Fasnet-Sonntag in Weil der Stadt. Um Punkt 14 Uhr setzte sich der Fasnet-Umzug der hiesigen Narrenzunft in Bewegung. 74 Narren-Gruppen starteten von der Wendelinskapelle über die Herrenberger Straße in Richtung Marktplatz.
[18. Febr. 2007] — Das Wetter könnte gar nicht besser sein: milde
neun Grad, blauer Himmel und Sonnenschein. Ich habe mir ein lauschiges Plätzchen
auf dem Marktplatz gesichert, von wo aus ich beste Sicht auf den Umzug habe.
Heute habe ich wieder was dazu gelernt. War ich als Nordlicht bisher der Meinung, dass
das närrische Treiben im Rheinland seine Hochburgen hat, so wurde ich jüngst
eines Besseren belehrt. Auch die Schwaben lassen ordentlich die Puppen tanzen. Nur nennen sie
die fünfte Jahreszeit nicht Karneval sondern schwäbisch-alemannische Fasnacht,
Fasnet oder Fasent.
Auch die Kostümierung unterscheidet sich wesentlich von der der Jecken am Rhein.
Der schwäbisch-alemannische Narr verkleidet sich als Hexe, Schlehengeist, Schellenteufel,
Bär, Hänsele oder dergleichen und verhüllt sein Gesicht meist mit einer Holzmaske.
Schellen, die bei jedem Schritt und Tritt lustig bimmeln, sind augenscheinlich ein wichtiges Attribut
an so manchem Fasnet-Gewand. Und statt „Helau“ oder „Allaf“ ruft man sich ein dreifaches
„Aha“ oder ein „Narri-Narro“ zu.
Wie heißt es so schön: „Andere
Länder andere Sitten.“ Nun, das scheint auch für die fünfte
Jahreszeit zu gelten. Nur eins finde ich ein wenig befremdlich: hier ist es offenbar üblich, einen
Obolus zu entrichten, wenn man den Straßen-Umzug anschauen möchte. Gegen eine Gebühr von
2,50 € bekam ich eine Art Papp-Plakette am Gummibändsel in die Hand gedrückt, die ich gut
sichtbar um den Hals tragen soll. Was es nicht alles gibt! Da sag ich nur: „Aha, aha, aha.“