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29.07.2010 | 17:32 Uhr

HauptseiteReiseberichteUSAFlorida • Zentral- und Südflorida, Florida Keys


Rundreise durch Florida – Anreise nach Fort Myers

Tag 1 – So, 25. März 2007 –
Strecke: Stuttgart – Frankfurt am Main – Fort Myers
Unterkunft: Howard Johnson Visitenkarte, Fort Myers, 13000 N Cleveland Ave ($ 90 DZ inkl. Frühstück)

Anreise / Einreise

Wieso muss eine Urlaubs­reise immer so nerv­tötend beginnen? Die stunden­langen Pass-, Hand­gepäck- und Sicher­heits­kontrollen am Frankfurter Flug­hafen – bei denen wir DREI­MAL durch­gecheckt werden – wollen kein Ende nehmen. Die kontrollieren sich regel­recht ’nen Wolf. Selbst meine Turn­schuhe werden durch­leuchtet. Ich warte auf den Tag, an dem der erste Flug­gast in Unter­wäsche zum Flieger flitzt!

15:35 Uhr – Endlich sitzen wir im Flug­zeug. Fort Myers wir kommen! Ich hab’ Hummeln im Bauch, denn dies ist meine erste Reise über den großen Teich. Während ich aus dem ovalen Fenster in der Kabinen­wand starre, kommen mir jene Schreckens­berichte in den Sinn, die ich irgend­wann mal im Fernsehen gesehen habe. Da ging es um USA-Touristen, die kurz nach der Ankunft am Flug­hafen über­fallen wurden. Bewaffnete Gangster lauerten ihnen auf und raubten sie aus, sobald sie in ihren Miet­wägen vom Park­platz der Auto­vermietung fuhren …

Schauen wir mal, was uns in den kommenden zwei Wochen in Florida erwartet. Von Deutschland aus haben wir lediglich einen Pkw für unsere Entdeckungs­tour und ein Motel für die erste Nacht gebucht. Alles Weitere – vor allem unseren Tour­verlauf – haben wir bewusst offen gelassen. So sind wir flexibel und können spontan entscheiden, was wir anschauen und wo wir bleiben wollen.

Bei jedem Blick aus dem Fenster habe ich das Gefühl, dass die Maschine der Condor dem Abend entflieht und dem Morgen entgegen fliegt. Es wird gar nicht dunkel draußen. Kein Wunder, denn Florida liegt zeitlich sechs Stunden zurück.

Ankunft in Fort Myers

Kurz vor 21 Uhr landen wir in Fort Myers. Mir tut der Hintern vom langen Sitzen weh. Die Kontrolle bei der Einreise dauert eine halbe Ewigkeit. Glücklich sind diejenigen, die mit amerikanischem Pass reisen. Für sie gibt es einen separaten Schalter, an dem nur drei Hanseln anstehen. Die schier endlose Warte­schlange vor den Touristen-Schaltern kriecht dagegen nur im Schnecken­tempo durch das Labyrinth aus schwarzen Absperr­gurten. Endlich bin ich an der Reihe. Die rundliche Beamtin vom Immigration Service leiert ihren einstudierten Fragen­katalog runter. Dann scannt sie die Finger­abdrücke meiner Zeigefinger und erstellt ein digitales Profilfoto von meinem Gesicht. Schließlich drückt sie den begehrten Einreise­stempel in meinen Reisepass und lässt mich passieren.

Zweite Hürde: Gepäck­ausgabe. Das Band dreht surrend seine End­los­schleife. Doch es befindet sich kein einziges Gepäck­stück darauf. Wahrscheinlich wird jeder Koffer und jede Tasche akribisch durch­leuchtet, bevor er/sie aufs Gepäck­band darf.

Als wir die Ankunfts­halle endlich verlassen können, ist es bereits 22 Uhr. Nach dem zehn­stündigen Flug und der ewigen Warterei bei der Einreise tut der erste Atemzug im Freien wirklich gut. Genuss­voll atme ich die warme Abendluft bis ins Zwerchfell ein. Die Gummiräder meines Trolleys rollen ratternd über den Asphalt, als wir in Richtung Alamo Auto­vermietung laufen. In der großen Halle, in der sich alle namhaften Auto­vermieter tummeln, erleben wir den nächsten Schock. Eine Menschen­masse steht vor den Schaltern von Alamo an. Scheinbar hat wirklich JEDER Passagier, der mit uns im Flieger saß, einen Miet­wagen bei Alamo reserviert. An den Schaltern von Sixt, Budget und wie sie alle heißen ist kaum ein Kunde. Wir stehen uns die Beine in den Bauch, während die Anzahl der Wartenden vor uns nur gaaanz laaangsam abnimmt. Die Müdigkeit übermannt mich. Ich könnte auf der Stelle einschlafen. Die Frau vor mir hat’s richtig gemacht und sich einen Kaffee von Starbucks geholt – und zwar gleich einen halben Liter! So ein Riesen­becher wäre mir jetzt allerdings zu viel des Guten.

Eine Stunde später sind wir an der Reihe. Mit dem begehrten Miet­vertrag in Händen geht’s raus zum Car Park. Er umfasst vier komplette Parkreihen auf dem Parkdeck des Parkhauses. Die Autos sind nach Wagen­klasse sortiert. Die Schlüssel stecken im Zündschloss. In der gebuchten Wagen­klasse hat man freie Auswahl. Unsere Kategorie ist schon ganz schön abgegrast, aber immerhin können wir uns einen von acht Wagen aussuchen. Wie in den USA üblich, haben sie allesamt Automatik­schaltung. Wir entscheiden uns für einen silbernen Toyota Corolla mit Stufen­heck, laden unser Gepäck in den Kofferraum und fahren an die Schranke. Einer der Wächter scannt den Strich-Code am hinteren Wagen­fenster und auf dem Miet­vertrag. Dann drückt er einen Knopf, woraufhin die Reifen­töter vor der Ausfahrt im Boden verschwinden und die Schranke hochschnellt. Auf zum Motel und ab ins Bett!

In der Lobby des Howard Johnson, Visitenkarte das wir übers Internet gebucht haben, riecht es muffig. Das Zimmer ist zweckmäßig eingerichtet: King Bed, riesiger Fernseher, Kühlschrank, Waschtisch im Zimmer – Badewanne und WC in einem separaten Raum. Was ist das denn? Die halbe Klo­schüssel steht ja unter Wasser. Na klasse, da vermieten die uns doch glatt ’ne Bude mit verstopftem Klo. Doch Jens, der schon etliche USA-Reisen auf dem Buckel hat, gibt Entwarnung. Der hohe Wasser­stand in der Klo­schüssel ist normal und kein Grund zur Beunruhigung. Aaaah ja. Andere Länder, andere Schüsseln.

Zimmerausstattung: Amerikanische Motel-/Hotelzimmer sind häufig mit Queen oder King Beds ausgestattet. Unter einem Queen Bed versteht man ein französisches Bett, das ca. 1,50 × 2 m groß ist. Ein King Bed ist etwas geräumiger und etwa 2 × 2 m groß. Beide Varianten haben eine durchgehende Bett­decke, die aus einem Laken und einer Woll­decke besteht.

Stromspannung: Die USA haben ein Wechsel­strom­netz mit einer Strom­spannung von 110 Volt und einer Frequenz von 60 Hertz. Elektrische Geräte, die man von zu Hause mitbringt, sollten daher einen Schalter besitzen, mit dem man auf diese Spannung umstellen kann. Außerdem benötigt man einen Adapter für die Steck­dosen. Steckertyp in USA

Meine Kehle ist staubtrocken. Bevor ich mich ins lang ersehnte Bett fallen lassen, möchte ich etwas trinken. Auf dem Weg von der Rezeption zum Zimmer hatte ich irgendwo einen Getränke­automaten gesehen. Ein Sprudel wäre jetzt genau das Richtige. Wie gut, dass Jens noch eine handvoll Münzgeld von einem früheren USA-Aufenthalt übrig hat. Damit machen wir uns auf die Suche nach dem guten Stück. Aber zu früh gefreut. Der blöde Kasten schluckt zwar unser letztes Geld, spuckt aber keine Getränke aus. Den kleinen hand­geschriebenen Zettel mit der Aufschrift „out of order“, der unscheinbar auf dem Gerät klebt, haben wir völlig übersehen. Also versuchen wir unser Glück bei KFC, das direkt neben dem Motel liegt. Die „Hähnchen­bude“ hat allerdings zu. Auch im benachbarten Taco Bell ist schon Schicht im Schacht. Daher decken wir uns an einer Tank­stelle mit Mineral­wasser und ein paar Knabbereien ein. Etwas verlegen frage ich die Kassiererin, ob wir die $ 7, die die Kasse anzeigt, mit Kredit­karte zahlen dürfen. „Of course, why not?“, strahlt sie mich an. Ich glaub’ in Deutschland hätten sie mich für diese Frage auf der Stelle gelyncht.

Kreditkarten: Kredit­karten sind in den USA eins der wichtigsten Zahlungs­mittel. Man kann fast überall damit bezahlen, selbst in Super­märkten, Cafés und in vielen Museen. Es ist so gut wie unmöglich, ohne Kredit­karte zu reisen. Will man beispiels­weise ein Zimmer in einem Hotel oder Motel buchen, muss man beim Check-in eine Kredit­karten­nummer als Sicherheit hinterlegen. Ohne geht’s nicht. EC-Karten werden dagegen nicht als Zahlungs­mittel akzeptiert. Am Geld­automaten (ATM) kann man damit jedoch Dollars ziehen.

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