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19.06.2013 | 12:42 Uhr

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Bremer Freimarkt 2003

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Der Bremer Freimarkt ist das drittgrößte Volksfest in Deutschland. Er lockt jedes Jahr über 4 Mio. Besucher auf die Bürgerweide. Auf einer Fläche von 100.000 m² bieten 350 Schausteller 17 Tage lang feinstes Jahrmarkt­vergnügen.

[25. Okt. 2003] — Große Premiere – nachdem ein Besuch des Bremer Freimarkts bereits seit zwei Jahren auf meiner „Liste der unerledigten Dinge“ steht, ist es endlich soweit. Bisher habe ich es terminlich einfach nicht auf die Reihe bekommen, das Fest zu besuchen. Doch nun sitzen wir im Auto auf dem Weg nach Bremen.

Die Bürgerweide finden wir ohne große Schwierigkeiten. Die Parkplatzsuche ist allerdings eine echte Herausforderung. War an einem Samstagabend ja auch nicht anders zu erwarten! Nach ein wenig Kurverei haben wir Glück und finden ein freies Plätzchen. Natürlich mit einem kleinen Fußmarsch zum Festplatz verbunden.

Klar hatte ich damit gerechnet, dass das Fest am Wochenende gut besucht sein würde. Aber dass es dermaßen voll sein würde, hätte ich nicht gedacht. Die reinsten Menschenmassen! An vielen Stellen staut sich der Besucherstrom und es kommt zu Geschiebe und Gedrängel. Warum es sich an diversen Punkten immer wieder staut, wird mir erst klar, als ich einen Blick auf den Lageplan Bremer Freimarkt 2003 des Geländes werfe, den ich mir aus dem Netz gezogen habe. Bei einer derart sinnigen Wegführung ist es letztlich kein Wunder, dass „nichts mehr geht“, wenn eine vorwärts strömende Menschenmenge an einer Gabelung plötzlich auf eine entgegen strömende Menge stößt. Im Juristendeutsch würde man diese Wegführung glatt als fahrlässig bezeichnen, als ein „billigendes Inkauf nehmen“ eines Menschen­auflaufs. 

Einige Besucher – scheinbar arg frustriert wegen des zeitweiligen Stillstands des Fortkommens – meinen, sich mit Ellenbogen und groben Geschubse ihren Weg durch die Menge bahnen zu müssen. Die reinsten Rüpelmanieren! So etwas habe ich noch nicht erlebt. Der Aggressionsabbau meiner „Leidensgenossen“ nimmt mir schnell die Freude am Kirmesbesuch. 

Um aus der „Schups-Linie“ zu kommen, steuern wir eine der Fressbuden an. Nach diesen Strapazen einen kleinen Happen essen. Dann wollen wir uns gestärkt erneut in die Schlacht stürzen. Die Warteschlange vor der Würstchenbude scheint unendlich. Als wir eine Zeitlang angestanden habe, ohne dem Ziel – der heiß ersehnten Wurst – auch nur einen Zentimeter weit näher gekommen zu sein, treten wir resigniert den Rückzug gen Auto an. Knapp zwei Stunden hat der Ausflug auf die Bürgerweide gedauert. In dieser Zeit haben wir es nicht geschafft, den Platz einmal zu umrunden. Aber was weitaus schlimmer ist, auch die Fotoausbeute ist alles andere als berauschend. 

Mein Fazit: Falls es mir jemals wieder in den Sinn kommen sollte, den Freimarkt zu besuchen (was ich nach diesem Erlebnis ernsthaft zu bezweifeln wage), dann bestimmt nicht am Wochenende! Wie sagt der Volksmund so treffend: „Wozu in die Ferne schweifen, wenn der »Hamburger DOM so nah ist?“

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