05.02.2012 | 19:56 Uhr
Am südlichen Stadtrand von Pforzheim – im Hagenschieß Wald gelegen – befindet sich der Wildpark Pforzheim. Der 16,5 Hektar große Wildpark hat sich dem Leitbild „Waldlandschaften Mittel- und Nordeuropas“ verschrieben, das durch Haus- und Nutztiere aus aller Welt ergänzt wird.
[18. Okt. 2008] — Ein herrlicher Herbsttag mit strahlend blauem Himmel. Ideales Wetter für einen Spaziergang durch den Wildpark im Pforzheimer Hagenschieß Wald. Der Wildpark feiert dieses Jahr übrigens seinen 40. Geburtstag. Er wurde am 6. Juli 1968 auf einer Fläche von zunächst drei Hektar eröffnet. In den folgenden Jahrzehnten erfolgten einige Erweiterungen, bis er 2007 schließlich seine jetzige Größe erreichte. Heute beherbergt er 400 Tiere.
Bevor es los geht, werfen wir einen Blick ins Internet. Die Webseite des Wildparks enthält nützliche Hinweise zur Anfahrt. Der Tipp, als Zieladresse „Tiefenbronner Straße 100“ ins Navigationssystem des Pkw einzugeben, erweist sich als Volltreffer. Uschi – wie wir die weibliche Stimme unseres Navigationssystems getauft haben – führt uns zielsicher zum Besucherparkplatz des Wildparks. Überaus familienfreundlich ist, dass die Stadt Pforzheim keinen Eintritt pro Person erhebt. Man zahlt lediglich eine Parkgebühr von 4 € (montags bis freitags sogar nur 2 €) pro Auto. Bezahlen kann man wahlweise per Münzeinwurf oder EC-Geldkarte an einem der aufgestellten Parkscheinautomaten. Der Parkschein gilt für eine Parkdauer von drei Stunden. In der Parkgebühr ist der Eintrittspreis für die Pkw-Insassen inbegriffen – unabhängig davon, ob eine oder fünf Personen aus dem Wagen steigen. Das nenne ich ein günstiges Freizeitangebot!
Was mich allerdings noch mehr beeindruckt, ist dass der Wildpark zu jeder Tages- und Nachtzeit zugänglich ist. Es gibt keine Schließzeiten. Nur die Streichelzoos und der Kinderbauernhof werden gegen 18 Uhr geschlossen. Im Wildpark selbst kann man sich aufhalten, so lange man möchte. Huuuh – das stelle ich mir bei Dunkelheit ziemlich gruselig vor. ![]()
Über den Haupteingang gelangen wir in den Wildpark. Gleich links davon befindet sich ein Kiosk, der kalte und warme Getränke, Kuchen, Eis, Bratwurst … zur Stärkung der Wildparkbesucher im Angebot hat. Am Verkaufsstand schräg gegenüber gibt’s Futter für die Wildparkbewohner. Gegen einen Obolus von einem Euro erstehen wir eine Schachtel Wildparkfutter. Damit darf man einige der Tiere füttern. Welche das sind, zeigen die Hinweistafeln an den Gehegen. Überall dort, wo ein grünes Schild hängt, darf gefüttert werden. Bei roten Schildern ist das Füttern nicht erlaubt.
Zuerst schauen wir bei den Alpakas (auch Pakos genannt)
vorbei, die in den südamerikanischen Anden beheimatet sind. Zwei Tiere recken ihre Hälse neugierig übers Gatter, als wir mit unserer Futterschachtel näher kommen.
Das Wildparkfutter scheint ein echter Leckerbissen zu sein. Kaum habe ich ein wenig Futter in meine Hand geschüttet, entbrennt eine Rangelei zwischen den beiden Tieren. Jedes versucht gierig, an das Futter in meiner Hand zu kommen, notfalls mit Schieben und Stupsen. Was für putzige Gesellen! Beim Anblick ihrer witzigen Strubbelmähnen und der großen Kulleraugen muss ich wirklich schmunzeln.
Auch im Streichelzoo bei den Hausziegen nebenan herrscht der reinste Futterneid.
Zum Leidwesen der Knirpse, die mit den Vierbeinern auf Augenhöhe sind. Denn die ganz und gar nicht scheuen Zicklein können recht energisch werden, sobald sie eine Handvoll Futter erblicken.
Im Kinderbauernhof, der im Juni 2003 eröffnet wurde, haben Meerschweinchen, Hasen, Zwerg-Hausschweine,
Ponys, Schafe,
Hühner, Mähnenspringer, Mäuse, Störche und Tauben ihr Zuhause. Und im Teich am nordwestlichen Ende des Kinderbauernhofs plantschen Enten
und Gänse um die Wette. Als wir am Hasen-Gehege vorbei kommen, hören wir wie ein Junge zu seinem Bruder sagt: „Komm, wir schnappen einen Hasen und nehmen ihn mit nach Hause.“ Doch die Jungen haben die Rechnung ohne ihren Vater gemacht, der den Plan mitgehört hat.
Meine ungeschlagenen Favoriten im Wildpark sind die Luchse.
Nach Bären und Wölfe sind diesen Katzen Europas größte heimische Raubtiere. Jeden Samstag und Sonntag sowie an Feiertagen findet um 15 Uhr eine spektakuläre Schaufütterung statt. Dabei müssen die Luchse balancieren, springen und klettern, um an ihre „Beute“ zu kommen. Schade, dass wir zu früh dran sind!
Gegenüber dem Luchs-Gehege gibt es einen Waldklettergarten
– eine Attraktion, die den Wildpark seit Ostern 2006 bereichert. Hier können Klettermaxe ihre Künste von März bis Oktober immer samstags, sonntags und an Feiertagen unter Beweis stellen. Für eine Runde auf dem Kletterparcours
zahlen Kinder – je nach Körpergröße – zwischen 7 € und 15 €. Erwachsene sind mit 17 € dabei. Und die Lütten, für die der Klettergarten noch nichts ist, können sich auf den beiden Kinderspielplätzen des Parks austoben.
Die Zeit vergeht wie im Flug, und als wir zu unserem Wagen zurück kommen, sind tatsächlich drei volle Stunden um.
Mein Fazit: Der Wildpark Pforzheim ist das perfekte Ziel für einen Familienausflug. Das ganzjährig stattfindende Veranstaltungsprogramm, das von Apfelsaft-Pressen, Honig-Schleudern, Traktor- und Pferdewagenfahrten bis hin zu betreuten Kindergeburtstagen reicht, lässt kaum Wünsche offen.
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