08.10.2008 | 07:23 Uhr
Hauptseite
Fotos
Reiseberichte
Parks & Events
Dies & das
Ach, meine Leibspeise ist Bohnen mit Speck,
und dafür gebe ich gern alles andere weg.
So geschah es auch im Wonnemonat Mai,
meine Frau war Gott sei Dank nicht mit dabei.
Da habe ich wieder einmal Bohnen gegessen,
und anschließend drei Stunden auf dem Häuschen gesessen!
Ich hatt’s versucht – hatt’ getan, was ich konnt’
aber es rührte sich nichts in diesen Stund’.
Wie immer ging ich zur Maiandacht hin,
und leider, die Bohnen waren alle noch „drin“
Als der Pastor predigte vom jüngsten Gericht,
Angstschweiß und Blähbauch standen in meinem Gesicht.
Er erzählte von Heulen und von Zähneknirschen,
– die Bohnen sich grummelnd zum „Ausgang“ pirschten.
Ich vernahm die Worte von Teufelsqualen und Höllengestank,
das war ’ne Idee – Mensch, dem Himmel sei Dank!
Erst nach links, dann nach rechts tat ich jetzt „linsen“,
da, der ERSTE ging mir schon durch die Binsen!
Den ZWEITEN hatte ich noch unter Kontrolle,
aber der DRITTE haute direkt in die Vollen!
So DREI bis FÜNF sind mir leise entfleucht,
viele Leute wurden im Gesicht schon ganz bleich!
Vorsichtig schaute ich die Kirche entlang,
da kippten die ersten schon um in der Bank!
Auf der anderen Seite nahm eine Frau vom Parfüm,
ich dacht’ noch: „Umsonst!“ – und schon schlug sie hin.
Am Altar steht im Mai stets ein großer Strauß Flieder,
ein altes Mütterchen sprach: „Was stinkt der heut’ wieder!“
Die letzten Worte konnte sie nur noch lallen,
dann war sie längs in die Kniebank gefallen!
Verwundert wurden des Pastors Augen ganz groß,
er fragte befremdet: „Was ist mit der Gemeinde los?“
Danach stutzte der Pfarrer und fing an zu bangen:
„Das hängt doch wohl nicht mit meiner Predigt zusammen?“
Als wieder einer zum Ausgang rannte, vorm Mund beide Hände,
da schimpfte der Pfarrer: „Ist der Gottesdienst schon zu Ende?“
Dann sah ich den Küster aus der Sakristei herausrasen,
ich hatte mit einer „Bohne“ das Ewige Licht ausgeblasen!
Doch leider war er nur bis zur Altarstufe gekommen,
er röchelte nach Luft und wackelte benommen,
fing an zu kippen uns suchte nach ’nem Halt
doch meine nächste „Bohne“ erwischte ihn kalt.
Ich guckte mich um – so voller Entrüstung,
da hing der Organist oben über der Brüstung!
Und war fürchterlich am Würgen und am Kriechen
da ahnte ich, dass die da oben auch was riechen.
Und dann tönte von hinten ein erbärmlicher Gesang:
„Am dreißigsten Mai, da ist der Weltuntergang!“
Und während es krachte aus allen Rohren,
sang der Kirchenchor: „Menschen, ihr ward verloren!“
Anschließend habe ich noch einmal kräftig genossen
und dabei meinen Hintermann fast abgeschossen.
Endlich – die Andacht war vorbei,
ich fühlte mich wieder erleichtert und frei,
und es brauste ein Ruf wie ein Donnerhall,
die Speckbohnen sind nun endlich all!
Dabei denke ich an die Worte unseres Pastors vor kurzem:
„Man kann auch ohne Bohnen … (ein guter Christ sein!)“