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12.03.2010 | 07:40 Uhr
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Ein sonniger Herbsttag mit strahlend blauem Himmel brachte uns am Tag der Deutschen Einheit auf die Idee, einen Ausflug nach Karlsruhe zu machen.
Karlsruhe ist nach »Stuttgart und Mannheim die drittgrößte Stadt des Landes Baden-Württemberg. Auf einer Fläche von 173 km² leben knapp 290.800 Einwohner. Seit 1950 ist Karlsruhe Sitz des Bundesgerichtshofs und seit 1951 des Bundesverfassungsgerichts, was der Stadt den Beinamen „Residenz des Rechts“ einbrachte.
Karlsruhes Geschichte begann 1715 mit der Grundsteinlegung zum Residenzschloss des Markgrafen Karl Wilhelm von Baden-Durlach, der seine neue Residenz inmitten seines Jagdreviers, dem Hardtwald, gründete. Er legte fest, dass alle Straßen fächerförmig auf sein Schloss zulaufen sollen. ![]()
Karlsruhe liegt in der oberrheinischen Tiefebene an den kleinen Flüssen Alb und Pfinz sowie am Rhein und grenzt im Osten an die letzten Ausläufer des Schwarzwalds und des Kraichgaus.
[Sa, 3. Okt. 2009] — Wir starten unseren Rundgang durch Karlsruhe in der Oststadt am Renaissanceschloss Gottesaue,
das seit 1989 von der Hochschule für Musik genutzt wird. Dann gehen wir über die Durlacher Allee zur Lutherkirche.
Sie wurde 1905 – 1907 im Auftrag der Kirchengemeinde Karlsruhe im romanischen Stil erbaut. Nur wenige Schritte weiter steht die neugotische Sankt Bernhard Kirche, die zurzeit leider eingerüstet ist. ![]()
Unser nächstes Ziel ist der Fasanengarten – der östliche Teil des Schlossgartens. Hier befindet sich das 1765 als Lustschloss errichtete Fasanenschlösschen.
Die gegenüberliegenden Feldhüterhäuschen – in Form von Chinesischen Pavillons –
wurden ein Jahr zuvor aufgestellt. Als wir in Richtung Wasserfontäne
weiterlaufen, ertönt hinter uns das Tuten der Schlossgartenbahn.
Die Kleinbahn lädt an den Wochenenden der warmen Jahreszeit zu einer 2 km langen Rundfahrt durch den Schlossgarten ein (Fahrpreis 2,30 €).
Durch ein reichlich verziertes, schmiedeeisernes Tor
gelangen wir zum achteckigen Schlossturm
(1715 – 1716) an der Rückseite des Schlosses. Seine 42 m hohe Aussichtsplattform kann man über 165 Stufen erklimmen. Rechts am Turm vorbei schlendern wir am Westflügel des Schlosses entlang. Dabei passieren wir den Seepferdbrunnen,
der etwas verdeckt unter Bäumen am Ende einer kleinen Wiese steht. Der Brunnen wurde von 1709 – 1716 von Gabriel Grupello für den Schwetzinger Schlossgarten geschaffen und 1824 in den Karlsruher Schlossgarten versetzt. Heute befindet sich hier eine Kopie; das Original ist wieder in Schwetzingen. Schließlich erreichen wir den Schlossplatz, von dem man die beste Sicht auf die Frontseite des dreiflügeligen Schlosses hat. Der Schlossplatz wird gesäumt von einem guten Dutzend Skulpturen,
die der bayrische Bildhauer Ignaz Lengelacher in den Jahren 1758 – 1764 nach Themen der Mythologie schuf.
Das Karlsruher Schloss
selbst wurde zwischen 1715 und 1718 im Auftrag des Markgrafen Karl Wilhelm von Baden-Durlach errichtet und war bis 1918 Residenzschloss des jeweils regierenden Landesherrn. Im Inneren des Schlosses ist das Badische Landesmuseum untergebracht, das Kunst-, Kultur- und Landesgeschichte vom Mittelalter bis zur Gegenwart ausstellt.
Am Denkmal des Großherzogs Karl Friedrich
vorbei marschieren wir in Richtung Marktplatz. Auf dem Platz feiert heute der Karlsruher Verkehrsverbund sein 15-jähriges Bestehen mit einem kleinen Weinfest. Leider verdecken die Wein- und Fressbuden die Sicht auf die 6,50 m hohe Sandstein-Pyramide, die die Gruft des Stadtgründers birgt. Die Zelte des Weinfests reichen bis an den Eingang des Rathauses,
das die Westseite des Marktplatzes begrenzt. Es wurde von 1805 bis 1825 erbaut. Das Glockenspiel unter dem Tympanon ist seit 1981 in Betrieb. Die Evangelische Stadtkirche
(1807 – 1816) gegenüber dem Rathaus hat was von einem griechischen Tempel. Das dritte Gebäude, das auf dem Marktplatz ins Auge sticht, ist das ehemalige Großherzoglich Badische Bezirksamt von 1900, in dem heute das Polizeirevier Karlsruhe-Marktplatz
untergebracht ist.
Als nächstes spazieren wir über die Kaiserstraße – Karlsruhes 2 km lange Fußgängerzone – in Richtung Europa-Galerie. Dabei kommen wir an drei Brunnen vorbei. An der Ecke Kaiser- und Lammstraße steht der Lammbrunnen (oder auch Jungbrunnen)
von 1986. Er zeigt greise Schafe und Menschen, die ins Wasser steigen und jung wieder heraus kommen. Zwei Kreuzungen weiter an der Herrenstraße befindet sich der Herrenbrunnen
von 1978. Und an der nächsten Kreuzung (Ecke Waldstraße) wurde 1984 der Waldbrunnen
aufgestellt.
Am Kaiserplatz, auf dem Kaiser Wilhelm I.
hoch zu Ross thront, machen wir kehrt und laufen über die Stephanienstraße in Richtung Orangerie.
Sie wurde zwischen 1853 und 1857 zusammen mit Teilen des Botanischen Gartens geschaffen. Heute dient sie der Staatlichen Kunsthalle als Ausstellungsort für die Werke der Klassischen Moderne. Der Botanische Garten
selbst liegt zwischen Schlossgarten, Orangerie und dem Bundesverfassungsgericht. Eine Ausstellung im Torbogengebäude
informiert ausführlich über seine Entstehungsgeschichte, von der ersten Pflanzensammlung über die Gründung im Jahr 1808 und die Umgestaltungen im 19. Jh. bis hin zum heutigen Erscheinungsbild. (Der Eintritt ist übrigens frei.) Vorbei am ehemaligen Wintergarten,
in dem jetzt die Badische Weinstube untergebracht ist, schlendern wir zum Auto zurück.