08.10.2008 | 07:26 Uhr
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Montag 08:05 Uhr
Die Woche fängt gut an. Anruf aus der Werbeabteilung, sie
können eine Datei nicht finden. Habe ihnen die Verwendung des
Suchprogramms „FDISK“ empfohlen. Hoffe, sie sind eine Weile
beschäftigt.
08:25 Uhr
Die Lohnbuchhaltung beschwert sich, ihre Netzwerkverbindung
funktioniert nicht. Habe zugesagt, mich sofort darum zu kümmern.
Anschließend meine Kaffeemaschine ausgestöpselt und ihren
Server wieder angeschlossen. Warum hört mir keiner zu, wenn ich
sage, ich habe hier zu wenig Steckdosen? Lohnbuchhaltung bedankt sich
für die prompte Erledigung. Wieder ein paar glückliche User!
08:45 Uhr
Die Lagerfuzzis wollen wissen, wie sie die Schriftarten in ihrem
Textverarbeitungsprogramm verändern können. Frage sie,
welcher Chipsatz auf der Hauptplatine eingebaut ist. Sie wollen wieder
anrufen, wenn sie es herausgefunden haben.
09:20 Uhr
Anruf aus einer Zweigstelle: Sie können keine Anlagen in Lotus
Notes öffnen. Verbinde sie mit der Pförtnerkammer im
Erdgeschoss.
09:35 Uhr
Die Werbeabteilung berichtet, ihr PC fährt nicht mehr hoch und
zeigt „ERROR IN DRIVE 0“ an. Sage ihnen, das Betriebssystem ist schuld
und gebe ihnen die Nummer der Microsoft-Hotline.
09:40 Uhr
Die Lageristen behaupten, sie hätten herausgefunden, das die
Schriftarten mit dem Chipsatz nichts zu tun haben. Sage Ihnen, ich
hätte gesagt „Bitsatz“ und nicht „Chipsatz“. Sie wollen weiter
suchen. Wie kommen diese Leute zu ihrem Führerschein?
10:05 Uhr
Der Ausbildungsleiter ruft an, er braucht einen Zugangscode für
einen neuen Lehrling. Sage ihm, er muss einen Antrag stellen mit
Formblatt 7A96GFTR4567LPHT. Sagt, er hat noch nie etwas von so einem
Formblatt gehört. Verweise ihn an den Pförtner im Erdgeschoss.
10:20 Uhr
Die Burschen aus dem Lager geben keine Ruhe. Sie sind sehr
unfreundlich und behaupten, ich würde sie verarschen. Sie
hätten nun selbst herausgefunden, wie man die Schriftarten
verändert. Sie wollen sich beim Personalchef über mich
beschweren. Ich schalte das Telefon des Personalchefs auf „besetzt“.
Anschließend logge ich mich auf ihren Server ein und erteile
ihnen eine Lektion.
10:30 Uhr
Meine Freundin ruft an. Ihre Eltern kommen am Wochenende zu Besuch und
sie hat ein umfangreiches Betreuungsprogramm vorbereitet. Hört
nicht auf zu reden. Verbinde sie mit dem Pförtner im
Erdgeschoss.
10:40 Uhr
Schon wieder das Lager. Sie berichten sehr kleinlaut, dass alle ihre
Dateien leer sind. Sage ihnen, das kommt davon, wenn man schlauer sein
will als der Administrator. Zeige mich versöhnlich und verspreche,
mich in das Problem zu vertiefen. Warte 15 Minuten, um dann über
ihren Server die Schriftfarbe wieder von weiß auf schwarz
zurückzustellen. Sie bedanken sich überschwänglich und
versichern mir, die angedrohte Beschwerde wäre nur ein Scherz
gewesen. Ab heute fressen sie mir aus der Hand!
10:45 Uhr
Der Pförtner kommt vorbei und erzählt, er erhalte
merkwürdige Anrufe. Er will unbedingt etwas über Computer
lernen. Sage ihm, wir fangen sofort mit der Ausbildung an. Gebe ihm als
erste Lektion die Aufgabe, den Monitor genau zu beobachten. Gehe zum
Mittagessen.
14:30 Uhr
Komme vom Mittagessen zurück. Der Pförtner berichtet, der
Personalchef sei hier gewesen und habe etwas von einem Telefonproblem
gefaselt. Schalte das Besetztzeichen von seiner Leitung. Was
würden diese Leute ohne mich tun?
14:35 Uhr
Stöpsle das Service Telefon wieder ein. Es klingelt sofort.
Cornelia (muss neu sein) vom Versand ruft an. Sagt, sie brauche
dringend eine neue ID, weil sie die alte vergessen hat. Sage ihr, ID
wird vom Zufallsgenerator erzeugt, wenn ich ihre Haarfarbe, Alter,
Maße und Familienstand eingebe. Die Daten hören sich
aufregend an. Sage ihr, die ID wird erst am Abend fertig sein, aber
wegen der Dringlichkeit werde ich sie ihr direkt zu ihrer Wohnung
bringen.
14:40 Uhr
Blättere ein wenig im Terminkalender des Personalchefs.
Lösche den Eintrag „MORGEN HOCHZEITSTAG!!!“ am Mittwoch und den
Eintrag „HOCHZEITSTAG! AUF DEM HEIMWEG BLUMEN KAUFEN!!!“ am Donnerstag.
Frage mich, ob er am Freitag immer noch so zufrieden aussieht.
14:45 Uhr
Pförtner sagt, der Monitor erscheine ihm etwas zu dunkel. Schalte
den Monitor ein und starte den Bildschirmschoner. Pförtner macht
sich eifrig Notizen. Wenn doch die gesamte Belegschaft so leicht
zufrieden zu stellen wäre!
14:55 Uhr
Spiele einige Dateien aus dem Ordner „Behobene Fehler“ wieder auf den
Hauptserver zurück um sicherzustellen, dass meiner Ablösung
für die Spätschicht nicht langweilig wird.
15:00 Uhr
Endlich Feierabend! Hole mir vom Server der Personalabteilung die
Adresse von Cornelia und packe die Flasche Schampus aus dem
Kühlschrank der VIP-Lounge ein. Notiere noch hastig ihre neue ID
(123456) und mache mich auf den Weg. Nach so einem harten Tag braucht
der Mensch ein wenig Entspannung!