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29.07.2010 | 17:37 Uhr

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Die Terrakotta-Armee des Qin Shi Huang Di – Ausstellung 2003

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Seit einigen Jahren zieht die Ausstellung der Terrakotta Armee quer durch Europa. Vom 23. August bis 30. November 2003 war die 2000 m² große Zeltlandschaft zu Gast in Hamburg. Hier ein kleiner Abriss über diese überaus interessante Ausstellung …

Die Ausstellung

Im Frühjahr 1974 entdeckten Bauern bei Bodengrabungen für einen Brunnen rund 30 km östlich von Xian/China die archäo­logische Sensation des 20. Jh. – das Grabmal des ersten chinesischen Kaisers Qin Shi Huang Di.

Das Grabmal war bestückt mit weit über 8.000 lebensgroßen Terrakotta-Kriegern und Pferden. Die Krieger waren in Schlacht­ordnung in Reih und Glied aufgestellt und bewachten so das Grab über mehr als zweitausend Jahre. Das Besondere an den Figuren ist ihre Individualität. Bislang wurden ca. 1.500 Figuren in Xian freigelegt. Alle sind von der Physiognomie her einzigartig und individuell.

Objekte aus dieser historischen Ausgrabung, die auch als „achtes Weltwunder“ betitelt wird, gehören zu der Ausstellung.

Der erste Teil der Ausstellung zeigt Exponate aus der Kaiserzeit. Im zweiten Teil befindet sich eine Miniatur der Grabanlage im Maßstab 1:10, Detail-Foto die mit über 1.000 meisterhaften Repliken von Tonkriegern und Pferden bestückt ist. Im dritten Teil – im großen Zelt – sind 122 nachgebildete originalgroße Terrakotta-Krieger Detail-Foto und acht Terrakotta-Pferde Detail-Foto aufgestellt. Den Höhepunkt der Sammlung bildete schließlich die vergoldete Figur des ersten Chinesischen Kaisers Qin Shi Huang Di. Detail-Foto

Die Grabanlage des Qin Shi Huang Di

Der Grundriss der Grabanlage ist fast rechteckig und misst von Osten nach Westen 345 Meter, von Süden nach Norden 350 Meter. Die Anlage aus gestampfter Erde hatte ursprünglich Pyramidenform, welche damals von einer doppelten Mauer umgeben war. Die Seitenlänge der inneren Mauer von Süden nach Norden betrug 1.355 und von Osten nach Westen 580 Meter. Die in einigem Abstand dazu befindliche äußere Mauer hatte einen Umfang von 6.210 Metern. Aus dem an ein paar Stellen noch erhaltenen Fundament kann man schließen, dass sie etwa 8 Meter breit war. Beide Mauern hatten nach allen Seiten hin Öffnungen, die Äußere je ein Tor mit Wachtturm. Die gesamte Anlage innerhalb der beiden Mauern bestand aus Bauten für Opferzeremonien, Unterkünften für das Wachpersonal und Lagerhäusern, von denen heute nur noch Ruinen stehen.

Die exakte Lage des Grabes ist noch ungewiss, da die überirdischen Bauten fast vollständig zerstört sind. Man hat auf einer Fläche von 56,25 km² bisher über 400 weitere größere und kleinere Gruben entdeckt.

Mit dem Bau der Grabstätte wurde kurz nach der Thronbesteigung des Kaisers begonnen. Die Bauarbeiten dauerten 38 Jahre und wurden erst nach dem Tod des Kaisers abgeschlossen. Zum Zeitpunkt höchster Bautätigkeit arbeiteten 700.000 Zwangs- und Fronarbeiter an der Anlage. Zuerst wurde eine tiefe Grube ausgehoben, deren Boden mit Kupfer ausgegossen wurde. Darauf kam der Sarkophag. Die Grabstätte wurde wie ein Palast ausgebaut und mit seltenen Schätzen ausgestattet. Um sie vor Plünderungen zu schützen, baute man versteckte Schießscharten, aus denen Pfeile auf die Grabräuber gerichtet waren. Der Abschuss erfolgte „automatisch“.

Der Boden war eine Landkarte Chinas, auf der die Flüsse und Seen mit Quecksilber markiert waren und die Decke des Grabes war ein Himmel mit Sonne, Mond und Sternen. Kerzen wurden aus menschlichem Fett und Tran gefertigt, dadurch sollten sie besonders lange Brenndauer erhalten. Alle kaiserlichen Konkubinen, die Shi Huang Di kein Kind geboren hatten, wurden mit ihm begraben. Ebenso die Architekten und die Erbauer der „Alarmanlagen“, die bei der Schließung des Grabes lebendig in seinem Inneren eingesperrt wurden.

Da die Grabstätte als Abbild des wirklichen Lebens von Shi Huang Di gedacht war, gibt sie Einblicke in seinen luxuriösen Lebensstil.

Durch die bislang durchgeführten Grabungen und Entdeckungen können sich die Fachleute inzwischen ein genaueres Bild von Aufbau und der Anordnung der Anlage machen. Zu diesen Funden gehören eine Grube mit zwei Pferdegespannen aus Bronze, die eine exakte Nachbildung der kaiserlichen Wagen sind. In einer Grube wird das kaiserliche Jagdrevier dargestellt und in einer weiteren befindet sich ein Duplikat der kaiserlichen Pferdeställe. Der unterirdische Palast war ein Spiegelbild des Überirdischen, inklusiv der mächtigen Armee, die die Hauptstadt zu verteidigen hatte.

Die Tonarmee des Kaisers ist in drei Gruben untergebracht. In seinem unterirdischen Palast sollte der Kaiser seine Herscherposition innehaben und seine Armee befehligen. Sie ware sein Garant für ewigliche Herrschaft weit über seinen Tod. Die Archäologen sind sich einig, dass die Tonkrieger in derselben Zeit entstanden wie der Bau der gesamten Grabanlage. Dies wird im Jahre 220 bis 210 v. Chr. gewesen sein.

Die Grabanlage ist inzwischen eines der wichtigsten Objekte des staatlichen Kulturdenkmalschutzes und steht darüber hinaus als einziges in China auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO.

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