. Die Straßen wirken beinahe ausgestorben. Es scheint, als hätten sie bereits am Nachmittag die Bürgersteige hoch geklappt. Recht ungewöhnlich für einen Montag! Nachdem wir im Supermarkt ein paar Lebensmittel eingekauft haben, zieht es uns ins Motel zurück. Der Jetlag fordert seinen Tribut in Form eines kleinen Mittags­schläfchens. Doch als ich das nächste Mal auf den Wecker schiele, ist es bereits 22 Uhr. Irre, ich hätte nicht gedacht, dass mein Bio-Rhythmus derart mitgenommen ist.

Bilanz des Tages: Schon zwei Tage hier. Bisher hat niemand versucht uns auszurauben. Und ein menschen­fressender Alligator hat uns auch nicht angefallen. Na das läuft doch schon mal gut an!

Tag 3 – Di, 27. März 2007 –
Strecke: Fort Myers – Naples – Big Cypress National Preserve – Key Largo (222 mi / 358 km)
Unterkunft: Stone Ledge Paradise Inn Visitenkarte, Key Largo, 95320 Overseas Hwy ($ 95 DZ exkl. Frühstück)

Naples – Old Naples

Nach dem Auschecken geht’s nach Naples. Der Küstenort liegt etwa 35 mi (56 km) südlich von Fort Myers. Er wurde 1867 gegründet und soll eins der reichsten Pflaster von ganz Florida sein.

Das Herz der Stadt bildet der Historical District „Old Naples“ Old Naples, Florida zwischen der 5th und 13th Avenue South. Old Naples, Florida Prachtvolle terrakotta­farbene Häuser, Old Naples, Florida die nach italienischem Vorbild errichtet wurden, prägen das Bild. Wir schlendern durch die von Palmen, Old Naples, Florida Old Naples, Florida Galerien, edlen Boutiquen Old Naples, Florida und Cafés gesäumten Straßen. Dann machen wir einen Abstecher zur historischen Naples City Pier (erbaut 1887). Naples City Pier, Florida Sie ragt am Westende der 12th Avenue South 300 Meter weit ins Meer hinein. Der Anleger scheint ein viel­versprechender Ort zum Fischen zu sein, denn eine Schar von Anglern hat ihre Köder ausgeworfen.

Big Cypress National Preserve

Über den Highway #41 fahren wir nach Osten zum Big Cypress National Preserve. Das Sumpfgebiet grenzt nördlich an die Everglades. In der HP Williams Picnic Area, Ecke Turner River Road, legen wir einen Stopp ein. Rechts vom Parkplatz ragt ein Holzsteg über den Sumpf. Vom Steg aus beobachten wir die frei lebenden Alligatoren. Völlig regungslos treiben die Körper der Echsen im trüben Wasser, fast so als wären sie tot. Ein besonders kapitaler Bursche hat sich an den Rand des Sumpfes verzogen, wo er bewegungslos im Halbschatten döst. Old Naples, Florida

Um auch den letzten Deppen vom Wagemut abzuhalten, sind Schilder am Geländer angebracht, die das Füttern der Tiere ausdrücklich verbieten. Old Naples, Florida Angeblich zum Schutz der Alligatoren. Mir schwant, man will vielmehr verhindern, dass der Fütternde selbst zum Futter wird.

Über Homestead führt uns unser Weg weiter auf den Highway #1. Wir fahren gen Süden unserem nächsten Ziel, den »Florida Keys, entgegen.

Autofahren in USA: In den USA wird rechts gefahren. Die Höchstgeschwindigkeit legt jeder Bundesstaat individuell fest. In Florida gelten innerorts 30 mph (ca. 48 km/h), auf Landstraßen 55 mph (ca. 88 km/h) und auf Autobahnen maximal 70 mph (ca. 112 km/h). Etwas gewöhnungs­bedürftig ist, dass rechts überholt werden darf (offiziell zwar nur, wenn dafür nicht die Spur gewechselt werden muss, aber daran halten sich nur wenige). Zum Überholen und Abbiegen dürfen durchgezogene Fahrbahn­trennlinien überfahren werden (durchgezogene Doppel­linien jedoch nicht). Zeigt eine Ampel rot, darf rechts abgebogen werden, wenn der vorrangige Querverkehr dies zulässt – es sei denn, ein Zusatzschild mit der Aufschrift „No Turn on Red“ verbietet dies ausdrücklich. In allen Bundes­staaten gilt eine rigorose Null-Promille-Grenze.

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