05.02.2012 | 19:43 Uhr
Tag 6 – Fr, 30. März 2007 –
Strecke: Key West – Bahia Honda Key – Grassy Key – Plantation Key (92 mi / 148 km)
Unterkunft: Keys Motel
, Tavernier, MM 90.6 ($ 99 DZ exkl. Frühstück)
Zu unserem Glück ist der Nieselregen vorbei, als wir auf Bahia Honda Key eintreffen. Die unbewohnte Insel zwischen Meilenstein 36 und 37 verdankt ihren Namen den spanischen Entdeckern. Ihnen war aufgefallen, dass die Bucht (bahia) vor der Insel sehr tief (hondo) ist. Tatsächlich bildet die Meerenge zwischen der Alten und der Neuen Bahia Honda Brücke einen der tiefsten natürlichen Kanäle der Florida Keys.
Die Strände von Bahia Honda Key gehören zu den Top-Sehenswürdigkeiten des
Archipels. An der Schranke des 524 Acre (212 Hektar) großen Bahia Honda State Park
müssen wir eine Parkgebühr von $ 6 berappen, dann dürfen wir passieren.
Hinter der Ranger Station biegen wir rechts ab. Wir parken unseren Wagen auf dem Parkplatz am Calusa Beach
und trotten gemütlich zum Strand. Der Blick, der sich auftut, ist grandios. Die malerische Badebucht wird von den Überresten der kolossalen, 5.055 Fuß (1.540 Meter) langen Old Bahia Honda Bridge eingerahmt, die an dieser Stelle die Florida Bay überspannt. Die Brücke war einst Bestandteil von Henry Flaglers East Cost Railway, die er 1905 errichten ließ. Flagler hegte den Traum, »Key West über eine Eisenbahnlinie an Floridas Festland anzubinden. Sein Traum wurde 1912 Wirklichkeit. Als jedoch 1935 ein Hurrikan über die Keys fegte, wurden die Bahntrasse und einige Brücken schwer beschädigt. Das bedeutete das Aus für Henry Flaglers Bahnverbindung. Statt die Bahntrasse instand zu setzen, entschied man sich für den Bau einer durchgehenden Autostraße – dem heutigen Overseas Highway.
![]()
Da die Brücke für Fußgänger passierbar ist, schlendern wir auf ihr über den Ozean.
Doch nach wenigen Metern wird unser Spaziergang abrupt beendet. Vor unseren Füßen tut sich ein bodenloser Abgrund auf. In der Brückenkonstruktion fehlt ein komplettes Teilstück.
Hinter einer Absperrung geht es schnurstracks dem Meeresgrund entgegen.
Mit dem Auto fahren wir zum Sandspur Beach
an der Atlantikküste des State Parks. An dem ausgedehnten weißen Sandstrand legen wir eine Badepause ein. Leider wird der Badespaß durch den starken Wind getrübt, der uns immer wieder Sand in die Augen bläst …
Als nächstes steuern wir das Dolphin Research Center am Meilenstein 59 an. Es ist DIE Attraktion auf Grassy Key. Hinter dem Kassenbereich (Eintritt je $ 19,50) befinden sich mehrere abgeteilte Meeresbecken,
in denen die Meeressäuger schwimmen. Eins der Becken wird von zwei kalifornischen Seelöwen bewohnt, in den anderen tummeln sich Große Tümmler.
![]()
Wenn man sich per Internet vorab anmeldet und tief in die Tasche greift, darf man mit den Delphinen schwimmen. Wer 20 Minuten zu den Tümmlern ins Becken steigen möchte, ist mit $ 180 dabei. Die Vorausbuchungsfrist ist allerdings gewaltig. Der nächste Termin wäre in drei Wochen frei. Das Highlight im Besucherprogramm nennt sich „Trainer for a Day“. Dabei kann man einem Delphin-Trainer einen Tag lang über die Schulter schauen und ihm bei der Fütterung zur Hand gehen. Das Ganze kostet schlappe $ 670 (und findet in Gruppen mit bis zu vier Personen statt).
Das Dolphin Research Center (zumindest der Teil, der für Besucher zugänglich ist) ist recht klein. Das Gebäude, in dem die Kasse und der Souvenir Shop untergebracht sind, ist das größte auf dem Gelände. Dann gibt es noch eine kleine Holzhütte, das so genannte Dolphin Theater, in dem halbstündlich Filme über die Entstehung des Research Centers, Baby Delphine und dergleichen gezeigt werden. Nicht zu vergessen eine Imbissbude (die heute allerdings geschlossen ist) und der obligatorische Fotostand.
Ein Computerausdruck, der an einem Pfeiler des Sonnenschutzdachs angeschlagen ist, informiert über die täglich stattfindenden Vorführungen. Wir schauen uns eine Delphin Show an. Auf das Kommando der Trainerin springen die Tiere in die Luft, machen eine Rolle im Wasser oder apportieren Ringe, Bälle oder Kegel.
Es ist ein außergewöhnliches Erlebnis, die Delphine aus nächster Nähe beobachten zu können. Allerdings hatte ich mir von dem „Research Center“ ein bisschen mehr versprochen, als ein paar Shows mit den üblichen Kunststücken, die man von den Seehunden im Zoo kennt. Ich hatte erwartet, dass der Forschungsaspekt im Mittelpunkt des Centers stehen würde. Und ich hatte erwartet, mehr über die Delphine, ihre Verhaltens- und Lebensweise zu erfahren. Mir ist das Ganze zu kommerziell angehaucht: Schwimmen mit Delphinen, Malen mit Delphinen und wie die Attraktionen
alle heißen – das ist absolut nicht das, was ich mir unter einem Forschungszentrum vorgestellt habe.